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Replik auf den offenen Brief der VSSTÖ

Liebe Vertreterinnen und Vertreter der Vsstö,

vielen Dank für Ihren offenen Brief und auch die Tatsache, dass Sie diesen Blog ebenfalls nutzen, um mit uns in Kontakt zu treten. Genau das war unser Ziel: die Förderung offener und ehrlicher Diskussionen.
Sie sprechen in Ihrem Brief einige Punkte an, die ausschließlich mit der Knappheit unserer Kapazitäten zu tun haben – und leider liegt es nicht in der Macht der WU, diese Situation grundlegend zu ändern. Darauf gehen letztlich der Frust mit Anmeldeverfahren und auch die neu strukturierte Studieneingangsphase zurück. Mit 7.000 Studienanfänger/innen, aber lediglich Kapazitäten für 1.300 Absolvent/innen der Bachelorstudien (das ist sogar in den Leistungsvereinbarungen festgehalten) und über 26.800 Studierenden ist das kein leichtes Unterfangen. Wir versuchen trotzdem alles, um den Massen an Studierenden bestmögliche Studienbedingungen bieten zu können. Die Grundproblematik, dass Österreichs Universitäten, auch aufgrund des Andrangs an Studierenden, unterfinanziert sind, wird dadurch aber nicht gelöst.

Darf ich Ihnen zu Ihrer Aussage, dass die WU gesetzlich verpflichtet sei, allen Bachelorstudierenden einen Masterplatz zur Verfügung stellen zu müssen, folgenden Vergleich zum Nachdenken vermitteln?
1. Schritt: Der Gesetzgeber beschließt, dass Gewitter in Österreich ab sofort verboten sind.
2. Schritt: Im ORF-Wetter verkündet Christa Kummer, dass sich eine Gewitterfront nähert.
3. Schritt: Sie kritisieren Christa Kummer für die Ankündigung, dass ein Gewitter kommt und weisen Sie darauf hin, dass Gewitter in Österreich gesetzlich verboten seien.

Und auch Ihren Vorwurf, die WU würde sinnlos finanzielle Mittel in Rankings und Akkreditierungen pumpen, möchte ich nicht unkommentiert lassen. Denn von den Akkreditierungen und Platzierungen in internationalen Rankings profitieren nicht zuletzt die Studierenden. Die internationale Reputation einer Universität erhöht die Einstiegs-chancen der Absolvent/inn/en am internationalen Arbeitsmarkt, denn Unternehmen achten bei der Wahl von zukünftigen Mitarbeiter/inne/n vermehrt auf die Bekanntheit und Anerkennung der besuchten Universität. Diese Auszeichnungen unterstützen eine Universität auch in der Auswahl von topqualifiziertem Personal, was wiederum den Studentinnen und Studenten zu Gute kommt. Wir sehen die Anstrengung der WU, sich internationalen Vergleichen – trotz schwieriger Rahmenbedingungen in Österreich – zu stellen daher keinesfalls als Zeit- und Ressourcenverschwendung an.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch sagen, dass es uns einfach nicht möglich ist, die Rahmenbedingungen derart zu verbessern wie wir uns, und auch Sie sich, das wünschen. Dafür ist einzig und allein die Bundesregierung verantwortlich, die unsere gemeinsamen Forderungen nach einer Ausfinanzierung seit Jahrzehnten ignoriert. Wir bedanken uns für Ihre Ankündigung, uns bei unseren Bestrebungen, dieses Ziel zu erreichen, zu unterstützen. Denn so kann es nicht weitergehen. So werden Österreichs Universitäten zu Grunde gerichtet. Es muss endlich etwas passieren.

46 Diskussionen über
“Replik auf den offenen Brief der VSSTÖ”
  • Sehr geehrter Rektor, sehr geehrte Studienvertreter des VSStÖ. Auch der BP war Mitglied (ihrer VSSTÖ) Fraktion, wenn eine Ministerin dermaßen unfähig ist, dann muß sie gehen, es kann nicht sein, daß wegen einer absolut unfähigen Politikerin, die überall nur hinaufschwimmt, die gesamten Universitäten, die es eigentlich gar nicht mehr sind, kaputt gespart und kaputt organisiert wird. Es gibt Finnland, es gibt Südkorea aber es gibt auch einen „Karl“ und das ist der Name der unfähigsten Frau auf dem Zukunftsplatz der Republik. Ihr Gesicht spricht Bände.

    Dipl.-Ing. Mag. Dr. Reinhard Willfort

  • Mit Verlaub, verehrter Rektor, aber Ihr Vergleich hinkt doch recht gewaltig. Schließlich kann ein Staat eine naturgegebene Sache nicht per Gesetzt verhindern, die Studienplatzsituation an einer S T A A T L I C H E N Institution sollte er dann doch beeinflussen können.

    • Im Beispiel des Rektors ist die naturgegebene Sache aber nicht die Studienplatzsituation, also die Anzahl der Studienplätze, sondern der Ansturm der Studenten – welcher von der Uni tatsächlich nicht beeinflusst werden kann.

      Und nur weil das Gesetz sagt, dass die WU 1300 Studenten pro Jahr aufnehmen sollt, bzw. der WU das Budget für diese paar Studenten zuschießt, heißt das eben nicht, dass auch nur 1300 Studenten zu studieren beginnen (wollen).

      • Im Gegenteil!
        Im Gesetz steht sogar drin, dass jeder studieren können muss, der das will!
        (siehe OGH-Urteil)

        Vor dem rechtlichen Hintergrund und der realen Situation an der WU ist aber einie Leistungsvereinbarung, die das ignoriert null und nichtig.

        Der Gesetzgeber (nämlich das Parlament) verlangt eine Leistung.
        Das ausführende Organ (die Bundesregierung) setzt dieses (gesetzliche) Forderung aber nicht um, und handelt damit gesetzeswidrig.

        Es ist schon klar, dass der Uni da gewissermaßen „das Wasser bis zum Halse steht“.

        Mir ist aber auch kein nennenswerter Protest der Uni bekannt, verehrter Herr Badelt.
        Sie sagen hin und wieder in einem Interview, dass es gut wäre mehr Geld zu bekommen.
        Spüren lassen Sie aber die negativen Auswirkungen aber nicht die Regierung, die daran schuld ist, sondern original uns Studenten.

        Da geht das offenbar.

        Stellen Sie sich doch einmal auf die Hinterbein, Herr Badelt!
        Sie verfügen doch gewiss über gute Kontakte in die Politik (und in die ÖVP), sonst wären Sie vermutlich nicht Rektor einer der bedeutendsten Unis des Landes geworden.

        Die Christa Kummer tät sich sicherlich auch aufregen, wenn sie das Gewitter nimmer ansagen dürft.
        Man nennt das – glaube ich – Berufsethos.

        Grüße,
        ein angefressener Student

  • VSSTOE ist eine komplexbeladene, populistische Partei! Wir habe genug Politik im Parlament und brauchen sie nicht an der Universitaeten.

  • Ich kann den Rektor verstehen. Was kann er dafür, dass sich die Massen an der WU gegenseitig die Plätze wegnehmen? Soll er sich zusätzliche Proffessoren herbeizaubern?

    Allerdings möchte ich auch Angregungspubkte beisteuern: Ohne Probleme, könnte man nicht genutzte Hörsäle den Studenten als Lernbereiche zur Verfügung stellen. Genauso könnte man Studenten den erneuten Einstieg in eine PI erleichtern, wenn diese beim ersten Mal gescheitert sind (zB könnte man ihnen ein einmaliges „Vorzugsrecht“ erteilen).

    Ich teile die Meinung des VVSTÖ, dass Geld für Uni-Rankings vergeudet ist, absolut nicht. Der Abschluss an einer Universität wird enorm durch das internationale Ansehen aufgewertet. Schließlich kommt das uns Studenten zu gute!

    PS: Ein (logisch denkender) Student kann sich doch nur FÜR Zugangsbeschränkungen aussprechen. Denkt mal drüber nach…

    • Ein (logisch denkender) Student, sollte sich eben genau deshalb NICHT für Zugangsbeschränkungen aussprechen. Das Problem – zu viele Interessenten für zu wenige Plätze – wird dadurch schlicht und einfach nicht gelöst.

      Zumindest nicht im Sinne der (zukünftigen) Studierenden.

      Es kann doch niemand ernsthaft glauben, dass auch nur ein Cent mehr als unbedingt notwendig ins Bildungswesen investiert wird, wenn erst mal die Zugangsbeschränkungen da sind.

      Das Gegenteil wird der Fall sein: Wenn man Budgeteinsparungen im Bildungswesen ganz einfach über Zugangsbeschränkungen durchsetzen kann, wird man die Zugangszahlen ganz einfach nach unten korrigieren, falls mal wieder eine marode Bank saniert werden muss.

      Der einzig sinnvolle Weg, die Unis nachhaltig aus der Misere herauszuführen, ist m.E. konsequent für längst überfällige Budgetaufstockungen Lobbying zu betreiben.

      MfG

  • Sehr geehrter Herr Rektor Badelt,
    Liebe KollegInnen,

    Ich möchte Sie vor allem auf eine Sache hinweisen die Sie, wie es scheint, nicht bedenken. Es geht hier um eine Grundsatzfrage. Denn sobald einmal Studienzugangsbeschränkungen eingeführt worden sind, hat man sich kategorisch gegen eine Ausfinanzierung der Universitäten entschieden.

    Ich möchte Ihnen das erläutern. Bekämpft man die Kapazitätsengpässe auf der Universität damit die Studierendenzahlen durch Platzbeschränkungen zu verringern, dann führt das logischerweise dazu, dass es weniger AbsolventInnen gibt,was für die Wirtschaft von Nachteil, und für die StudienanfängerInnen desaströs.Das ist natürlich abzulehnen, doch es ist noch das geringere Problem.

    Der Grund warum jede Form von Beschränkungen abzulehnen sind liegt auf der Hand:
    Werden einmal Beschränkungen eingeführt, dann ist die Politik nicht mehr gefordert Geld in die Hochschulen zu investieren. Es wird nicht nur keine Ausfinanzierung geben, nicht jetzt und nicht in Zukunft; nein, das Hochschulbudget wird stagnieren, womöglich sogar noch weiter gekürzt werden. Denn dann gibt es einen Präzedenzfall, dass wenn die Universitäten drastisch kaputt gespart worden sind, sie einfach die Studierendenzahlen zu verringern haben. Das heißt man sorgt dafür, dass wenn es nicht genügend Mittel an den Unis gibt, die Zugangsbeschränkungen verschärft werden anstatt, dass die Regierung die Hochschulen ausfinanziert wie sie dies tun müsste.

    Deshalb sehr geehrter Herr Rektor Badelt:

    Bekennen Sie sich einmal zu Zugangsbeschränkungen,

    1. tun Sie dies für immer.

    2. stellen Sie sich gegen die Ausfinanzierung der Universitäten,

    3. öffnen Sie die Tür und Tor zu weiteren Budgetkürzungen im Bildungssektor,

    4. handeln Sie gegen das Interesse der Wirtschaft,

    5. handeln Sie gegen das Interesse jeder Studentin und jedes Studenten der jetzigen und jeder folgenden Generation!

