Lohnt sich ein Masterstudium – oder nicht?

Studierende mit abgeschlossenem Bachelorstudium sind dank Bologna-Reform grundsätzlich jung, gut ausgebildet und bereit für den Jobeinstieg. Trotzdem bleibt für viele Unternehmen ein Masterstudium immer noch das Nonplusultra. Wer sich entscheidet, rund zwei Jahre länger im Hörsaal zu sitzen, ist aber meist auch länger auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Ob sich ein weiterführendes Masterstudium am Ende des Tages finanziell lohnt und auch die Einstiegschancen erhöht, kann man natürlich nicht pauschalisieren. Wir haben deshalb WU-Masterstudierende ganz konkret nach ihren persönlichen Beweggründen sowie Vor- und Nachteilen ihres Studiums befragt. Übrigens: Am 16. November könnt ihr euch im Rahmen des WU Masterday selbst über das Master-Programm eurer Wahl informieren!

Martin Groiss (24) studiert „Volkswirtschaft“ und hat zuvor den Bachelorstudiengang „Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ mit dem Studienzweig „Volkswirtschaft und Sozioökonomie“ absolviert.

Was war dein Hauptgrund für diesen Masterstudiengang und wurden deine Erwartungen bisher erfüllt?
Ich habe mich zum Weiterstudieren entschieden, weil meine VWL-Ausbildung nach den drei Jahren im Bachelorstudium an der WU aus meiner Sicht noch nicht abgeschlossen war. Ich finde den zweiten Studienabschnitt als Orientierung und wirtschaftliche Wissensbasis gut, aber danach gibt es nur zwei Jahre für alle weiteren volkswirtschaftlichen Inhalte und Methoden und da gibt es einige Punkte, die nur kurz oder nicht vorkommen. Ich habe mich für den VWL-Master an der WU entschieden, da ich mich im Bereich der Geldpolitik spezialisieren will und mir ausreichend makroökonomische Kurse wichtig sind. Organisatorisch war ich vor allem vom ersten Semester enttäuscht. Dieses ist in zwei Halbsemester aufgeteilt und unnötig stressig, da das Semester erst Mitte Oktober mit der Eingangsphase beginnt.

„Ich habe mich zum Weiterstudieren entschieden, weil meine VWL-Ausbildung nach den drei Jahren im Bachelorstudium an der WU aus meiner Sicht noch nicht abgeschlossen war.“

Welche Einschränkungen bringt dein Master-Studium mit?
Für mich persönlich bringt mein Master-Studium keine besonderen Einschränkungen mit sich. Natürlich ist es nicht möglich daneben Vollzeit zu arbeiten und daher hat man kein oder nur ein geringes Einkommen, aber das ist eine Herausforderung, die mit fast jedem Studium einhergeht. Berufserfahrungen kann man in den drei Monaten Sommerferien oder mit einer kurzen Auszeit durch ein Praktikum ohne Probleme erwerben.

Welche beruflichen Erfahrungen konntest du bereits sammeln und wo siehst du dich nach abgeschlossenem Studium?
Bisher konnte ich schon Berufserfahrung durch Ferialpraktika bei der Ersten Bank und ein 6-monatiges Praktikum in der Oesterreichischen Nationalbank in der Bankenaufsicht sammeln. In diesem Semester darf ich auch den Unialltag aus Sicht eines Tutors kennenlernen. Beruflich würde ich in Zukunft gerne im Bereich der Zentralbanken arbeiten und mich dort mit den Einflüssen der Geldpolitik und Bankenregulierung auf unsere Wirtschaft beschäftigen.


Sarah Haubmann (22) absolviert derzeit den Master „Wirtschaftsrecht“ an der WU. Damit ergänzt sie ihren abgeschlossenen Bachelor in „Wirtschaftsrecht“, mit den Spezialisierungen „Exekutions-, Insolvenz- und Sanierungsrecht“ sowie „Change Management und Management Development“.

Warum hast du dich für diesen Masterstudiengang entschieden und wurden deine Erwartungen bisher erfüllt?
Für mich war von Anfang an klar, dass ich anschließend an den Bachelor auch den Master Wirtschaftsrecht absolvieren werde. Denn nur so erhält man auch Zugang zu den juristischen Kernberufen. Im Bachelor ist es meist so, dass man etwas auf eine bestimmte Art löst, weil es so im Gesetz steht. Das war für mich oft unbefriedigend. Im Master wird viel mehr auf die Hintergründe der gesetzlichen Regelungen eingegangen und man entwickelt ein Verständnis dafür, warum der Gesetzgeber diese Regelungen so trifft.

Welche Einschränkungen bringt dein Master-Studium mit?
Natürlich ist das Masterstudium mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, da die Anwesenheit in den Kursen verpflichtend ist. Berufstätigkeit neben dem Studium ist dadurch erschwert, es ist aber trotzdem möglich, nebenher einer Beschäftigung nachzugehen.

