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Grundlagen der VWL: Ein Hausübungsprojekt, das wirklich wirkt

Die Universität und insbesondere die allerersten Prüfungen (Stichwort: Großlehrveranstaltungen) stellen für GymnasiastInnen sowie andere SchulabsolventInnen oftmals einen schwierigen Übergang dar. Dies gilt insbesondere für die „Grundlagen der Volkswirtschaftslehre“, und zwar aus mehreren Gründen: zum Einen ist dies eher ein abstraktes Fach, und zum Anderen sind wir es nach der Schule vielfach nicht gewohnt, dass reines Auswendiglernen gelegentlich nicht zum Ziel führt. Um die Prüfung zu bestehen, mussten die Inhalte internalisiert und wirklich verstanden werden.

Die generell hohen Durchfallquoten zu Beginn der Eingangsphase haben uns zur Ausarbeitung eines Konzeptes veranlasst, welches einerseits die Motivation steigern und gleichzeitig die Prüfungsleistung verbessern soll. Dies setzten wir anhand eines speziellen Hausübungskonzeptes um:

In Kleingruppen sollen zu jedem der neun Themenblöcke in VWL drei Multiple-Choice-Fragen mit fünf Antwortmöglichkeiten entworfen und zu bestimmten Deadlines auf Learn@WU hochgeladen werden. Die Benotung erfolgt bei Richtigkeit mit einem Punkt für jedes Gruppenmitglied.

Zwei Hauptgründe für dieses besondere Setting sind:

  1. durch das Setzen von Deadlines muss man sich früh mit dem „Stoff“ und den verschiedenen Themengebieten auseinandersetzen
  2. durch die Arbeit in Gruppen findet man schnell Anschluss zu anderen StudienanfängerInnen

Wer seine Hausübung immer einwandfrei abgibt kann 9 Zusatzpunkte erreichen, welche zu Semesterende beim Prüfungsergebnis angerechnet werden. Dies entspricht 9% der möglichen Gesamtpunkte und damit der Bandbreite von fast einer Note.
Zusätzlicher Ansporn, für die gewissenhafte Ausarbeitung der Hausübungsfragen besteht darin, dass fünf der eingeschickten Fragen in die reale Prüfung (insgesamt 20 Fragen) aufgenommen werden.

Effekte des Hausübungsprogramms auf das Learning-Outcome…

…wurden in drei verschiedene Ansätzen untersucht.

Der erste Zugang war relativ „naiv“ gewählt, bei welchem einfach die erreichte Punkteanzahl bei der Abschlussprüfung (ohne Zusatzpunkte) auf eine entsprechende Dummy-Variable (Teilnahme bzw. Nicht-Teilnahme am Programm) regressiert wurde. Rund 5,5 Prozent höher war die Punkteanzahl nach Teilnahme am Programm.

Überprüft wurden mögliche Selbstselektions-Effekte anhand eines „Proxy-Variable“-Ansatzes, in dem wir für die nicht-beobachtbare „Ability“ Stellvertretervariablen gesucht haben. Die Ergebnisse dieses Proxy-Ansatzes zeigten einen hoch signifikanten Zuwachs von 4,1 Prozent in der Prüfungsleistung. Der Self-Selection-Bias dürfte folglich keine allzu große Rolle spielen.

Letztendlich wurde noch ein sogenannter „Propensity Score Matching“ – Schätzer angewandt.

Fazit: Die geschätzten positiven Effekte auf die Prüfungsleistungen übertrafen unsere Erwartungen. Wir freuen uns bereits jetzt das Projekt auch in den nächsten Semestern fortsetzen zu können, und somit eine zumindest kleine Hilfestellung für’s Studium zu ermöglichen!

#VWL #Pruefung #Erstsemester

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