    Ich appelliere daher an Sie, Druck auf die Regierung auszuüben ausreichend Gelder zur Verfügung zu stellen und nicht gegen das Interesse der Studierenden, der Wirtschaft, der Universität und auch gegen ihr eigens Interesse, zu agieren in dem Sie für Zugangsbeschränkungen plädieren.

    Hochachtungsvoll,

    Florentin Glötzl

    • Tut mir leid, aber die Meinung teile ich nicht, die Argumentation hinkt – und zwar gewaltig, denn dann könnte ich doch jetzt schon genau so gut behaupten, man hat sich gegen die Ausfinanzierung entschieden, denn es gibt derzeit keine.

      Ob jetzt der Schrei nach mehr Geld für die Ausfinanzierung um adäquate Studienbedingungen zu schaffen kommt, oder mehr Geld um mehr Studienplätze zu schaffen, ist doch wie man so schön umgangssprachlich sagt „ghupft wie gsprungen“…

      Der nette Herr Rektor steht vor einem Problem, dessen Lösung er leider kaum beinflussen kann, denn die Finanzierung der Universitäten wird leider von unseren lieben Politikern zu Gunsten von Pensionisten, Arbeitsverweigeren, Parteifreunden etc. verweigert – und das ist die eigentlich Frechheit. Nicht dass Herr Badelt versucht aus einer miserablen Situationen das beste zu machen.

      Ein Vergleich der passend wäre, wäre z.B. ein Automobilproduzent, der täglich 1000 Autos produzieren soll, aber nur Teile für 100 Autos hat, eine Zeit lang wird er sich über die Runden retten können, und eben immer schlechtere Autos produzieren, nur irgendwann wird er sich dann fragen müssen, ist es wirklich besser 1000 Autos „rauszuschleudern“, denen aber die Substanz fehlt, oder sich lieber auf 150 zu konzentrieren, die dann eben eine Qualität haben … der Idealfall wäre natürlich genügend Teile für 1000 Autos zu bekommen, ist dem aber nicht so, was soll der Produzent dann machen?

      In diesem Sinne – es gehört nicht bei den Universitäten angeklopft, sondern bei unseren lieben Parteien, die sich und Ihren Parteifreunden Milliarden zuschantzen, der Meinung sind dass Beamte und ÖBB Pensionisten das 10 Fache an Pensionszuschüssen aus Steuergeldern zusteht, etc. – denn die jenigen die wirklich die Armen sind, sind die Jungen, die darunter leiden, dass unsere lieben Parteien nur auf sich selbst und ihre fetten Bäuche schauen… leider weiß ich nur selbst nicht wenn ich wählen soll, da es leider keinen Lichtblick in unserer politischen Landschaft gibt. Ich würde mir ja wünschen, dass einer wie der Herr Badelt in die Politik gehen würde, denn diese ganzen Witzfiguren, die derzeit Platzhirsch spielen, würde er wohl alle zusammen ohne zu schwitzen in die Tasche stecken…

      • Lieber Kollege,

        Da stimme ich ja teilweise mit dir überein. Teilweise! Nämlich, dass das Geld an den falschen Stellen investiert bzw. nicht besteurt wird. Ich werde darauf nicht genauer eingehen, das würde mich zu weit wegtragen.

        Was du nicht zu verstehen scheinst, ist erstens, dass eine Universität kein privater Betrieb ist und auch niemals zu einem werden darf, und zweitens, dass man sich mit dem Einführen von Beschränkungen, jedes Druckmittel gegen die Politik nimmt. Mit welchen Argument willst du denn zur Politik gehen wenn sie einmal eingeführt sind? Sobald das passiert ist sehen die Unis kein Geld mehr. Wenn nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen dann werden die Unis von der Politik aufgefordert mehr zu beschränken. Das ist letzlich für alle schlecht.

        Ich bin überzeugt, dass für kurze Zeit für eine kleine Elite die Bedingungen besser werden, aber denke doch bitte nach:

        Menschen sind keine Autos!

        Daher kannst du auch nicht dieselbe Argumentationslinie auf sie anwenden. Ich will nicht, dass nur eine kleine Elite gut ausgebildet wird. Davon hat weder Wirtschaft, noch Gesellschaft, noch Staat und schon gar nicht die Studierenden was.

        Denk darüber nach und fall nicht auf die Argumentation des Rektorats und der Wissenschaftsministerin rein.

        • Huh?

          Denken wir mal 5 Sekunden nach.

          Gibt es keine qualitativen Zugangsbeschränkungen, kann wohl jedes Kind eines Politikers problemlos so lang es möchte studieren (ich unterstelle mal, dass es denen kaum an Geld fehlt). Haben wir jedoch faire – sinnvolle – und qualitativ hochwertigere Zugangsbeschränkungen als diese jetzt ohnehin schon existieren, werden wohl auch einige Politikerkinder keine Plätze mehr auf den von ihnen gewünschten Universitäten finden. Ich denke das macht zumindest mehr Druck, als das jetzige herumgeraunze.

          Dass du von weiteren Steuern sprichst, in einem Österreich in dem es ohnehin eine Steuerbelastung jenseits der 60% gibt (rechne mal 20% mwst, +22% mindesteinkommenssteuersatz, +mineralölsteuer, +kfz steuer, hunde steuer, grundsteuer, kest, etc.) finde auch lustig.

          Der Staat hat mehr als genug Geld, und dass in Vereine wie die ÖBB, jährlich jenseits der 6 Milliarden!! Euro investiert werden, mit der Begründung die Bahn braucht man eben, aber die Universitäten und Bildung etwa nicht? zeigt doch ohnehin worauf die Parteien hinaus wollen. Wählerstimmen und sonst nichts. Und das um JEDEN Preis.

          Offensichtlich stellst du dich aber lieber in die Linke Ecke, und plädierst brav alles herunter, was von dort kommt, denn sonst würdest du nicht ohne Argument gegen Zugangsbeschränkungen reden (meinst du nicht, dass es einen weitaus größeren Aufschrei geben würde, wenn auf einmal WIRKLICH willige Studenten keinen Studienplatz mehr bekämen als jetzt, wo sie vielleicht 1-2 Semester mehr brauchen, eine minderwertige Ausbildung bekommen, aber ihren Titel, der wohl nicht mehr das ist was er mal war bekommen… ?)

          • Ach bitte, setz dich doch mal mit der Thematik auseinander und hänge weniger an Karls Lippen.

            Du findest du weiter unten eine rein wirtschaftliche argumentation meinerseits warum Zugangsbeschränkungen abzulehnen sind. Diese ist schlicht eine Tatsache.
            Dass es weniger AbsolventInnen gibt wenn weniger Studierende zugelassen werden ist ja wohl nachvollziehbar. Österreich ist bei der Anahl der AbsolventInnen ganz hinten in der EU und bitte komm mir jetzt nicht mit dem Argument dass vieles was bei uns Htl ist, in anderen Ländern Studium ist. Das macht den Unterschied bei Weitem nicht wett.

            Haha. Die „WIRKLICH“ willigen Studierenden. Lustig. Damit meinst du wohl jene Kinder die nicht arbeiten müssen um ihr Studium zu finanzieren und dementsprechend mehr Zeit für die Uni aufwenden können. Mit Wille hat das wenig zu tun. UNWILLIG nennst du also jene, die arbeiten um ihren Lebenserhalt zu finanzieren (45% aller Studierenden) und dann noch zusätzlich Studiengebühren bezahlen müssen, die sie finanziell belasten, weil sie auf Grund der Arbeit nicht Vollzeit studieren können und über das Toleranzsemester kommen. Daraufhin ist wieder mehr Arbeit notwendig um die zusätzlichen Gebühren bezahlen zu können und weniger Zeit fürs Studium da. Ein Teufelskreis wie du siehst.

            Aber du argumentierst ja noch weiter, auf eine Art und Weise, dass man die menschliche Kälte sogar durch den PC spürt. Du suggeriest ja, dass man ganz gezielt Leute am Studieren hindern soll, damit es einen Aufschrei gibt. Du willst also einige „opfern“.
            Das ist nicht nur unmenschlich sondern auch nicht sinnvoll!

            Außerdem ist jede Art von Beschränkung sozial selektiv, weil unser Bildungswesen von Kind auf sozial selektiert und auch qualitative Zugangsbeschränkungen tendenziell eher diejenigen treffen die nicht das Glück hatten, dass ihre Eltern sie auf eine gute Schule geschickt haben bzw. schicken konnten, sowie jene die sich auch nicht monatelang auf qualitative Eingangstests vorbereiten können weil sie eben arbeiten müssen. Und IQ Tests können ja wohl kaum als Qualitätsmaßstab dienen.
            Das sich AkademikerInnentum gesellschaftlich in den gleichen Kreisen reproduziert ist ja kein Geheimnis. Das darf nicht durch Beschränkungen zusätzlich unterstüzt werden.

            Zu den Steuern will ich gar nicht viel sagen. Ist hier auch nicht der richtige Rahmen. Grundsätzlich muss aber festgestellt werden, dass das österreichische Steuer-und Abgabenwesen teilweise sogar regressiv ist, (siehe Sozialabgabe) und das Österreich in der OECD das Land ist, in dem vermögensbezogene Steuern bei weitem am niedrigsten sind nämlich nur ca. 1,6 Prozent des BIPs ausmachen. Wir sind eine Steueroase für sehr Vermögende! Speziell herausgreifen aus deinen angeführten Steuern möchte ich mir die Grundsteuer. Die Einheitswerte von Immobilien sind seit Jahrzenten nicht angepasst worden und betragen nur ca. ein Achtel des eigentlichen Werts. Dementsprechend zu klein ist auch das Steueraufkommen. Außerdem besitzt die Hälfte der Bevölkerung netto gar nichts bzw. ist verschuldet. Was glaubst du wieviele Eigentumswohnungen, Häuser und Ländereien die haben? Ich würde meinen nicht sehr viele.
            Außerdem sind zB. Gruppenbesteuerung für Banken zu hinterfragen. Mit dem Geld das Raiffaisen Landesbanken jährlich dadurch nicht an Steuern zahlen müssen bzw sogar noch zusätzlich vom Staat zugeschossen bekommen, könnte man die Hochschulen locker ausfinanzieren.
            Darüber hinaus tust du ja so als wären Steuern etwas Schlechtes. Dabei sind Steuern abgesehn davon, dass sie auch automatische Stabilisatoren der Wirtschaft sind, ja etwas Positives. Ohne Steuern gäbe es keine öffentlichen Universitäten, Krankenhäuser, Verkehrsmittel, Transferleistungen, Schulen, Kindergärten, etc.
            Dass die Steuerlast nicht richtig verteilt ist und zu sehr bei den Arbeitseinkommen und zu wenig bei den Vermögen liegt, das sehe ich auch so.

  • Sorry, liebe Studenten(kollegen), Zugangsbeschränkungen müssen sein, wir können uns das einfach nicht leisten, versteht dass doch endlich einmal. Der Staat hat zu sparen, überall, leider auch bei den Studenten. Wer studieren will, soll auch etwas dafür leisten, es funktioniert auch in anderen Ländern auf diese Weise und deren Akademiker und Leistungsquote steht weit über unserer.

