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Tu anderen etwas Gutes – tu dir etwas Gutes!

Warum sollte man Lernbuddy werden und was nimmt man daraus mit? Die WU Studentin Katharina Parizek hat sich ein Herz gefasst und berichtet auf dem WU Blog von ihren Erfahrungen mit dem Lernbuddy-Programm der WU Wien.

Als sich im Sommer 2015 die Flüchtlingskrise zuspitzte war für mich klar, dass ich etwas tun, helfen wollte. Ich bin selbst im Alter von vier Jahren als politischer Flüchtling nach Österreich gekommen und weiß, wie schwer es in einem fremden Land sein kann.
Als die E-Mail über ‚Lernen macht Schule’ in meinem Postfach aufpoppte, wusste ich, dass es das richtige Programm für mich war und bewarb mich sofort. Im Oktober ging es dann los. Ich war Lernbuddy in der WG-Yunus und würde mit einem minderjährigen unbegleiteten Flüchtling Deutsch lernen. Der Anfang war gewiss nicht einfach. Wie unterhält man sich oder lernt man mit jemanden, der eine andere Sprache spricht? Vor dem ersten Treffen war ich total aufgeregt und nervös. Der junge Mann anscheinend auch und deswegen beschloss er, erst gar nicht zu erscheinen. Das zweite, also eigentlich unser erstes, Treffen war dann recht eigen. Wir wussten beide nicht so recht was wir sagen sollten und verstanden einander kaum. Beim dritten Mal glänzte er wieder durch Abwesenheit und das war dann auch schon das Ende meines ersten Lernbuddy-Einsatzes.

Rückschläge machen stärker

Nach Rücksprache mit der WG bekam ich dann einen anderen Jugendlichen zugeteilt. Es war ein großer Unterschied zu der ersten Lernerfahrung. Nach dem dritten Treffen waren wir schon fast ein Herz und eine Seele. Mein Schützling M. war damals 14 Jahre alt und sehr wiss- und lernbegierig. Von Anfang an war das Erlernen der deutschen Sprache für ihn im Vordergrund. Ich habe kaum jemanden kennengelernt, der so motiviert lernt. Drei Semester später sehe ich wie sich die Sprachkenntnisse meines betreuten Jugendlichen verbessert haben und wie er grundsätzlich mehr an Sicherheit und Souveränität gewonnen hat.

Damit wir nicht immer nur drinnen lernen, haben wir in den letzten eineinhalb Jahren auch immer wieder gemeinsam verschiedene Aktivitäten unternommen und waren bei unterschiedlichen Lernbuddy-Exkursionen dabei. Besonders lustig war der Ausflug in den Hochseilklettergarten auf der Donauinsel im letzten Juni. Obwohl ich M. im Internet vor der Anmeldung gezeigt hatte, was ein Hochseilklettergarten ist, war er dann doch sichtlich irritiert als wir vor Ort angekommen waren. Offenbar leidet M. an Höhenangst, was er mir zuvor nicht verraten hatte. Aber er wollte trotzdem auch die schwierige Tour bis ganz nach oben mitmachen – gesagt getan. Obwohl er sich wirklich fürchtete, fühlte er sich in unserer Gruppe so wohl, dass wir den Hochseilklettergarten samt Flying Fox am Ende gemeinsam gepackt haben.

Exkursionen stärken das Gemeinschaftsgefühl

M. ist ein wundervoller Junge der mir in der Zeit, seitdem ich ihn kenne, sehr viel Freude gebracht hat. Die wöchentlichen zwei Lernstunden mit ihm vergehen immer besonders schnell und ich bin wahnsinnig stolz auf ihn und seine Erfolge. Auch wenn der Einstieg in das Programm nicht einfach war oder die regelmäßigen Lerneinheiten ab und an schwer unterzubekommen waren, möchte ich diese Erfahrung um seinet- und meinetwegen nicht missen. Ich würde jedem der die Möglichkeit hat dazu raten.

 

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