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Researcher of the Month: Sylvia Frühwirth-Schnatter

Name:
Sylvia Frühwirth-Schnatter

Jahrgang:
1959

Herkunft:
Wien

Lieblingsort:
Ein Liegestuhl auf unserer Terrasse (wenn die Sonne scheint).

Hobbies:
Pflege meiner Interessen in Kunst, Literatur und Film sowie Kochen und Gartenarbeit.

Als Kind wollte ich werden:
Ich habe mich schon in jungen Jahren für Literatur und Kunst begeistert und wollte eine Zeit lang Schriftstellerin und später auch Kunsthistorikerin werden.

Um 9:30 bin ich…
…als ausgesprochener Nachtmensch häufig noch damit beschäftigt, endlich wach zu werden.

Lieblingsgetränk:
Ein guter Cocktail auf Gin-Basis…

…konsumiert am liebsten in Gesellschaft von…
…meinem Mann.

Warum haben Sie sich trotz (Berufswunsch als Kind) doch für die Forscherkarriere entschieden?

Neben meinen kulturellen Interessen hat sich letztlich meine gleichzeitige Begeisterung für die Mathematik durchgesetzt und ich habe Wirtschaftsmathematik an der TU Wien studiert. Noch während meines Studiums war ich am Institut für Hydrologie in ein Forschungsprojekt involviert, das statistische Modelle entwickelte, um bei starkem Regen den Pegelstand von Flüssen in Echtzeit vorherzusagen und die Bevölkerung gegebenenfalls vor Hochwasser zu warnen. Ich war von den Anwendungsmöglichkeiten von Statistik, die sich mir dabei eröffneten, dermaßen fasziniert, dass ich beschloss, eine Karriere als Forscherin anzustreben.

Was fasziniert Sie so an der Statistik? Warum haben Sie sich für diesen Bereich der Forschung entschieden?

Als Statistikerin arbeite ich mit mathematischen Modellen, die auf der Wahrscheinlichkeitstheorie beruhen, und daher Unsicherheiten ,,berechnen‘‘ können. Das finde ich einfach wirklich faszinierend. Die praktische Anwendung dieser Modelle zur Datenanalyse erfordert die Entwicklung von smarten Algorithmen. Das hat durchaus spielerischen Charakter und macht großen Spaß. Besonders spannend an der Statistik ist freilich,  dass wir bei Anwendung dieser Tools auf Daten auch noch gesellschaftlich relevante Ergebnisse finden können.

Was war für Sie die größte berufliche Herausforderung?

Die größte Herausausforderung war sicher die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsnobelpreisträger Jim Heckman. Er erwartet, praktisch unabhängig von der Tageszeit, bedingungslosen Einsatz und es kann jederzeit passieren, dass die Arbeit von vielen Monaten prinzipiell in Frage gestellt wird, weil sich plötzlich neue Aspekte auftun. Mit ihm zu arbeiten ist aber dermaßen bereichernd, dass man das in Kauf nimmt.

Was würden Sie künftig gerne erforschen, gibt es ein großes „Forscherziel“?

Die Frage der Identifizierbarkeit ist ein interessantes mathematisches Problem im Zusammenhang mit der Anwendung von statistischen Modellen auf die Datenanalyse. Dabei untersucht man, unter welchen Bedingungen die Effekte, an denen man interessiert ist, überhaupt schätzbar sind. Ich forsche an dieser durchaus schwierigen Frage schon seit einigen Jahren im Zusammenhang mit Faktormodellen. Es wäre für mich ein großes Ziel, eine allgemeine Theorie der Identifizierbarkeit dieser Modelle zu entwickeln.

Was  darf an Ihrem Arbeitsplatz einfach nicht fehlen?

Mein Arbeitsplatz muss mir eine anregende Atmosphäre bieten. Dafür sind für mich vor allem Kunstwerke wichtig. In meinem Büro an der WU hängen daher mehrere Arbeiten der Künstlerin Christine Pillhofer, mit der wir seit Jahrzehnten befreundet sind.

Gibt es etwas, das kaum jemand über Ihren Job weiß?

Ich halte viele wissenschaftliche Vorträge an Orten, die touristisch attraktiv sind. So stehen im nächsten halben Jahr etwa Sardinien, Paris, Sizilien, New York, Venedig, und Sevilla auf dem Programm. Das klingt toll und ist ohne Zweifel sehr bereichernd, aber viel anstrengender als man meinen würde, und zum Sightseeing bleibt meist keine Zeit.

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