    • Liebe Kollegin/ Lieber Kollege,

      Ich gehe einmal davon aus, dass du an der WU studierst und nehme weiters an, dass du die Kurse VWL I und/oder VWL II schon absolviert hast oder prinzipiell ein wenig wirtschftliches Verständnis aufweist. Ist dem nicht so dann wirst du spätestens nachdem du sie absolviert hast wissen wovon ich jetzt gleich spreche.

      Staatsausgaben also Investitionen sind nicht einfach verlorenes Geld. Durch vermehrte Investitionen wie zum Beispiel in Bildung steigt das BIP. Damit steigen auch die Steuereinnahmen. Dadurch hat der Staat also weniger Geld „verloren“ als ursprünglich ausgegeben.
      Gehen wir einen Schritt weiter. Was passiert wenn mehr Geld für Bildung zur Verfügung steht? Ihre Qualität steigt. Die AbsolventInnen sind besser ausgebildet und haben noch dazu auf Grund von weniger platztechnischer Hürden größere Chancen ihr Studium in kurzer Zeit zu meistern. Was heißt das nun?
      Die AbsolventInnen sind besser qualifiziert und werden daher weniger Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt haben. Der Staat muss aggregiert (über die gesamte Lebenszeit der AbsolventInnen) dadurch weniger Transferleistungen wie Arbeitslosengeld etc. bezahlen.
      Die AbsolventInnen bringen aber ihr gestiegene Qualifikation auch in die Wirtschaft ein. Das bringt mehr Innovation und ist gut für die Wirtschaft, die folglich wächst und wiederum mehr Geld in die Staatskasse spült.
      Außerdem tragen gut ausgebildete MitarbeiterInnen dazu bei, dass Unternehmen im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben, was wiederum gut für die heimischen Unternehmen, die heimische Wirtschaft und die Staatskasse ist.

      Nur eines können wir uns daher nicht leisten:

      Nämlich dass wir dort sparen wo es wirklich weh tut, nämlich bei unserer Zukunft und diese wir dadurch bestimmt wieviel man in ihre Generation investiert hat.
      Wir haben genug Geld, es fehlt einzig der Wille es sinnvoll zu investieren!

  • wenn man jetzt einmal absieht von den externen Einflüssen (Politik etc.) die die WU von sich aus nicht im Stande ist zu beheben, so gibt es doch Möglichkeiten die nichts kosten, deren Effekte aber relativ gesehen auch sehr gut wären.

    z.B. könnte man die Mindeststudiendauer für Bachelor Studien an der WU von 6 Semester auf 8 oder 10 erhöhen und hätte damit automatisch mehr Absolventen in Mindestzeit (was einerseits gut für das Ansehen der Absolventen ist, als auch gut für das Ansehen der WU).

    Diese Maßnahme würde NICHTS kosten, aber viel bringen.

    • So einfach ist das leider nicht.

      Grundsätzlich kann ein Bachelorstudium lt. UG nur maximal 240 ECTS und damit bei 30 ECTS/Semester maximal 8 Semester lange dauern.

      Weiter ist das nur in Ausnahmefällen („(…) Erlangung der Beschäftigungsfähigkeit zwingend erforderlich ist“) möglich.

      Mit einer Verlängerung auf 8 Semester würde daher auch eine Neubewertung/Anpassung der Lehrveranstaltungen bezüglich ECTS notwendig werden, was auch wieder Aufwand darstellt. Im Zuge einer umfassenden Reform der beiden Bachelorstudiengänge (mehr Wahlfächer usw..) wäre so etwas natürlich wünschenswert aber aufgrund der finanziellen Situation wohl alles andere als wahrscheinlich.

      Die 6-semestrigen Bachelorstudien an der WU sind zu unserem Vorteil zum Glück schon in 2 Abschnitte eingeteilt (das ist bei Bachelorstudien die absolute Ausnahme), sodass man als Studierenden wenigstens zwei und nicht nur ein Toleranzsemester hat.

      • Außer dass diese Sequenzierung – sofern sie denn de jure eine solche ist – von der Studienbeihilfebehörde nicht anerkannt wird und ergo nix bringt …

        • „Außer dass diese Sequenzierung – sofern sie denn de jure eine solche ist –“

          Wenn du in deinen amtlichen Studienplan (zumindest ab 2006) schaust, ist dort die Abschnittsgliederung ersichtlich.

          “ von der Studienbeihilfebehörde nicht anerkannt wird und ergo nix bringt “

          Aja, deshalb wird auf stipendium.at bezüglich der Toleranzsemester auch 2+1 (1. Abschnitt) bzw. 4+1 (2. Abschnitt) angezeigt, verstehe…

  • @Florian, da ich oben nicht mehr antworten kann (offensichtlich maximale threadtiefe erreicht) schreib ich dir mal hier:

    1. ich bin sicher kein fan von frau karl oder auch nur einem einzigem derzeit mir bekannten österreichischen politiker. ich denke eher, dass alle die man derzeit als normalsterblicher zu sehen bekommt entweder nur marionetten sind, oder – was vermutlich wahrscheinlicher ist – dass die platzhirschen schon schauen, dass niemand nach oben kommt, der auch nur annähernd charisma oder intelligenz hätte, denn der/die könnte ja aufräumen, und die für die platzhirschen himmlischen bedingungen stören …

    2. du plädierst dafür, dass keine zugangsbeschränkugnen kommen, weil du meinst dann wäre der biss raus, gestehst andererseits aber doch ein, dass gerade dadurch eher konfliktpotential entstehen würde, und sich wohl eher etwas tun würde?

    3. du meinst es ist also besser weiterhin die qualität wahnsinnig unter den massen, die eben nicht mehr sinnvoll bewältigbar sind (und es prinzipiell nicht mal vor 7 jahren waren, als ich damals mein studium an der wu begonnen habe) leiden zu lassen, anstelle zu zeigen – so viel und mehr können wir nicht, wenn wir mehr machen sollen, gebt uns auch die ressourcen! (das ist nämlich prinzipiell einem streik gleich zu setzen, und genau deshalb bin ich auch stark dafür, dass diese maßnahmen gesetzt werden). dieses gießkannenprinzip dass alle gleich sind, spielt sich eben nicht. oder warum bekommen nur arbeitslose arbeitslosengeld? ist es fair dass die einen fürs nichts tun geld bekommen egal ob sie arbeiten wollen oder nicht, während andere durch den rost fallen? findest dus nicht hirnrissig, dass wir ein system haben, in dem leute vor der wahl stehen 40 stunden die woche zu arbeiten, dafür 1000€ netto zu kassieren, oder schwarz 20 stunden die woche zu arbeiten, 800€ arbeitslose + minimum 800€ durch die schwarzarbeit zu verdienen und somit quasi wie akademiker dastehen?

    und sozial selektiv … das ist das jetzige system genau so, und sogar noch mehr als es mit zugangsbeschränkungen wäre. denn die jenigen die genügend geld haben, leiden kaum unter studienverzögerungen – wie du ja selbst schreibst. versteh mich nicht falsch – prinzipiell bin ich auch für einen freien hochschulzugang (bildung gibts ohnehin gratis für jeden der einen computer bedienen kann) – aber die derzeitige situation ist und bleibt eben auf dauer nicht mehr tragbar, und da muss eben gekämpft werden, auch wenn die mittel hierfür nicht gerade populär sind, und von leuten wie dir, die einfach stur das unmögliche fordern, weil das ist ja immer besser anstatt einzusehen, dass milch und honig eben nicht die donau entlang fließen …

    übrigens ich hab meine 2 Studien an der wu auch problemlos ohne großen aufwand abschließen können und das obwohl ich die ganze zeit nebenbei gearbeitet habe… und mir hats wirklich an nichts gefehlt…

    aber gut – als ersten schritt würde ich ja massiv die wiedereinführung der studiengebühren – und zwar zumindest in der höhe, wie dem in deutschland der fall ist – durchsetzen. 29% aller österreichischen studenten haben ohnehin zuletzt studienbeihilfe bezogen und somit keine studiengebühren gezahlt, und dass so viele unter der armutsgrenze leben glaube ich nicht. ich zumindest habe keinen studenten kennengelernt, der nicht mehr als genug geld für alkohol und zigaretten hatte, und wer meint das ist wichtiger als seine bildung, der ist wohl ohnehin am falschen platz … aber lustigerweise sinds gerade die, die dann immer meinen, ihnen sollte alles bezahlt werden … aber was gratis ist, ist eben oft umsonst.

    • deine diktion ist rein neoliberal.
      „was nichts kostet ist nichts wert“.danke dafür.
      dann müsstest du auch für schulgebühren sein. warum willst du die nicht einfach ab der 10. schulstufe einführen? da gibt es keine schulpflicht mehr also nehmen alle vom staat eine leistung in anspruch die noch hingehn.
      warum ziehst du die grenze bei den unis?

      und studiengebühren?
      was genau ändern die an den kapazitätsengpässen. schau dir die statistiken an. die haben real kaum geld für die unis eingebracht, allein schon wegen dem zusätzlichen verwaltungsaufwand. zusätzlich belasten sie alle studis enorm und sind um so zu sprechen wie du es tun würdest: „leistungsfeindlich“.

      zu den arbeitslosen:
      glaubst du die sind freiwillig arbeitslos? beschäftig dich doch mal mit der materie. das ist eine hand voll, nicht mehr. weißt du was es in der gesellschaft heißt arbeitslos zu sein und wie stigmatisiert man da wird? alles studien zeigen dass arbeitslose arbeiten wollen und nicht die möglichkeit haben!

      und was hat eine beschränkung mit streik zu tun?
      ich verwende jetzt auch einen privatwirtschaftlichen vergleich wie du:
      das heißt wenn ein betrieb seine angestellten entlässt weil er kein geld hat sie zu bezahlen, dann nennst du das streik? sehr komisch. im fall der unis werden halt nicht noch mehr profs entlassen, sondern studis…mit streik hat das wenig zu tun.

