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Weihnachtsengel, Hipstermarmeladen und Handsemmel: Ein Live Lab im Museum

Mit der Ausstellung handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt stößt das MAK eine Reflexion zur Bedeutung und Wertschätzung des Handwerks als wesentlicher Bestandteil der materiellen Kultur und der kulturellen Identität an. So weit, so gut, aber was hat ein WU Forschungslab in der Ausstellung verloren? Viel. Handwerk und als „handmade“ vermarktete Produkte sind hip. Ein und dieselbe Marmelade schmeckt plötzlich besser, wenn wir wissen, dass sie handgemacht ist. Oft ist nicht nur die Qualität, der Preis oder das Design kaufentscheidend, sondern die kommunizierte Produktbiographie. Ein Bericht von Ulrike Kaiser.

Unter dem Titel „Der Mensch in der Produktion“ lassen wir BesucherInnen in die Rolle des / der KonsumentIn oder ProduzentIn schlüpfen; so wurden in den Wochen vor und nach Weihnachten fleißig Weihnachtsengel, Schneekugeln oder Geburtstagskarten produziert. Durch experimentelle Interventionen versuchen wir zu verstehen, wie ein und dieselbe Arbeit als mehr oder weniger sinnstiftend wahrgenommen wird. In unserem Weihnachtsengel-Experiment haben BesucherInnen beispielsweise ein schöneres und ausgeklügelteres Design gestaltet, wenn sie als ProduzentIn sichtbar waren und als Mensch wertgeschätzt wurden.

Lob wirkt sich auf das Design aus

Transparenz in der Produktion scheint also nicht nur für KonsumentInnen einen Mehrwert zu stiften, sondern auch für den / die ProduzentIn: Transparenz hat in unserem Fall die Arbeitsmotivation erhöht. In anderen Studien sind BesucherInnen in die Rolle der KonsumentInnen geschlüpft. Es wurden Handsemmel, Craft Bier oder Hipstermarmeladen betrachtet und bewertet. Hier hat sich gezeigt, dass Informationen darüber, wie, wo oder wer das Produkt hergestellt hat, maßgeblich die Präferenzen beeinflussen können.

Die neu gewonnen Erkenntnisse werden laufend ausgestellt. Basierend darauf konzipieren wir dann die nächste Studie. Die Forschungsfragen werden während der Laufzeit der Ausstellung kontinuierlich adaptiert und erweitert. So versuchen wir, mit Unterstützung der MuseumsbesucherInnen umfassendes Wissen zur Rolle des Menschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu generieren.

Transparenz erhöht die Arbeitsmotivation

Besonders spannend ist, dass BesucherInnen nicht nur zeichnen, basteln oder einen Fragebogen ausfüllen, sondern im Nachhinein oft Hypothesen und Ergebnisse mit uns diskutieren – manchmal kritischer, manchmal zustimmender. Diese Art der Forschung – ein Live Lab im Museum – ist für uns ein Experiment für sich selbst. Auch wenn wir typischerweise nicht im Elfenbeinturm forschen, kommt es trotzdem selten vor, dass wir mit unserer Forschung so „ausgestellt“ sind – im wörtlichen Sinne. Die Ausstellung HandWERK ist noch bis zum 9.4.2017 zu sehen. Wenn Sie mehr über unsere Experimente erfahren möchten, freuen wir uns über Ihren Besuch.

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