KI kontrovers! – Brauchen wir noch Bildung? 

„KI kontrovers!“ war das Motto des neuesten „WU matters. WU talks.“. Bildungsminister Christoph Wiederkehr, Anita Eichinger, Direktorin der Wienbibliothek, Marie-Christine Kainz, stellvertretende Vorsitzende der ÖH WU, und Alexander Mädche, Professor am KITsprachen darüber was Bildung denn überhaupt noch leisten kann, wenn KI die Texte schreibt und das kritische Denken übernimmt. Und wo bleibt dann eigentlich noch das Menschsein? 

„Aktuell bilden wir für Arbeitslosigkeit aus“ – brand eins. 
„Why the A.I. Job Apocalypse won’t happen“ – New York Times.  

Mit diesen Headlines startete Moderator Thomas Grisold in den Abend. Eine Abstimmung über unseren WU-Instagram-Account ergab: 55% des Publikums stimmten für die optimistischere NYT-These. 

99,9 % der Studierenden nutzen KI – dabei wurde es ihnen nie korrekt beigebracht 

Marie-Christine Kainz brachte vergangenen Mittwoch die Studierendenperspektive mit. Seit es generative KI gibt, arbeite praktisch jede*r Studierende damit. Und warum sind Studierende so zuversichtlich was die Nutzung angeht? Weil es funktioniert. Warum sollte man dann damit aufhören, wenn KI das Leben leichter macht? Dabei sollte man sich laut Kainz auf eine ganz andere Frage fokussieren, nämlich: “WARUM benutzen Studierende überhaupt so viel KI?“

KI könnte eine Riesen-Verdummungsmaschine werden
Anita Eichinger, Direktorin Wienbibliothek

Ein anderer interessanter Vergleich von Wirtschaftsinformatiker Alexander Mädche: KI ist wie ein supermächtiger Taschenrechner. Man nutzt ihn – aber nicht immer und nicht für alles. Und man muss ihn verstehen, um ihn sinnvoll einzusetzen: “Ich gehe auch nicht zum Bäcker mit meinem Taschenrechner und rechne dann nach,  ob jetzt das Wechselgeld stimmt”. Genau da ist es wichtig schon früh genug damit zu beginnen und Schüler*innen aktiv bei der KI-Nutzung zu begleiten.  

Anleitung zum Menschsein: 

  • Kritikfähigkeit, Kommunikation, Kooperation, Kreativität
    Die vier Kompetenzen des 21. Jahrhunderts. 
    Ja, KI kann da zwar unterstützen aber bei diesen Kompetenzen ist der Mensch im Endeffekt immer noch auf die eigene Denkfähigkeit angewiesen.   
  • Emotionale Beziehungen eingehen
    Und bereits im Klassenzimmer damit anfangen. Gemeinsame Diskussionen, mehr mündliche Prüfungsformate.  
  • Mit echten Menschen an echten Problemen arbeiten
    Gemischte Teams auf ein reales Problem losschicken – egal ob mit KI oder nicht.  
  • Frustration aushalten
    Frustrationserfahrung gehört zum Leben dazu, die KI reduziert diese Erfahrung erheblich. 

Wenn das Menschsein nicht gelernt ist, riskieren wir als Menschen das eigenständige Denken und die eigene Kritikfähigkeit zu verlernen. Denn das Gehirn ist wie ein Muskel. Wenn er nicht richtig gepflegt wird, verkümmert er.  


Neugierig? Die ganze Diskussion zum Nachschauen:

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Im nächsten WU matters. WU talks.: Globale Mindeststeuer vs. Steueroasen 

Schweiz, Caymann Islands etc. – wie sinnvoll ist es Gewinne in Steueroasen zu verschieben? Wird das neue Gesetz der globalen Mindeststeuer dagegenwirken? Und wie spielen wirtschaftspolitische Spannungen hier rein? 

  • 10. Juni
  • 18 Uhr
  • LC Festsaal 1 & Livestream 

Keynote:
Harald Amberger, WU Wien, Professor 

Diskussion:
Tibor Hanappi, Internationaler Währungsfonds, Senior Economics
Christina Reichart, OMV AG, Vice President Tax Group
Jana Schultheiß, Arbeiterkammer Wien, Leiterin Abteilung Steuerrecht
Alfons Weichenrieder, Goethe Universität und WU Wien, Professor 

Moderation:
Eva Eberhartinger, WU Wien, Professorin 

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