      und zu diesem satz den du gesagt hast…bei dem wird mir übel:
      „dass die platzhirschen schon schauen, dass niemand nach oben kommt, der auch nur annähernd charisma oder intelligenz hätte, denn der/die könnte ja aufräumen, und die für die platzhirschen himmlischen bedingungen stören …“

      wenn du vom großen „aufräumer“ sprichst, dann bekomm ich eher angst…

      • @georg:

        ich habe in meinem studium mehr als genug studenten gesehen, die ihr studium nicht all zu ernst genommen haben. ich war einer davon, und konnte mit minimalem aufwand meine beiden studien problemlos abschliessen. andere schaffen das nicht. entweder bin ich also intelligent wie albert einstein, oder es studieren einfach viele, die es gar nicht so wirklich interessiert, das studium nicht wirklich ernst nehmen etc. – und wenn ich ehrlich bin, gehe ich eher von letzterem aus. ist es also sinnvoll, eine masse an leuten zu bilden (ausbildung kann man es ja kaum nennen), die das eigentlich gar nicht so recht möchte? ich denke nicht, denn inwiefern das effizient sein soll weiß ich nicht. aber irgendwie argumentiere ich hier schon für zugangsbeschränkungen – gegen die ich ja eigentlich grundsätzlich bin, weil wir einen wohlstand haben, in dem sie eigentlich mehr als unnötig sind. das problem ist die situation: wir haben effektiv ja schon zugangsbeschränkungen! (siehe ersten abschnitt) nur ist die art dieser eben nicht sinnvoll – weil sie unfair ist, zu viel geld und zeit kostet und weitaus effizienter gestaltet werden könnte. bei den fachhochschulen gibt es ja auch keinen aufschrei, weil dort einstiegstests gefordert werden… und was dabei raus kommt sieht man ja – eine um potenzen geringere „durchfallsquote“ als auf den unis. wie gesagt, ich bin grundsätzlich dennoch gegen zugangsbeschränkungen, nur muss man eben für eine ordentliche finanzierung sorgen – und was ich denke hier versucht wird ist aufzuzeigen: mit den jetzigen mitteln können wir eben nur xxx studenten adäquat ausbilden, und da die regierung das eben offensichtlich nicht glaubt, und munter die bildungspolitik weiter ignoriert müssen eben schritte gesetzt werden … auch wenn diese nur das mittel zum zweck sind.

        mein kommentar mit gratis = umsonst bezog sich auf viele studenten, die meistens semesterlang vor sich hin bummeln, weils „ja eh nix kostet“. gebühren sind auch ein leistungsanreiz, der vielen vielleicht nicht schaden würde? ich denke nicht dass 1000€ studiengebühren pro jahr jemanden vom studieren abhalten würden. vor allem wenn man bedenkt dass ohnehin 29% aller studenten davon befreit wären.

        und natürlich, alle arbeitslosen sind unfreiwillig arbeitslos und würden so gerne arbeiten. es überlegt sich nicht JEDER angestellte, nachdem er arbeitslos wird ob er nicht vielleicht mal 6 monate bei 80% der bezüge nichts tun sollte, und das leben genießen… und es gibt ja soooo wenige schwarzarbeiter, die nebenbei arbeitslose kassieren… du solltest etwas weniger rauchen denke ich?

        dein beispiel ist auch nicht gerade gescheid? was soll denn ein betrieb machen, wenn er für seine „produkte“ zu wenig geld bekommt um die mitarbeiter zu zahlen? allen nur mehr bruchteile geben und zuschauen wie sie verhungern, oder eben einige entlassen, hoffen dass diese anderwertig unterkommen und sich ordentlich um die verbleibenden kümmern?

        und bezüglich der große aufräumer… eh klar, wenn einem nix mehr einfällt zieht man bezüge zu den nazis 😉 aber bitte, ich meinte jemanden der mal in der politischen landschaft ein wenig aufräumt, denn jahrelanges verhandeln um die bildungsmilliarde, aber jährlich milliardenzuschüsse an öbb, sofortiges rettungspaket für die aua, 100 milliarden für spekulantenbanken etc. bedarfen gerade mal einer sondersitzung … wer da noch meint es geht mit rechten dingen zu, weiß wohl auch nicht mehr weiter … 😉

  • lieber rektor badelt,
    liebe kollegInnen,

    es freut mich, dass das Forum genutzt wird um probleme zu diskutieren, die die regierung(en) schon seit langem verabsäumt haben nur in kleinster weise anzugehen. im gegenteil nach 10 jahren övp wissenschaftsministerInnen stehen wir da wo wir nun sind: kaputt gesparte unis, viel zu wenig ressourcen und uns wird ständig vermittelt, dass überfüllte hörsäle ein indiz für ZU VIELE STUDIERENDE ist!?
    schauen wir uns die OECD Studie an, kann dieses Gefühl aber nur eine bloße Täuschung sein! wir hinken sowohl bei den studienanfängerInnen hinterher, als auch bei der Zahl der AbsolventInnen.
    Aber wie sollen und können uns dann Aufnahmeprüfungen und beschränkte Plätze helfen??? WIR HABEN ZU WENIGE STUDIERENDE! das sollte endlich in die köpfe der menschen. und das hat nicht nur wirtschaftliche konsequenzen sondern auch gesellschaftspolitische- und vor allem verteilungspolitische! denn wer kann sich’s denn leisten zu studieren? wer kann sich’s leisten teure vorbereitungskurse für aufnahmeprüfungen zu machen (siehe EMS Test!!??) welche kinder werden eher gefördert und haben eine bessere chance an die uni zu gehen?
    studien beweisen, dass gerade studiengebühren und aufnahmeprüfungen diese selektionsmechanismen fördern!

    ja sicher, es mag einfacher sein die aktuellen Studienbedingungen zu verbessern indem wir die schranken dicht machen. aber ich warne jene die glauben, dass eine plötzliche Einführung von Aufnahmeprüfungen geradezu paradiesische Zustände an den unis auslösen wird! die mittel sind dennoch zu knapp! es braucht dennoch mehr budget! es ist auch einfach dies zu fordern, wenn man ohnehin schon einen studienplatz hat.
    aber wenn wir uns so einer politik hingeben, dann ist uns völlig wurscht ob so ein system gerecht ist! und es ist uns dann auch wurscht wer’s auf die uni schafft oder nicht. dann lasst uns gemeinsam fordern: REICHE ELTERN FÜR ALLE.

    an Leute die das wollen:

    a)reiche eltern für alle spielt’s nicht!
    b) wollt ihr teil ein solch elitären gesellschaft sein?
    c) wenn ihr schon an der wu seid: viel spaß bei den aufnahmeprüfungen für das masterstudium. und vor allem gleich mal VIEL GLÜCK.

    ich sag ich nehme lieber d) und bin solidarisch mit jenen, die noch nicht an der wu sind- aber sie sollen an der wu studieren können, egal ob sie reiche eltern haben, oder auf studienbeihilfe angewiesen sind.
    es stimmt, viele stellen sich das wirtschaftsstudium anders vor, und auch einige werden im laufe des studiums erkennen, dass sie andere interessen haben- aber dann sollen sie dies nicht auf grund von stupiden mc prüfungen erkennen. und für das Problem gibt es eine tolle und einfache LÖSUNG: bessere Information schon vor dem Studium (in der schule) oder von mir aus auch in Form einer WIRKLICHEN Studieneingangsphase, die eine ORIENTIERUNGSPHASE ist.

    ich möchte außerdem an die sachlichkeit und fairness in diesem Forum plädieren. lieber Kollege, poltisch denkende Menschen als komplexbeladen zu „beschimpfen“ erfüllt diese kriterien wohl nicht.
    du kannst natürlich gerne eine andere meinung haben, du wirst aber wohl nicht umgehen können dabei „politisch“ zu werden und zu denken. und ja simmt, Politik passiert unter anderem im parlament- und genau dort werden die gesetze beschlossen, die auch dich betreffen- und vor allem auch die Universitäten betreffen. Das Uni Budget, das Universitätsgesetz, das Studienförderungsgesetz oder das österreichische Hochschulrecht wird dort beschlossen. und betrifft dann dich und mich als Studierende oder den Rektor Badelt.
    Wenn wir was verändern wollen dann müssen wir auch über Politik reden. alles andere wäre völlig absurd- und um dein wording plump zu übernehmen: komplexbeladen.

    und zur antwort von rektor badelt: das stimmt wohl, dass nicht alleine die Rektoren und Rektorinnen für die derzeitige Lage verantwortlich sind. aber Leistungsvereinbarungen werden sowohl zwischen Rektorat und MinisterIn verhandelt.
    und es ist auch ihre verantwortung druck gegenüber dem Ministerium aufzubauen um mehr Budget auszuverhandeln. Also finde ich schon, dass es ihre Aufgabe ist hinter den Studierenden zu stehen- und zwar ALLEN (und nicht nur manche zu unterstützen, die in Förderungsprogrammen wie Center of Excellence sind). Nicht nur um uns die bestmöglichen Studienbedingungen zu ermöglichen, sondern ALLEN das Studium zu ermöglichen, die beschließen an der WU zu studieren.

  • Sehr geehrter Herr Rektor Badelt!

    Grundsätzlich nehmen wir mit Freude zur Kenntnis, dass Sie auf unsere Richtigstellung reagiert haben. Ihre Antwort lässt jedoch wichtige Punkte unkommentiert.
    Wir haben von Ihnen erwartet, dass Sie sich für Ihre Behauptung entschuldigen, Studierende bei denen es zu Studienverzögerungen kommt, würden ihr Studium nicht ernsthaft betreiben. Aufgrund der schon angesprochenen Problematik ist es natürlich auch für Vollzeitstudierende nicht gerade ein Spaziergang, das Studium erfolgreich zu absolvieren. Umso schwerer haben es deshalb Studierende, die zusätzlich zu Ihrem Studium arbeiten müssen um sich ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. Diese Leistung soll deshalb auch gebührend gewürdigt werden.

    Verstehen Sie uns nicht falsch. Inhaltliche Ansprüche müssen sein und werden auch von Seiten der Studierenden und von uns eingefordert. Intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit wirtschaftlich-relevanten Themen kommen an der WU aber viel zu kurz. Wir hoffen, dass das provozierte auswendig Lernen für Multiple-Choice Tests auch für Sie kein befriedigender Zustand ist und dass Sie Wege suchen um den wissenschaftlichen Anspruch einer Universität wieder zu erlangen.

    Es ist uns natürlich bewusst, dass der Ruf einer Universität für Studierende bei der Arbeitsplatzsuche von Vorteil sein kann. Doch bei der Finanzierung solcher Rankings geht viel Geld verloren, welches besser in weitere Studienplätze investiert werden sollte. Ausreichend Studienplätze sollten doch Ihr vorrangiges Ziel sein. Die Vorzüge einer Universität mit gutem Ruf dürfen nicht einer kleinen Gruppe von Auserwählten alleine zur Verfügung stehen.

    Außerdem rechtfertigen Sie unsere Kritik an den Studienbedingungen wiederum mit den geringen Kapazitäten. Ihr Protest richtet sich aber nicht unbedingt gegen die grundsätzliche Unterfinanzierung der Universitäten, sondern gegen den Andrang der Studierenden. „Die Grundproblematik, dass Österreichs Universitäten, auch aufgrund des Andrangs an Studierenden, unterfinanziert sind, wird dadurch aber nicht gelöst.“
    Lassen Sie uns bitte eines klarstellen: Österreichs Universitäten sind unterfinanziert weil sie seit Jahren finanziell ausgehungert werden. Österreichs Universitäten sind nicht unterfinanziert, weil es viele Menschen gibt, die studieren wollen.

    Wir sind uns natürlich bewusst, dass eine gewaltige Finanzspritze seitens der Regierung notwendig ist, um gegen die katastrophale Unterfinanzierung zu steuern.

    Unsere Ankündigung Sie bei der Forderung der Ausfinanzierung der Universitäten zu unterstützen, war keine leere Floskel. Wir rufen Sie – und natürlich alle Studierende der WU – dazu auf, mit uns bei der Vollversammlung der WU am 19. Oktober Strategien zu entwickeln, wie wir die Budgetausweitung für Hochschulen auf 2% des BIPs bei der Regierung erfolgreich erreichen können.

