Ich darf Sie auch via WU-Blog auf das Interview “Zugangsregeln tausendmal wichtiger als Studiengebühren” aufmerksam machen, das ich der Tageszeitung “Der Standard” gegeben habe.
Darin kommen Themen wie die Notwendigkeit von Zugangsregeln, die nicht zentrale Rolle von Studiengebühren, die derzeit diskutierte Studienplatzfinanzierung und, dass die größte Quelle der Ineffizienz beim Gesetzgeber liegt zur Sprache.
Weiter lesen »Edith Littich, Vizerektorin für Lehre an der WU nimmt Stellung zur Masterdiskussion an der WU.
In den letzten Wochen wurde an der WU heftig über die Anzahl und Vergabemodalitäten der Masterplätze diskutiert. Der WU-Bachelorabschluss steht in der Pauschalkritik weder für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren, noch einen Platz in einem Masterprogramm zu ermöglichen. Daher ist es wichtig, auf Basis der Faktenlage nun mehr Transparenz zu haben und gleichzeitig zum Teil irrationale Ängste zu beseitigen.
In einigen Wortmeldungen wurde nämlich wieder einmal die Befürchtung artikuliert, dass BachelorabsolventInnen ohne Masterstudium chancenlos am Arbeitsmarkt seien. Zahlreiche Beispiele zeigen jedoch, dass BachelorabsolventInnen in der Arbeitswelt sehr erfolgreich sind. Mit dem WU-Bachelor erwirbt man einen regulären Abschluss eines Vollstudiums. Die Unterschiede zwischen Diplomstudium und Bachelorstudium sind, wenn man genauer hinsieht, nicht allzu groß. Es ist natürlich unter den vorherrschenden Rahmenbedingungen wichtig, das Bachelorstudium weiter zu verbessern und den EntscheidungsträgerInnen am Arbeitsmarkt zu vermitteln, dass WU-BachelorabsolventInnen gute Qualifikationen für viele berufliche Einsatzgebiete mitbringen.
Weiter lesen »Das Email einer Studentin der WU darf ich zum Anlass nehmen, die Diskussion um die Master-Plätze, die im WUaktuell begonnen wurde, im Blog fortzusetzen und lade Sie ein, sich daran zu beteiligen.
Sehr geehrter Prof. Badelt,
mir ist bewusst, dass Sie in letzter Zeit auf das Thema Master sicher schon oft angesprochen wurden und dass Sie die Problematik schon kennen. Ich verstehe schon, dass die WU nicht die finanziellen Möglichkeiten hat um die Masterplätze auszuweiten doch ärgere ich mich dass die vorhandenen Masterplätze oftmals unfair vergeben werden. Mir ist schon klar, dass es für die WU wichtig ist, dass englischsprachigen Master Internationalität aufweisen.
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Heute möchte ich Sie in aller Kürze über unsere Aktivitäten in Bezug auf die Engpässe in den Masterstudien informieren. Wir verlieren dieses wichtige Thema selbstverständlich nie aus den Augen. Die WU nutzt derzeit jede dafür vorgesehene Gesprächsrunde, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen.
Wir haben bewusst davon Abstand genommen, wegen der Masterproblematik erneut vor die Schlichtungskommission zu gehen. Die Meinung der Kommission, dass uns mehr Budget oder eine Regelung des Zugangs zustehen würden, ist bereits bekannt. Obwohl sie darin ein verfassungsrechtliches Gebot sieht, wurden seitens Politik keine Maßnahmen gesetzt.
Auch die Tatsache, dass sich die Kommission an das frei verfügbare Budget des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF) gebunden sieht und uns daher nicht mehr Geld zusprechen konnte, wurde bereits beim letzten Verfahren deutlich. Insofern wäre ein erneuter Gang vor die Schlichtungskommission zum jetzigen Zeitpunkt nicht hilfreich.
In einem nächsten Schritt stehen die Verhandlungen mit dem BMWF zu den Leistungsvereinbarungen 2013-2015 an. Wir haben bereits angekündigt, den Diskurs um eine Budgeterhöhung bzw. faire Zugangsregeln weiterzuführen. Die Forderungen nach besseren Bedingungen werden im Herbst von uns daher wieder mit größtem Nachdruck verfolgt werden. Denn es ist unser erklärtes Ziel, sowohl für unsere Bachelor- als auch unsere Masterstudierenden für verbesserte Studienbedingungen zu kämpfen.
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Vielen von Ihnen wird dieses Problem in der Zukunft begegnen oder Sie sind vielleicht bereits betroffen: Wir haben an der WU leider dramatische Unterkapazitäten in den Masterprogrammen. Darauf haben wir in den laufenden Begleitgesprächen zur Leistungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) nun aufmerksam gemacht.
In der Leistungsvereinbarung für den Zeitraum 2010 – 2012 ist unter anderem festgehalten, dass die WU bei Vollbetrieb der Bachelor- und Masterstudien jährlich eine Kapazität für etwa 1.300 Absolvent/inn/en der Bachelorstudien und eine Aufnahmekapazität von 700 Beginner/innen der Masterstudien hat. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass entsprechende Maßnahmen festzulegen sind, um eine neuerliche Verschlechterung der Studienbedingungen zu vermeiden, falls „die Anfänger/innenzahlen in den Masterstudien erheblich über diesen Annahmen liegen“.
Zahl der Anfänger/innen übersteigt Kapazitäten um 50 Prozent
Im Wintersemester 2011/2012 haben sich an der WU 3.570 Personen für ein Masterstudium beworben, knapp 1.050 Masterstudien-Bewerber/innen haben die Aufnahmekriterien erfüllt und wurden zugelassen. Die Beginner/innenzahlen liegen damit um 50 Prozent über der in der Leistungsvereinbarung vereinbarten Kapazitätsgrenze von 700 Beginner/innen. Insgesamt haben derzeit bereits 1.823 Personen ein Masterstudium belegt.
Da sich die Zahl der aufgenommenen Bachelorstudierenden mittelfristig auch erheblich auf die Nachfrage nach Masterstudienplätzen auswirkt, werden die Unterkapazitäten in den Masterprogrammen in den nächsten Jahren noch ansteigen. Die gesetzliche Voraussetzung für eine Regulierung der englischsprachigen Masterstudien ist zwar geschaffen, für die deutschsprachigen Masterprogramme gibt es diese Möglichkeit jedoch nicht, weshalb die Probleme einer nicht bewältigbaren Anzahl von Master-Studienanfänger/innen aufrecht sind und sich noch verschärfen werden.
Ausweitung von Kapazitäten & Budget oder flächendeckende Zugangsregeln in Masterprogrammen notwendig
Ich muss daher leider darauf aufmerksam machen, dass sich in den Masterstudien eine ähnliche Problematik wie in den Bachelorstudien abzeichnet. Aufgrund des starken Andrangs in den Bachelorstudien haben wir bekanntlich ein Schlichtungsverfahren eingeleitet und haben zusätzlich Geld zugesprochen bekommen.
Einmal mehr muss ich darauf hinweisen, dass entweder eine bedeutende Ausweitung der Kapazitäten und des Budgets oder flächendeckende Zugangsregelungen für die Masterprogramme an der WU unumgänglich sind. Alles andere ist vor allem gegenüber unseren Studierenden, die zwar ein Masterstudium beginnen können, aber aufgrund der Engpässe mit langen Wartezeiten oder mangelnder Betreuung rechnen müssen, nicht fair.
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