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Researcher of the Month: Jesus Crespo Cuaresma

Name:
Jesus Crespo Cuaresma

Jahrgang:
1975 (ein spannendes Jahr, um in Spanien geboren worden zu sein)

Herkunft:
Geboren in Sevilla (Spanien)

Lieblingsort:
Überall wo es interessante Leute gibt

Hobbies:
Musik, Film, Literatur, Kunst … nur kein Sport, bitte.

Als Kind wollte ich werden:
Lehrer in einem naturwissenschaftlichen Fach

Um 9:30 bin ich
oft im Hörsaal und habe Spaß mit meinen Studierenden (während ich hoffe, dass sie auch Spaß mit mir haben) oder sitze vor dem Computer und arbeite an meiner nächsten Studie

Lieblingsgetränk:
Am Vor- und Nachmittag: Kaffee, am Abend: Bier

…konsumiert am liebsten in Gesellschaft von:
interessanten Leuten

Warum haben Sie sich trotz  Ihres Berufswunsches als Kind doch für die Forscherkarriere entschieden?

Ich bin doch „Lehrer“ geworden, also genau das, was ich auch als Kind werden wollte. Dass ich Ökonom werden würde, hätte ich aber damals nicht erwartet. Als ich 17 war, interessierte ich mich besonders für Mathematik und Philosophie. Ich vermutete, dass Volkswirtschaftslehre genau eine Kombination dieser zwei Disziplinen sein würde. Und ich hatte Recht! Wie wichtig Forschung für das akademische Leben ist, war mir damals aber nicht wirklich bewusst.

Was fasziniert Sie so an der Makroökonomie? Warum haben Sie sich für diesen Bereich der Forschung entschieden?

Die faszinierenden Fragestellungen, die jemanden dazu führen, sich für Volkswirtschaftslehre als Studium zu entscheiden, sind normalerweise makroökonomischer Natur. Warum sind so viele Länder in Afrika so viel ärmer als westeuropäischen Nationen? Wie kann man globale Armut bekämpfen? Warum gibt es in Volkswirtschaften Zyklen von Rezessionen und Expansionen? In solchen Themenbereichen wissenschaftlich tätig zu werden und das Gefühl zu haben, dass man zum Verständnis der Realität beiträgt, ist eine unglaublich erfüllende Erfahrung.

Was war für Sie die größte Herausforderung bei Ihrem letzten Forschungsprojekt?

In meiner letzten Studie habe ich mit Expertinnen und Experten in Fernerkundung gearbeitet, um die Rolle von wirtschaftlicher Entwicklung als treibende Kraft für Abholzung zu untersuchen. Solche interdisziplinäre Arbeiten sind besonders herausfordernd und spannend. Ich musste erst selbst verstehen, wie meine Kolleginnen und Kollegen Satellitenbilder auswerten und dann ihnen erklären, wie mein ökonometrisches Modell eine Antwort zu unserer Forschungsfrage liefern könnte. Meine Erfahrung ist, dass die Verwendung von mathematischen Methoden und Modellen als gemeinsame Sprache die interdisziplinäre Kommunikation erleichtert. In diesem gemeinsamen Projekt hat sich die mathematische Modellierung auch als ein extrem hilfreiches Instrument gezeigt, um unser Forschungsziel zu erreichen.

Was würden Sie künftig gerne erforschen, gibt es ein großes „Forscherziel“?

Auch wenn mein Vorname es anders zu erwarten lassen würde, bin ich überhaupt nicht messianisch. Ich hoffe, dass ich der Wirtschaftswissenschaft auch in Zukunft weitere Erkenntnisse und neue Methoden anbieten kann. Insbesondere die Frage der Modelungewissheit (wie man empirische Erkenntnisse gewinnen kann, wenn wir nicht wissen, welches Modell richtig ist) hat mich in der letzten Zeit begleitet. Ich arbeite gerade daran, methodische Verbesserungen zu entwickeln, die uns auch in Situationen, wo viele verschiedene Theorien gleichzeitig „richtig“ sein könnten, Antworten liefern können. So ein Forschungsthema führt dazu, dass man lang über die Kunst des Modellierens nachdenkt, was besonders intellektuell fordernd ist und Spaß macht.

Was darf an Ihrem Arbeitsplatz einfach nicht fehlen?

(Laute) Musik. Das weiß jede/r, der/die in meinem Büro war bzw. schon vorbeigegangen ist.

Gibt es etwas, das kaum jemand über Ihren Job weiß?

Die Öffentlichkeit erfährt leider sehr wenig darüber, wie in der Wirtschaftswissenschaft geforscht wird und hat oft eine sehr eigenartige Wahrnehmung über das, was wir machen, welche wissenschaftliche Methoden wir für unsere Studien verwenden und wo die Grenzen unserer Ergebnisse sind. Es ist überraschend, aber fast niemand weiß, dass seriöse Wirtschaftswissenschaft nichts mit politischen Meinungen zu tun hat, sondern mit fundierten empirischen Befunden.

#RoM #ForscherdesMonats #ForschungFetzt #Interview

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