    Bei dieser Debatte muss Ihnen aber klar sein, dass ein Entschluss in Richtung Zugangsbeschränkungen keinen Platz hat. Sie würden sich dadurch jegliche Argumentationsgrundlage bei der Forderung nach Ausfinanzierung der Universitäten gegenüber der Regierung berauben. Diese würde, bei einer Senkung der Studierendenzahl keinen Grund mehr sehen, der WU mehr Geld zukommen zu lassen. Somit würden Sie ein wichtiges Druckmittel verlieren. Darüber hinaus ist Österreich eines der Schlusslichter was die AkademikerInnenquote betrifft. Nachdem Sie Volkswirtschaft studiert haben muss Ihnen ebenfalls klar sein dass es gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten viele neue HochschulabsolventInnen braucht. Die Erhöhung der AbsolventInnenquote wird aber durch Zugangsbeschränkungen sicher nicht erreicht.
    Wir fordern Sie also dazu auf, mit dem Vsstö, einer linken Interessenvertretung bei der Debatte um die Finanzierung der österreichischen Hochschullandschaft zusammen zu arbeiten.

    Was eine linke ÖH bewirken kann, hat ja zuletzt die erfolgreiche Klage beim OGH gezeigt hat. (Studierende können nun die Universitäten auf Schadensersatz klagen, sollte es zu einer Verzögerung des Studiums aufgrund mangelnder Plätze kommen.)

    Hochachtungsvoll
    VSStÖ

    • 1.) Es wäre nett konkrete Beispiele für Studienverzögerungen zu nennen – wo treten diese auf der WU denn wirklich auf? Ich habe 2 Studien an der WU problemlos abschließen können, ohne auch nur einmal nicht in mein Wunsch Seminar zu kommen. Das einzige wo wirklich angesetzt werden sollte, sind sinnlose Sequenzierungen, denn die haben wohl wenig Nutzen.

      Auch mit dem Beispiel der ach so tollen Klage der linken ÖH (wo der Student wohl auch selbst schuld war, weil er durch eine Prüfung durchgefallen ist) disqualifiziert man sich eher, bzw. suggeriert dass man wohl etwas zu viel vom kindlichen Rebellismus in sich hat.

      Ich würde außerdem gerne sinnvolle, konkrete Vorschläge lesen – anstatt der permanenten Forderung nach dem Schlaraffenland, aber danach suche ich in euren Meldungen wohl vergeblich.

      Recht gebe ich in den Punkten, wo mehr Absolventen gefordert werden – Bildung, Forschung und Entwicklung werden zu lasten aller und zu gunsten weniger tod gespart, damit sich die Parteien krampfhaft eine Fülle an Wählerstimmen anhamstern können, und das ist und bleibt einfach eine Wahnsinnige Frechheit, vor allem uns jungen gegenüber.

      Wenn ihr aber ein wenig Nachdenken würdet, anstatt eure Protestlieder stur runter zu singen, würdet ihr wohl zum Schluss kommen, dass Herr Badelt kaum in Verhandlungen mit der Ministerin sich mit weniger Geld zufrieden geben wird, aber was soll er machen? Es wäre wohl in seinem Interesse den größtmöglichen Anteil des BIPs für sich und seine Universität zu sichern, wieso also denkt ihr er würde nicht alles tun, um eine möglichst großzügige Finanzierung zu bekommen? Das ist der gleiche Schwachsinn wie die Universitäten zu klagen, die kaum an der Unterfinanzierung schuld sind. Aber ja, ist ja besser wenn die Universitäten ihr Geld für sinnlose Rechtsverfahren ausgeben müssen, denn das ist das einzige was die ach so tolle linke ÖH mit ihren Verfahren bewirkt, aber hauptsache Rankings sind böse …

      • lieber klaus,

        dann hattest verdammt viel glück.
        im gegensatz zu dir bin ich in 4 gewünschte PIs nicht reingekommen und hab den großen Nuller aufleuchten sehen.
        du scheinst also vom glück verfolgt zu sein und zusätzlich auch noch ein wunderwuzzi. schön für dich.
        nur nebenbei. ich könnt es mir nicht leisten 7 jahre zu studieren so wie du…

        ich verstehe dich nicht. du sagst du bist GEGEN Zugangsbeschränkungen und FÜR Ausfinanzierung. trotzdem argumentierst in allen deinen beiträgen genau andersrum und bezeichnest studierende als faul.
        WIR SIND NICHT FAUL!
        es werden uns nur viele steine in den weg gelegt. finanzielle und administrative, sequenzierungen und knock out. und neben diesen hürden müssen wir unser leben erhalten.
        also hör auf so einen blödsinn zu reden bitte.

        ich freu mich für dich, dass für dich alles rosig ist. das ist aber nicht die allgemeine realität!

        • Inwiefern es mit Glück behaftet sein soll, dass ich mir eben die Zeit genommen habe, mich immer rechtzeitig für Lehrveranstaltungen anzumelden weiß ich zwar nicht, aber bitte.

          Ich habe 2 Studien an der WU abgeschlossen und neben dem Studium stets gearbeitet, und hatte auch nie Geldprobleme, auch ohne Studien- oder Kinderbeihilfe und habe für mich persönlich hauptsächlich die wirklich faulen Studenten am sudern gesehen (man braucht sich ja z.B. auch nur den Studienfortschritt der ÖH Mitarbeiter anschauen), da sieht man dann eh wo die Prioritäten liegen. Nichts gegen die, aber der schnelle Studienabschluss ist wohl nicht in den Köpfen der meisten von ihnen verankert – aber die erfüllen eben ihren Dienst, und es ist toll dass sie sich so für andere einsetzen. Die, die wirklich brav neben dem Studium arbeiten und trotzdem was für die Uni tun hört und sieht man nur nie bei diversen Protesten… warum wohl? Weil sie eben keine Probleme haben sondern sich mit Zeit und Ausdauer lieber dem Studium zu widmen, anstatt andauernd andere anzusudern, dass sie ihnen doch bitte noch mehr als ohnehin schon in den Allerwehrtesten schieben sollen…

          dass du es geschafft hast in 4 PIs nicht reinzukommen, kann ich dir nicht so ganz glauben, außer du wolltest vielleicht unbedingt den/die/das leichtesten professor/in, und weigerst dich andere pis in anspruch zu nehmen, dass ist aber dann nicht das problem der uni, sondern eher deines. wie gesagt, ich habe 2 studien an der wu abgeschlossen, ohne auch nur einmal wo nicht reinzukommen, du solltest dir also überlegen ob du nicht etwas falsch machst?

          übrigens: selbst wenn du in einen kurs mal nicht reinkommst, hilft es sehr oft auch einfach in der ersten stunde zu erscheinen, und zu fragen ob du nicht doch teilnehmen kannst … (auch wenn du die sequenzierungsregeln noch nicht erfüllst).

          dass die sequenzierungen oft unnötige hürden sind, habe ich ja schon erwähnt. die uni benützt diese aber wohl um studenten zu lenken, ich denke es wäre z.B. sinnvoll die regelung dahingehend anzupassen, dass z.B. eine woche nach anmeldungsbeginn jede lehrveranstaltung für jeden offen sein sollte, und nur davor die sequenzierung gilt.

          und ja – ich bin für eine ausfinanzierung und prinzipiell gegen zugangsbeschränkungen, da ich der meinung bin, dass diese sehr schwer sinnvoll zu gestalten sind, aber ich bin eben auch gegen eine gießkannenpolitik wo jedem alles finanziert werden soll, ohne wenn und aber, denn zu welchen suderanten und zuständen das führt sieht man ja. ich bin auch für studiengebühren, denn dieses ewige freie bildung für alle gequatsche geht mir auf die nerven, und ich finde es nicht gerecht dass wir dermaßen hohe steuern haben, und diese sinnlos verschwendet werden. es bedenkt ja niemand dass ein student, der sein studium nicht abschließt, den anderen eigentlich qualität stiehlt und auch viel geld kostet (was durch die studieneingangsphase mit massenprüfungen zumindest an der wu eingedämmt wird, auch wenn dies natürlich kein idealzustand ist). außerdem ist bildung längst frei, und wer meint man könne sich wissen nur auf der universität holen, gehört ohnehin ausgelacht…

    • Liebes VSSTÖ,
      wenn es um diese Bildungsdebatte geht, schreibt ihr ganze Foren voll und füllt ganze Wände mit euren Plakaten, als normaler Student an der WU ist mir aber eines noch nicht klar geworden:
      Was wollt ihr eigentlich?
      Eure Hauptforderung nach mehr Geld klingt zwar super, dennoch habe ich die leise Vermutung, dass es nicht der Weisheit letzter Schluss ist, dem Steuerzahler einfach immer mehr davon wegzunehmen, um uns Studenten glücklicher zu machen. Denn sein wir uns einmal ehrlich: Ein Studium kann nie gut genug sein. Ein Studium gibt die Aussicht auf eine rosige Zukunft und billige Semestertickets. Der Anreiz zu studieren ist also sehr groß. Da die Matura als Hürde zu studieren auch relativ leicht erfüllt ist, gibt es eine riesige Anzahl an potentiellen Studenten, und kein Steuerzahler wird je so vie Geld haben, jedem das bestmögliche Lieblingsstudium bis zum Sanktnimmerleinstag zu finanzieren. Noch dazu sind die Präferenzen der Studierenden nicht immer deckungsgleich mit der Nachfrage am Arbeitsmarkt. Ein gewisses Allokationsproblem wird es also weiter geben. Wie kann man das bekämpfen?
      Als gelernter WU-Student formuliere ich die Ideen die ich bisher kenne a la Multiple Choice mit den wahrscheinlichen Outcomes:
      • Freier Hochschulzugang, Suvival of the Fittest. Die Unis bekommen globale Budgets, werden gestürmt und haben ob kein Interesse daran, so viele Studenten wie möglich auszubilden. Sie selektieren hart und bemühen sich nur um gute Studenten, weil sie sich trotzdem um ihren Ruf scheren (gute Abgänger bringen einfach Prestige schon allein wenn sie die Quote erhöhen, die später auch wirklich eine Job findet). Die die es schaffen profitieren zumindest später, aber der Großteil scheidet aus.
      • Freier Hochschulzugang, Uni kriegt Geld für jeden Studenten. Die Uni hätte den Anreiz möglichst viele Studenten anzulocken und zu behalten, da sie davon direkt ihr Einkommen hat. Führt vermutlich zu Wohlfühlstudien, und hungert technische Studien aus: die brauchen einfach mehr Ausstattung.
      • Studiengebühren + Direktsubvention, für die es sich nicht leisten können. Selektiert Karteileichen und Bummler aus und spült schlagartig mehr Geld ins System. Die, die es sich sowieso leisten könnten zahlen nun auch für die Leistung, die sie bekommen. Ein Stipendiensystem sorgt für „soziale Durchlässigkeit“. Die Uni bemüht sich Studenten anzulocken und zu behalten, da sie die Gebühren lukriert. Dennoch ist eine Selektion insofern gegeben, als das der Student jetzt auch darüber nachdenken muss, welcher Uni man sein Geld schenkt, auf dass sich das Studium irgendwann rechnet. Zahlt man pro Lehrveranstaltung, schont das langsame und berufstätige Studenten, zahlt man pro Semester, sind die schnellstudierenden im Vorteil.
      • Zugangsbeschränkungen. Erlaubt die Planung der Unikapazitäten durch den Staat und kann damit auch stark das zukünftige Angebot beeinflussen. Da genau so viele Studenten an die Uni kommen, wie Platz haben, haben die je nach Unifinanzierung ein Angebot, das genau auf ihre Anzahl zugeschnitten ist. Die Unis suchen sich Ihre Studenten quasi selber aus, da sie um ihren Ruf bemüht sind (Citations von Abgängern), werden sie wohl die voraussichtlich besten wählen wollen. Das führt zu Leistungsorientierter Selektion und geringen Abbruchquoten (auch da man sich auch als Guter sicher nicht bei einer Uni bewirbt, die einen dann schlecht behandelt oder raushaut).
      • Diverse Kombinationen: Vereinen naheliegenderweise spezifische Vor und Nachteile.