„Im Master wird viel mehr auf die Hintergründe eingegangen!“

Welche Berufserfahrung konntest du neben deinem Studium bereits sammeln?
Seit diesem Semester arbeite ich am Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht als Junior Researcher. Das lässt sich mit meinem Masterstudium sehr gut koordinieren und man bekommt einen ersten Einblick in das Institutsleben.

Hast du bereits weitere berufliche oder akademische Pläne für die Zukunft?
Momentan denke ich auch noch darüber nach ein Semester an einer Universität im Ausland zu verbringen. Nach Abschluss des Masters möchte ich dann gerne die Gerichtspraxis absolvieren.


Florian Ott (26) spezialisierte sich bereits im Studienzweig „Betriebswirtschaftslehre“ auf „Finance“ sowie „Entrepreneurship und Innovation“. Kürzlich hat er auch sein Masterstudium „Strategy Innovation and Management Control“ an der WU abgeschlossen.

Warum hast du dich für dieses Masterstudium entschieden?
Es ist ein englischsprachiger Master und die Studierendenanzahl ist begrenzt. Die Qualität des Studiums wird dadurch sehr hochgehalten. Des Weiteren hat mich die Verknüpfung von Theorie und Praxis, ein starker internationaler Fokus und vor allem die inhaltliche Ausrichtung des Masters aus der Kombination von Strategie, Innovation und Entrepreneurship überzeugt. Ein Grund für mich war auch der Zusammenhalt zwischen den SIMCies, der durch einen eigenen Verein SIMConnect gefördert wird. Auch wenn es komisch klingt, aber den SIMC Spirit gibt es wirklich.

„Den SIMC Spirit gibt es wirklich!“

Welche Einschränkungen bringt dein Master-Studium mit?
Ich habe mir auch überlegt gleich mit dem Bachelor loszulegen und arbeiten zu gehen. Im Endeffekt habe ich aber nie bereut den Master gemacht zu haben. Man kann auch nebenbei arbeiten, obwohl der Master als Vollzeitprogramm ausgeschrieben ist. Viele haben aber auch einfach das Studentenleben genossen.

Hast du bereits während dem Studium gearbeitet und weitere Pläne für die Zukunft?
Neben meinem Studium habe ich immer gearbeitet und konnte so Erfahrungen in verschiedenen Bereichen wie Office Management, Controlling, Consulting und Event Management sammeln. Ich bin auch sehr von der Idee angetrieben mein eigener Chef zu sein und habe deshalb bereits an eigenen Unternehmungen gearbeitet. Die Wege in die Zukunft sind vielfältig und werden sicher etwas mit Digitalisierung zu tun haben. Zwischen Start-Up, Corporate und Consulting habe ich mich allerdings noch nicht entschieden.


Vanessa Macho (24) hat neben dem Bachelorstudiengang „Wirtschaftsrecht“ auch den Studienzweig „Internationale Betriebswirtschaftslehre“ an der WU abgeschlossen. Nun hat sie sich für das Masterstudium „Strategy, Innovation and Management Control“ entschieden.

Warum hast du dich für diesen Masterstudiengang entschieden und wurden deine Erwartungen bisher erfüllt?
Zuallererst aus Interesse fürs Thema, aber definitiv auch aufgrund der Internationalität. Ich wollte gerne auf Englisch studieren und die Möglichkeit haben ein Double-Degree oder Auslandssemester zu machen. Außerdem habe ich gehört, dass der Zusammenhalt unter den SIMC-Studierenden sehr groß ist. Meine Erwartung wurde definitiv erfüllt, vor allem bin ich aber überrascht, wie sehr wir als Gruppe alle zusammengewachsen sind.

„Ich bin überrascht, wie sehr wir als Gruppe zusammengewachsen sind.“

Welche Einschränkungen bringt dein Master mit sich?
Da ich nebenbei gearbeitet habe und das Uni-Leben doch sehr zeitintensiv ist – einerseits Gruppenarbeiten und andererseits freiwilliges Engagement bei SIMConnect und der Entrepreneurship-Avenue – bleibt teilweise nur mehr wenig Freizeit für andere Aktivitäten. Da muss schon einmal die eine oder andere Nachtschicht eingelegt werden 🙂

Konntest du während dem intensiven Studium auch bereits berufliche Erfahrungen sammeln?
Angefangen hat alles mit 17 als ich das erste Mal in Lech als Skilehrerin gearbeitet habe, das tue ich zwar immer noch, aber zwischendurch war ich unter anderem auch bei SAP. Seit einem Jahr arbeite ich jetzt bei der Innovationsberatung Wonderwerk, wo ich mein Wissen rund um Innovation gut in der Praxis umsetzen kann. Noch sind wir ein kleines Team, aber das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen.


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