„China ist eines der beliebtesten Zielländer“

Der Sprung Chinas zur Wirtschaftsmacht Nummer Eins beschäftigt nicht nur die ForscherInnen an der WU. WU Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger war Anfang April Teil der österreichischen Kultur- und Wissenschaftsdelegation, die China besuchte. Dabei standen auch Fragen der Ausbildung auf der Tagesordnung. Dieser Beitrag erschien zuerst im WU Magazin 02/2018 als Beilage zur Presse.

Hat sich der Kontakt zwischen der WU und chinesischen Universitäten in den letzten Jahren intensiviert? Welche Erwartungen haben Sie für die Zukunft nach dem Besuch der heimischen Politik- und Wirtschafts- Delegation in China im Frühjahr 2018? 

Edeltraud Hanappi-Egger: Die Wirtschaftsuniversität Wien hat bereits sehr früh begonnen, mit chinesischen Partneruniversitäten zusammenzuarbeiten. Die WU hat also schon seit längerer Zeit ein gutes Netzwerk in China und darauf sind wir auch stolz. In Zukunft wird die Region natürlich verstärkt von Interesse sein. Das liegt nicht nur am Besuch der österreichischen Delegation in China, sondern auch daran, dass es eine sehr aufstrebende Wirtschaftsmacht ist und damit auch entsprechende Akzente setzen wird. Grundsätzlich sind wir in der Auswahl der Partneruniversitäten sehr selektiv, geachtet wird vor allem auf Qualitätsparameter wie internationale Akkreditierungen.

Wie hoch ist die Anzahl der WU Studierenden, die im Moment in China ein Austauschsemester absolvieren? 

China zählt zu den beliebtesten Zielländern unter WU-Austauschstudierenden und befindet sich regelmäßig unter den Top-5-Nationen. In diesem Studienjahr absolvieren gerade 47 Studierende, davon 37 Bachelorund 10 Masterstudierende ein Austauschsemester in China.

Ist die WU vice versa ein begehrter Studienort für chinesische Studierende? 

Die WU ist ein attraktiver Studienort für ein Auslandsstudium, natürlich auch für Austauschstudierende aus China. Wir achten natürlich darauf, die Balance zwischen Outgoings und Incomings in etwa zu halten. Deshalb sind in diesem Studienjahr 57 Studierende, davon 5 aus Taiwan, von unseren Partneruniversitäten  in China zu Gast an der WU. Der Großteil ist im Rahmen eines Bachelorstudiums hier.

Wie werden Studierende und MitarbeiterInnen der WU auf Ihren Auslandsaufenthalt in China vorbereitet? Werden in der Vorbereitung auch kritische Aspekte thematisiert wie zum Beispiel die Lage der Menschenrechte?

Der WU ist es ein Anliegen, die Studierenden bestmöglich auf ihren Auslandsaufenthalt im Gastland vorzubereiten. Neben Unterstützung bei finanziellen und organisatorischen Aspekten absolvieren daher alle WU-Outgoings vor dem jeweiligen Auslandsaufenthalt ein Training zu interkultureller Kompetenz. Das soll Studierende für den Universitätsbetrieb und das Alltagsleben vorbereiten und für kulturspezifische Themen sensibilisieren. Im Rahmen dieser Vorbereitung werden neben soziokulturellen Hintergründen der Länder auch verschiedene Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert, wobei auch kritische Aspekte wie beispielsweise Meinungsfreiheit, Leistungsdruck oder ökologische Themen Eingang finden.


Kurzstudienprogramm in China

Die Internationalen Sommeruniversitäten der WU (ISUs) bieten WU-Studierenden die Möglichkeit, international ausgerichtete Kurzstudienprogramme im Ausland zu absolvieren und zusätzlich den Studienfortschritt zu fördern. Die ISU China ist ein dreiwöchiges Kurzstudienprogramm, das in Kooperation mit der Tongji University, School of Economics and Management in Shanghai stattfindet. Der Fokus des Programms liegt auf International Strategies in Emerging Markets; China steht dabei im Mittelpunkt.

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