      Was davon ist die beste Lösung? Optimum, bei dem alle glücklich werden gibt es leider keines.

  • Lieber Kollege Z,
    wie sie als gelernter WU-Student wissen, sind bei manchen Multiple-Choice-Tests alle Antwortalternativen falsch, so auch bei ihnen. Entweder sie wollen ein gutes Bildungssystem oder sie wollen keines. Ein ständiges darstellen einer Alternativlosigkeit, wie sie hier im Forum allgemein dargestellt wird oder einer begrenzten Alternativenzahl, wie von ihnen dargestellt, ist besorgniserregend und mutlos für einen vermutlich jungen Menschen, der noch sein Leben vor sich haben sollte.

    Wir haben genug Geld im Budget und aus diesem Budget müssen wir auch einen vernünftigen Kuchen für die Universitäten fordern. Mehr als genug ist anscheinend vorhanden. Man hat ja Beispiele immer so gern: Vor kurzem wurde einem österreichischen Unternehmen eine halbe Milliarde vom Staat zugeschossen, um im Ausland zu investieren, also Spielgeld zur staatlichen Profitmaximierung. Das kam aus dem Bankenhilfspaket, weil es um etliche Milliarden nicht ausgenutzt wurde. So schnell ging das. Also reden wir bitte nie wieder von knappen Kassen. Das größte Problem Österreichs ist, dass die Investitionstätigkeit in Bildung und somit unser aller Potenzial seit Jahren hinter seinen Möglichkeiten bleibt, unser gesamtes Staatswesen inkl Bildung, Gesundheit etc weiterhin auf Weltspitze zu halten. Bildung schafft die Voraussetzung für Wachstum, dass die späteren Generationen einen größeren Umfang an Produktion haben und somit der staatlichen Investitionsrückzahlung besser entsprechen können. Wir können uns daher nur reich investieren. Die meisten im Forum vorgeschlagenen Wege führen dazu, dass wir uns kaputtsparen und durch noch weniger Studierende noch weniger Wohlstand generiert wird. Durch die Studienplatzbeschränkung wird die Bereitschaft der Bevölkerung noch mehr sinken, in unsere Bildung zu investieren, wenn nicht alle partizipieren können. Unser Problem von sinkenden Studierendenzahlen und vermeintlich knappen Kassen würde das nur verstärken.

    Es scheint leider ein breites Missverständnis hier im Forum zu sein, dass die Steuerquote zu hoch sei, die Steuerstruktur ist eine Katastrophe, ohne Zweifel. Dafür einsetzen, dass die Mittel richtig verwendet werden, will sich anscheinend niemand der Kritiker eines freien Hochschulzugangs mit neoliberalem Touch. Fordern wir doch die entsprechende Mittelverwendung ein!

    Wo sind dann die Studierenden? Für mehr als ein paar mal alle Jahre ein Kreuzerl in der Wahlkabine zu machen reicht es bei den meisten leider nicht, da ist der leichteste Weg Druck aufeinander auszuüben, Beschränkungen, Gebühren, Abwälzen. Mit solch einer Einstellung wurde keine der Errungenschaften aufgebaut, die unser Land ausmachen und die Umstände waren früher wesentlich widriger. Wie mies muss eine Situation sein, damit die Kinder des neuen Kleinbürgertums und des zT alten Großbürgertums auch protestieren und öffentlichen Druck ausüben, wie sie es in früheren Zeiten einmal getan haben? Heute ist man sich zu schade dafür. Wo sind die Studierenden und Rektoren, die gemeinsam protestieren und die Uni bestreiken und damit endlich einen öffentlichen Druck erzeugen, der sich gewaschen hat? Solange sich Demokratie mittlerweile nur mehr darauf beschränkt, dass jeder Missstand als selbstverständlich hingenommen wird und sie alle Jahre ihr Kreuzerl machen, wird sich nichts ändern.

    Herr Badelt: Nach gutem Glauben, dass sie eine Situation durch Druck nach unten auf die Studierenden entschärfen können, indem sie sparen und richtigerweise die Uni effizienter machen, reicht dies nicht mehr aus. Sie haben damit aber absichtlich oder unabsichtlich wertvolle Zeit verstreichen lassen. Es ist löblich, dass sie nach Jahren endlich Druck nach oben zu machen versuchen, aber dieser Druck kommt einige Jahre zu spät. Ihre Parteikollegen haben auch mit ihnen auf Zeit gespielt. Vielleicht hat ihnen das gefallen, vielleicht haben sie es sich einfach gefallen lassen. Sie und ihre Rektorenkollegen haben jedenfalls die Chance letzten Herbst verpasst sich in eine Reihe mit den Studierenden zu stellen und das Spiel auf Zeit, das die Regierung gespielt hat, zu verderben. Glauben sie wirklich, sie können solch eine Situation wieder herstellen? Wenn es soweit ist, werden sie dann in einer Linie mit den Studierenden stehen? Zu wünschen wäre es uns allen. Ich würde mir wünschen, dass sie sich von ihrem Parteikollegen Neugebauer die Hartnäckigkeit und das Know-How abschauen, wie sie ihre Professorenschaft mobilisieren und einmal einen Generalstreik im Universitätsbetrieb abhalten.
    mfg
    BB

    • Offensichtlich ist niemand der Meinung, dass die Universitäten zur Zeit ausreichend finanziert werden, und auch die finanzierung alleine würde nicht ausreichen. Eine Universtität ist kein Ballon, den man von heute auf Morgen mal aufblasen kann.

      Jeder Österreicher hat bereits heute 25 000€ Schulden, und somit ist in meinen Augen auch die Rechtfertigung – an anderer Stelle wirds ja rausgehaut nicht soooo toll. Die Studenten sollen schon auch ihren Beitrag leisten. Warum auch nicht?

      Und natürlich sollten auch die Studienplätze ein wenig gelenkt werden, oder wäre es ideal wenn wir auf einmal zehntausende arbeitslose Psychologen haben, weil das Studium so „attraktiv“ ist?

      Ich gebe dir recht, dass die Finanzierung der Universitäten ein Hauptproblem ist, die Frage ist nur wie es gelöst werden kann. Die Studentenproteste, die auf die Art wie sie durchgeführt wurden haben genau das Gegenteil erreicht – nämlich der Arbeitenden Bevölkerung wieder einmal gezeigt, was diese ohnehin schon glaubt … Das Studenten ein faules Pack sind, dass ohnehin dauernd säuft und Party macht. (Man denke z.B. an den Livestream, wo Abends beim Saufen und Rauchen im Audimax 10x so viel Leute wie Tagsüber waren – mit noblem protestieren für mehr Finanzierung hatte das nichts mehr zu tun) – ich bin sehr froh dass die Rektoren da nicht mitgemacht haben, denn ich hatte selbst gute Lust mit Wasserwerfen diese Scherzbolde zu vertreiben … Das noble Gerede von wegen wir Kämpfen für die gute Sache, kommt eben nicht so gut, wenn das kämpfen wie ein Neuauflage von Woodstock in Österreichs größten Hörsaal aussieht …

      • Herr Eder,

        sie geben hier einen ausgemachten Blödsinn von sich.
        Wenn wie sie sagen, jeder Österreicher 25.000 Euro Schulden hat, mal abgesehen davon, dass wir nicht in einem „totalitären“ system leben, wo der staat automatisch alle bürger sind (ohne jede „privatheit“), und alle bürger den staat stellen, überlegen sie mal folgendes:

        Wenn also die Studenten einen Beitrag leisten sollen – gut, dagegen habe ich moderaten höhen a la alte studienbeiträge nichts, wenn dafür der freie zugang gewährleistet wird – und die die es sich nicht leisten können, ein stipendium beziehen, der zumindestens die beiträge nicht zahlen müssen, wird das einen betrag zwischen 100 und 200 mio euro generieren.

        Für die Unis ein – nötiger aber doch – Tropfen auf den heißen Stein. Streicht man die Stipendien (die übrigens auch aus diesen Gebühren bezahlt werden müssen), dann sinds vielleicht 250 Millionen. Nein falsch – denn dann studieren weniger junge Menschen/AHS-Absolventen. Sie werden sagen, super: Problem gelöst.

        Nur: Glauben Sie wirklich dass es dem Land billiger kommt, 18 jährige, die sich kein studium leisten können, bzw. keinen ausbildungsplatz an uni/fh bekommen, gleich zum ams zu schicken?

        Das ist reichlich naiv. etwa so naiv, wie die aussagen von fr. karl wenn die Ökologiesierung der steuern kommt (vulgo wir nehmen den ärmsten der armen noch geld fürs heizen mit alten, nicht einfach umsonst austauschbaren ölheizungen weg), dann bekommen die unis 100 mio. .. Nicht zu vergessen, dass das nur 46 mio sind, denn wie sie ja sicher gelernt haben – wenn man vorher 54 mio wegnimmt, und dann 100 mio hinzufügt bleiben nur 46 mio übrig.
        Das ist ein bisschen mehr als die notreserve von hahn. und damit nicht einmal ein tröpferl auf den heißen stein.

        so oder so – ohne Kohle vom Bund wird es nicht gehen. Und warum der Verbund 500 Mio einfach so zugesteckt bekommt, und die ÖBB sicherlich auch eine Kapitalerhöhung bekommt, aber die Universitäten versauern dürfen, können sie mit ihrer hinter einer karl-heinz-kopf-neoliberalen-pseudo-intellektuellen-Brille auch nicht erklären.

        • Huh?

          Ich verstehe ihr Posting nicht.

          Genau dieser Meinung bin ich ja?

          Studiengebühren: Ja.
          Mehr Geld für Unis aus dem Bundesbudget: Ja.
          Geld auf der einen Seite für Verbund und co. raushauen: Nein.
          Auf den Rücken der Jungen die alten weiter in der Völlerei leben lassen und das als gerecht ansehen, weil vor 50 Jahren von irgendwem unterschrieben: NEIN.

