Laras Praktikum im Silicon Valley: Von Google bis Sushiritto

Die WU-Studentin Lara Agneter bekam letzten Sommer die Chance, ein Praktikum im Silicon Valley zu machen. Was sie dort erlebte und wie es ihr gefiel, erzählt sie uns hier.

WU Blog: Was reizte dich am Silicon Valley?

Lara Agneter: Ich wollte mal erleben, wie es in einem der großen Start-up Hotspots tatsächlich zugeht.

WU Blog: Was hast du dort gemacht?

Lara Agneter: Für mich hat sich eine super Chance ergeben, dass ich für einen Monat bei Meisterlabs ein Praktikum machen konnte. Ich habe dort viel für deren Produkt MeisterTask gearbeitet. Meisterlabs ist zwar kein klassisches Start-up mehr, den Spirit haben sie aber dennoch sehr stark. Nach der Arbeit unternimmt das Team häufig gemeinsam was, zum Beispiel machen sie Yoga. Das Büro befindet sich im fünfstöckigen Gebäude von Galvanize. Darin gibt es viele Coworking-Büros, Meetingräume, Gemeinschaftsküchen und auch eine coole Dachterrasse.

WU Blog: Was macht den Spirit aus?

Lara Agneter: Alles geht im Valley viel schneller, die Stimmung ist cool, Leute in den Coworking Spaces reden dich an, vernetzen sich gleich mit dir und man verbringt gemeinsam die Mittagspause. Die Menschen sind sehr interessiert an anderen Leuten und Projekten. Abends gehen sie auf Events, statt zuhause fernzuschauen oder abzuhängen. Es gibt auch richtig viele Events, bei denen ExpertInnen ihr Wissen kostenlos weitergeben.

WU Blog: Was hat dich im Valley am meisten überrascht?

Lara Agneter: Es hat mich schon ziemlich verwundert, dass dort wesentlich weniger Wert auf einen Abschluss gelegt wird. Oft genügt für einen tollen Job schon, wenn du ein Bootcamp machst. So lernst du beim Programmieren zum Beispiel genau die Skills, die du brauchst. Das ist schon sehr anders als bei uns. Laufend werden spannende Bootcamps von Top Firmen wie Google & co in coolen Meeting- und Veranstaltungsräumen angeboten. Alle sind total ehrgeizig und Erfolg ist sehr stark im Fokus. Dabei ist es egal, ob im eigenen Start-up oder in einem coolen Unternehmen.

WU Blog: Wie sieht der Arbeitsalltag dort aus?

Lara Agneter: Interessant fand ich, dass man viel mehr Pausen zwischendurch macht. Es gibt Terrassen und Parks, um zwischendurch zu chillen. Danach setzt du dich mal woanders hin, isst einen Snack, quatschst mit Leuten, arbeitest weiter. Allerdings sind dadurch die Arbeitstage auch länger und teilweise verlassen die Leute ihr Bürogebäude nie. Gerade die großen Firmen stellen dir alles zur Verfügung, um dich stark an sie zu binden. So verdienst du beispielsweise bei Google sehr viel, sie organisieren dir alles, du hast dein Gym dort, bekommst Essen. Sie holen dir sogar die Kinder von der Schule ab. Aber du hast fast keine Freizeit mehr, Privat und Arbeit verschwimmt stark miteinander. Allerdings wenn man Google mal im Lebenslauf hat….

WU Blog: Hat diese Erfahrung für dich etwas verändert?

Lara Agneter: Auf jeden Fall! Ich bin jetzt noch motivierter als vorher und möchte mehr ausprobieren. Auch in unserem Alter kann man schon sehr viel machen.

WU Blog: Könntest du dir vorstellen länger dort zu leben?

Lara Agneter: Ich bin mir nicht sicher, ob das auf Dauer etwas für mich wäre. Aufgrund des Getümmels und der vielen Ablenkung überall muss man sich sehr konzentrieren, um was weiterzubringen.

WU Blog: Wer sollte mal ins Silicon Valley?

Lara Agneter: Alle, die sich für Data Science und Start-ups interessieren. Programmieren ist dort sehr cool, nicht so nerdig wie bei uns. Und auch bei Frauen ist es Thema, da tut sich richtig viel.

WU Blog: Was war abseits der Start-up-Welt dein Highlight des Sommers?

Lara Agneter: Ich habe mich am liebsten von „Sushiritto“ ernährt, einer Mischung aus Sushi und Burrito.

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