          Sie widersprechen offenbar so gerne, dass sie mir sogar widersprechen, wenn sie die selbe Meinung haben?

          Nirgends habe ich behauptet Studiengebühren würden ausreichen. Ich habe immer gemeint es müsse mehr Geld her (vom Bund etc.).
          Und die Milchmädchenrechnung die Staatsschulden auf den einzelnen Bürger umzulegen müssen Sie mir verzeihen, ich dachte es wäre klar wie das gemeint ist.

  • ich habe mir gerade die neue ausgabe der WU aktuell durchgelesen und, naja wie soll ich das jetzt ausdrücken? ich bin jetzt ehrlich gesagt, verzweifelt und wütend zugleich!
    ich habe jetzt im ws 2010 angefangen und beziehe ein selbsterhalterstipendium, und da es ja diese tolle sequenzierung gibt, werde ich mein studium auf keinen fall in mindesstudiendauer abschliessen können. die stipendienstelle interessiert es natürlich herzlich wenig dass ich auf der wu mit meinem studium aufgehalten werde und jetzt 4 prüfungen in einem semester machen muss bevor ich weitermachen kann!
    wenn ich pech habe kann ich mein stipendium auch noch zurückzahlen weil ich nach 2 semestern 30 ECTS nachweisen muss…tja das wird, dank der sequenzierung, knapp….
    dann war ich heute auf der wu mir 2 prüfungen anerkennen zu lassen, die ich im rahmen der studienberechtigungsprüfung gemacht habe, nämlich BWL und VWL, die mich ja von dieser blöden neuen regel befreien würden, und da wurde mir gleich ein strich durch die rechnung gemacht „Naja dauert 6-8 Wochen“ dass ich mich im falle eines negativen bescheids in 4 wochen für diese 2 fächer anmelden muss wurde wie folgt kommentiert „Müssens halt geduldig sein“
    und jetzt denke ich mir, das darf doch wohl alles nicht wahr sein oder???
    mir bzw uns werden nur steine in den weg gelegt, dann bekommen wir tolle knock out prüfungen, damit ja so viele wie möglich rausfliegen und dann klopft auch die stipendienstelle an meine tür….
    ich bin echt verzweifelt, vorallem weil ich jetzt die nächsten 4 wochen nur hoffen kann dass die wu mir rechtzeitig bescheid gibt ob meine fächer anerkannt werden oder nicht – habt ihr auch so „tolle“ erfahrungen machen „dürfen“???

  • Es ist doch nichts neues, dass die WU absolut überlastet und überfüllt ist. Das jeder einzelne Student darunter leidet ist auch jedem bewusst. Nur sollten auch die letzten Studenten hier mal langsam kapieren, dass es nicht das WU-Management ist, dass diesen Umstand verantwortet, sondern die Gesetzesgebung.

    Ich studiere an der WU aufgrund ihrer Reputation. Ich „quäle“ mich hier, da ich weiss, dass am Ende des Tages ich nicht nur zu mir sagen kann, dass ich einer der 25%, die es hier geschafft haben, sondern weil ich mir erwarte, dass mein Bachelor höher angesehen ist als von Studenten aus Linz etc. Somit bin ich auch froh, dass die WU Acht darauf gibt, dass wir in Rankings hoch platziert sind. Falls euch dieser Umstand egal ist, dann empfehle ich jedem Studenten an der Hauptuni, VBS oder an anderen Unis zu studieren. Da habt ihr die Probleme nicht in dem Ausmaß.
    Wir alle empfinden gewisse Prüfungen unseres Studiums als unfair (AMCII Durchfallquote immer ca 80%, aber selbst in EBCII sind die Durchfallquoten bei 60-70%), jedoch müssen diese Klausuren durchgeführt werden, um überhaupt zumindest die Masse der Studenten in Abschnitt 2 zu bewältigen. Ich für meinen Teil möchte nämlich nicht noch einmal Vorlesungen wie in Abschnitt 1 erleben, wo ich mit 300 Studenten eine Vorlesung höre, die ich im Selbststudium mir effektiver beibringe.

    Zusammenfassend kann ich den Unmut verstehen, nur sollte man nicht die WU dafür verantwortlich machen, sondern den Staat Österreich. Und wer das nicht kapiert, hat auf der WU auch nichts zu suchen.

    • Nicht böse sein, aber als Grund für das Studium an der WU Reputation anzugeben, verfehlt für mich den Sinn eines Hochschulstudiums: Es geht hier darum Wissen zu erwerben, anwenden zu können und letztlich die Befähigung zu halbwegs wissenschaftlicher Arbeit in dem Bereich zu erwerben. Da ist Reputation sicherlich der falsche Ansatz. Aber gut, jeder wie er will, wünsche Dir dennoch gutes Gelingen.

      Was falsch ist, ist die Aussage eine Vorlesung mit 300 anderen teilen zu müssen. Das ist beim Typus Vorlesung durchaus sinnvoll, beim Typus PI, UE, SE aber weniger.

      Ich finde es immer wieder großartig wenn hier Leute meinen, dass es am besten für sie exklusiv ein Studium geben sollte, und alle anderen vor der Tür bleiben sollten, bzw. vor die Tür gesetzt werden sollten.

      Es heißt nämlich nicht nur Wirtschaftswissenschaften, sondern Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Beim letzteren scheint trotz der Reputation der WU noch kaum etwas bei dir hängen geblieben zu sein.

      Letztlich hast du aber recht: Es ist das Versagen der Republik Österreich, im Speziellen der Bundesregeriung, und hier wieder im Speziellen der ÖVP, die seit 15 Jahren den Wissenschaftsminister stellt, und seit 10 Jahren (wenn man den rühmlichen KHG dazuzählt) auch den Finanzminister.

      Also: Am Dienstag mitprotestieren. Ich hoffe nur, dass die Rektoren die Proteste nicht missbrauchen, um für Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren einzutreten.

  • also ich für meinen teil bin mir dessen schon bewusst, dass das nicht ganz an der wu liegt!
    deshalb werd ich auch am 19.10. bei der vollversammlung dabei sein!
    was ich mir einfach wünschen würde ist dass die stimmung in der wu intern besser sein sollte!
    ich nenne auch gerne ein kronkretes beispiel:
    in letzter zeit musste ich des öfteren zur abteilung studienrecht und habe mich vorab per mail mit meinem anliegen, wegen der prüfungsanerkennung, erkundigt. eine woche später bekam ich dann eine email (ohne das ich jemals dort gewesen wäre und meine dokumente eingereicht hätte), dass meine prüfungen leider nicht anerkannt werden können!
    erst nachdem ich hartnäckig nachgefragt und nachtelefoniert hatte, wurde mir gesagt ich soll vorbei kommen, sie schauen sich das an.
    den rest der geschichte habe ich schon vorher geschildert.
    dass die damen der abteilung studienrecht sehr unfreundlich sind empfinde ich übrigens nicht nur ich sondern jeder mit dem ich mich unterhalte, bzw vor ort treffe.
    und DAS betrifft schon die WU selbst. das finde ich überhaupt nicht in ordnung dass ich/wir so unfreundlich behandelt werde, weil ich mir eine prüfung anerkennen lassen möchte! ich habe diese prüfung bereits absolviert und meine leistung erbracht! warum muss ich betteln dass die lieben damen das weiterleiten sollen bzw überhaupt annehmen sollen?
    meine studienberechtigungsprüfung musste ich übrigens an der hauptuni ablegen, weil eine dieser damen meinte „sie haben hier an der wu keine chance, die dokumente brauche ich garnicht weiterleiten. versuchen sie es an der hauptuni, die sind da nicht so streng wie WIR“ und dank ihr musste ich dort die prüfungen ablegen, die sie mir ja jetzt nicht anerkennen will.
    also glaube ich dass ich zurecht angefressen sein kann oder?
    ich darf jetzt halt hoffen dass meine prüfungen anerkannt werden, und zwar in der frist, damit ich weiterstudieren darf!

    bezüglich deines kommentars dass im 2. abschnitt die schlimmen prüfungen kommen: über das habe ich mir auch schon meine gedanken gemacht, ob ich überhaupt soweit kommen werde ist die frage, denn wir werden es jetzt sicher nicht leicht haben bei den jetzigen knockout prüfungen.
    und das ist es was einfach total unfair ist, dass wir rausgeprüft werden!!!!

    dann möchte ich bitte am anfang meines studiums einen einstiegstest bekommen und dann aber auch in ruhe studieren und nicht in einem saal sitzen müssen mit 300 studenten (wenn man überhaupt einen platz bekommt).
    denn wenn ich schon angefangen habe zu studieren und dann im 2. abschnitt draussen bin….toll…stipendium zurückzahlen….zeit verschwendet…als fauler student abgestempelt… SUPER!!!

    • Sehr geehrte „besorgte Studentin“,

      in Ihren beiden Blog-Eintragungen bringen Sie zum Ausdruck,
      – dass man Sie zur Ablegung einer Prüfung an die Uni Wien verwiesen habe,
      – dass die Mitarbeiter/innen des Studienrechts unfreundlich seien und man als Student/in dort betteln müsste,
      – dass die Bearbeitungsdauer viel zu lang sei.

      Zur Ablegung der Studienberechtigungsprüfung an der Uni Wien: Eigentlich war es als hilfreicher Hinweis gedacht, Sie über eine wesentlich bessere Erfolgschance zu informieren.

      Zu unfreundlich und betteln: Ich bedaure, wenn Mitarbeiter/innen des Studienrechts zu Ihnen unfreundlich waren. Das sollte nicht sein. Anmerken möchte ich aber auch, dass die Mitarbeiter/innen des Studienrechts mitunter Verbalattacken Studierender ausgesetzt sind, die weit jenseits der Beleidigungsgrenze liegen und im Anschluss daran – aus verständlichen Gründen – mitunter nicht „den besten Tag“ haben. In der Regel sind unsere Mitarbeiter/innen aber um eine sehr professionelle und serviceorientierte Haltung bemüht, was sich auch in den vielen positiven Rückmeldungen zeigt. Ich bedauere auch, wenn Sie den Eindruck hatten, „betteln“ zu müssen. Unsere Studierenden müssen nicht „betteln“, sondern sie fragen an, ob z.B. die Bearbeitungsfrist etwas beschleunigt werden könnte (s.u.).

      Zur Bearbeitungsdauer: Der Hinweis auf die maximale Bearbeitungsdauer von 6-8 Wochen ist als vorsichtiger Hinweis an die Studierenden zu verstehen, dass nicht immer absehbar ist wie lange eine Fallerledigung dauern wird (weil sich z.B. Gutachter/innen Zeit lassen). Dies unter anderem auch deshalb, weil immer wieder Studierende bereits einen Tag nach der Einreichung fragen, wann sie den Bescheid denn abholen können. Die Information ist hier aber ganz klar „es kann bis zu 6-8 Wochen dauern“ und nicht „es dauert 6-8 Wochen“. Denn das Gros der Fälle wird deutlich rascher erledigt und besonders dringende Fälle (wenn etwa ein Stipendium dranhängt) erhalten sofort einen entsprechenden Vermerk und werden i.W. innerhalb einer Woche erledigt. Wir werden das zukünftig auch stärker mitkommunizieren.

      Mit besten Grüßen
      Dr. Karin Schmidt
      Leiterin Studienrecht WU

    • ich empfinde Deine Aussagen eher als bedenklich…
      ich habe die Leute beim Studienrecht als freundlich, kompetent, hilfsbereit und sehr fleissig erlebt, und ich denke das teilen viele WU-Studenten.

      Aber gut, vielleicht fehlt auch ein wenig der Vergleich zu anderen Unis. Schon mal versucht an der Universität Wien oder an der TU Wien in einigen Studienrichtungen was anzurechnen? Nein, dann weisst du nicht was service ist….

      Darüberhinaus: Die Gehälter im Universitätsbereich sind nicht so berauschend, als dass man sich hier überall so viel erwarten dürfte, und daher einmal mehr, viele Leute an den Universitäten arbeiten mit einem gewissen Altruismus.

      daher erscheint es mir umso trauriger zu sein, dass sich dein Vorredner und Du offenbar als so elitär ansehen, dass das sitzen mit 300 anderen in einem Hörsaal so schrecklich ist (noch dazu bei einer Vorlesung!!! wie furchtbar). Wie funktioniert das nachhause fahren? In einer überfüllten U-Bahn wohl kaum, schließlich hast du ja deinen Fahrschein bezahlt. eine Zumutung.

      Tut mir wirklich leid, aber in einigen Dingen werden hier schon recht verkorkste Meinungen vertraten.

      Vielleicht sucht Fr. Karl noch Praktikanten, mit der „Kleinvorlesung zum Diskurs“-Politik zu realisieren ist…. have fun!

  • Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt!

    Vielen Dank für Ihre rasche und ehrliche Antwort!

    Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass die Damen der Abteilung Studienrecht es nicht immer leicht haben, jeden Studenten zufrieden zu stellen. Auch kann ich mir vorstellen, dass es sicher oft vorkommt, dass sich die Studenten daneben benehmen und sie verbal attackieren!
    Sie haben sicher nicht den leichtesten Job der Welt – aber ich finde es trotzdem nicht fair, wenn ich die Abteilung aufsuche, weil ich Rat brauche und meine Prüfungen anerkennen lassen möchte, und dann unfreundlich angeschnauzt werde!
    Es kann schon sein, dass ich die 200. Studentin an diesem Tag war oder vor mir jemand war der unfreundlich war, aber warum muss man dann zu mir auch unfreundlich sein, obwohl ich normal und freundlich bin?
    Bzw. warum wird mein Ansuchen schon vorab per Mail abgelehnt, obwohl ich meine Dokumente noch garnicht eingereicht habe?
    Das sind Sachen die ich einfach nicht verstehe!
    Ich habe in meinem Job auch Tag täglich mit Kunden zu tun und habe auch ständig mit sehr schweren Kunden zu tun, aber bin trotzdem freundlich, vorallem wenn der Kunde von sich auch schon freundlich ist!
    Schon allein deswegen, weil ich weiss wie schwer das ist, bin ich freundlich zu Ihnen, aber es kommt kein Lächeln, kein freundliches Wort und schon garkein „Schönen Tag noch“.
    Das finde ich einfach nicht ok und ich würde mir wünschen, dass sich das ändert. Wenn wir die Abteilung aufsuchen, sind wir meistens eh schon nervös, ob die Prüfungen anerkannt werden, und wenn man dann so schlecht empfangen wird, macht das alles nur noch schlimmer – das ist meine persönliche Meinung.

    Bezüglich der Studienberechtigungsprüfung:
    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, aber ich denke nicht, dass die gewisse Person, die meine Unterlagen nicht angenommen hat, das Recht hat zu entscheiden ob ich gut genug für die WU bin oder nicht.
    Ja, ich empfinde es sogar als eine Frechheit, dass Sie mir das gesagt hat und sich dann wirklich geweigert hat meine Unterlagen entgegenzunehmen.
    Hierzu würde ich gerne wissen wollen wie Sie das sehen!

    Bezüglich der Dauer der Anerkennung:

    Ich bin mir dessen vollkommen bewusst, dass die Anerkennung nicht innerhalb von 2 Tagen stattfinden kann, das habe ich auch nicht verlangt, aber da es die neue Studieneingangsregel gibt, sitze ich irgendwie in der Klemme und stecke fest. Wie schon erwähnt beziehe ich ein Stipendium und da kommt es leider auf jeden einzelnen Prüfungstermin an – ich habe einfach keine Zeit!
    Ich habe nicht verlangt, dass ich die Anerkennung sofort bekomme, aber die Antwort dass ich mich halt gedulden muss, finde ich auch nicht ok, weil es bei mir um mehr als nur eine Prüfung mehr oder weniger geht!

    So wie sie es jetzt formuliert haben, hätte es vollkommen gereicht.
    So bin ich zufrieden und weiss, ok es besteht die Möglichkeit, dass ich meinen Bescheid rechtzeitig bekomme.

    So ein Gespräch hätte ich mir gewünscht, und ich hoffe, dass es in Zukunft mit den anderen Studenten besser laufen wird!

    Wahrscheinlich hatte ich einfach ein schlechtes Timing, aber ich fühlte mich wirklich schlecht behandelt!

    Deshalb möchte ich mich bei Ihnen für die ausführlichen Information bedanken, denn so professionell hätte es sein sollen!

    Vielen Dank!

    @ technic:

    Natürlich gibt es auch immer jemanden der so unnötige Kommentare schreibt wie du….

    stell dir vor mir fehlt der vergleich nicht, denn ich habe meine Prüfungen an der Uni Wien auch anerkennen lassen und da waren sie sehr hilfreich, kompetent und schnell, aber das tut hier nichts zu der Sache, keiner von uns braucht einen Univergleich…

    Als elitär sehe ich mich auch nicht an, aber toll dass du ja so ein Bild von mir hast, da wir uns auch so gut kennen…

    Ja ich finde es schlimm dass ich mit 300 Studenten in einem Saal sitze und der Vortragende die Folie runternuschelt und wir dann nach 2 Stunden nach Hause gehen dürfen.

    Bevor du mir jetzt wieder die Worte verdrehst, das ist NICHT die Schuld der WU.
    Ich glaube nicht dass es für die Professoren befriedigend ist in so einem Saal zu unterrichten und nur die Folie herunter zu lesen.
    Ich glaube in Ihrem und in unserem Interesse wäre es doch gemeinsam zu diskutieren, zu forschen, zu lernen oder???
    Wie du jetzt sagen würdest: WIE FURCHTBAR oder???
    und der Vergleich mit der Ubahn, bzw dein Kommentar zu Fr, Karl…dazu sage ich nichts, denn auf dieses Niveau lasse ich mich sicher nicht herab.

  • also aus dem und dem vorpost kommt nur eines rüber: Ich zuerst. und bitte zu besten studienbedingungen.
    das lässt sich ohne auch nur ein wortverdrehen anhand deiner aussagen belegen.
    aber bitte, viel glück und vergnügen noch beim weiteren studienverlauf.

    ob ein kommentar unnötig ist sollte auch wer anderer entscheiden, als über deine studieneignung an der wu, oder? gleiches recht für alle.

    In diesem Sinne: Am Dienstag protestieren gehen.

  • wenn ich diese einstellung hätte wäre ich nicht auf die wu gegangen sondern auf eine fh oder eine andere uni!
    ich habe mich deshalb für die wu entschieden, weil sie ja eine gute uni ist und sie mir die ausbildung bieten kann, die ich für meinen zukünftigen job möchte!
    das es so viele studenten gibt, ist ja eigentlich nichts negatives, das haben wir ja jetzt schon rausgefunden, nur haben wir leider zu wenig platz!

    was zb super ist, dass es die lvs als lecturecast gibt und die die keinen platz bekommen haben in der lv die zeitlich für sie ok ist, können sich die zu hause ansehen!

    das ist die beste reaktion die die wu auf diese situation machen konnte!!!!

    ich bin sehr froh dass es diese möglichkeit gibt, denn ich arbeite nebenbei und kann nicht immer teilnehmen!

    ich finde einfach nur, dass wir ALLE im selben boot sitzen und das wir, also die mitarbeiter und die studenten, uns zusammenreissen sollten um MITEINANDER zu kämpfen und nicht gegeneinander!!!!

    ich denke dass ist ja auch in deinem sinne oder? ; )

    wie du schon gesagt hast: am dienstag protestieren gehen – ich bin auf jeden fall dabei : )))

  • na dann sind wir uns ja einig.
    weiters sollte man – und das ist auch als kontrapunkt auf herrn badelts jüngstes topic zu verstehen – hier auch darüber diskutieren, ob nicht eine möglichst gut ausgebildete gesellschaft anstrebenswert erscheint.

    andersherum formuliert:
    – wenn die Wu in zukunft wirklich nur 1300 studenten aufnimmt, und alle anderen unis nachziehen, wird es in österreich in hinkunft viel wengier studenten geben – ist das anstrebenswert?
    – und das führt – bei den jetztigen budgetären bedingungen – zu folgenden fragen:
    Warum lässt man 1000e von AHS-Maturanten (vor allem diese, da die Absolventen berufsbildender Schulen wie HAK oder HTL ja zumindestens eine gewisse chance auf jobs haben, während es bei allgemein gebildeten hier ja eher schlecht aussieht) im Regen stehen?
    Kein Uni und/oder FH-Platz heißt no future, und vermutlich viele kaum vermittelbare Jungarbeitslose. Macht sich chic auf der Visitenkarte einer (neoliberalen) Regierung.

    Ja, ich weiß, aber Ausbildung kostet Geld, und arbeitslose gibt es auch so. Dann wären wir aber bei der Sozialwissenschaftlichen Debatte angelangt: warum müssen alle Steuern zahlen, wenn aber doch nur bestimmte (die sogenannten “ Besten“, weils am besten 3d-formen in gläsern virtuell drehen können – Medizin; oder am ehesten Wirtschaftsbücher auswendig lernen können – wu (um kreuzerl zu setzen)) studieren dürfen?

    Entspricht das einem humboldtschen Bildungs- und Gesellschaftsideal, wie es im 21. Jahrhundert wünschenswert wäre.

    Darauf gibt es denke ich nur eine Antwort, die wir alle kennen (außer offenbar unsere Bundesregierung).

    In diesem Sinne: Protestieren – es geht um unsere Rechte.

  • habe mir gerade dein kommentar zu der stellungnahme unseres rektors durchgelesen und muss sagen: WOW wirklich gut formuliert!!!
    dein kommentar lässt das ganze aus einem ganz anderem licht erscheinen!
    ich stimme dir (diesesmal ; ) ) komplett zu!!!
    so wie es im moment ist darf es einfach nicht weitergehen, aber dein szenario von der zukunft darf es auf garkeinen fall geben!
    Ich hoffe wirklich dass wir morgen etwas bewegen können und dass sich dadurch die gesamte stimmung auf unserer uni wieder bessern wird!

    also, bis morgen : )

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