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Das neue Forschungsinstitut Economics of Inequality

Wir befinden uns im Jahre 2015. Der ganze wirtschaftswissenschaftliche Diskurs ist von Optima und Effizienz geprägt. Der Ganze? Nein! Ein von unbeugsamen ForscherInnen bevölkertes Institut hört nicht auf, dem Imperium Widerstand zu leisten. So – oder so ähnlich – könnte man eine Geschichte beginnen, die vor mehr als eineinhalb Jahren ihren Anfang an der WU genommen hat.

Seit diesem Zeitpunkt diskutieren, planen, organisieren und rechnen wir – Mathias Moser und Stefan Humer – alle Varianten durch, um ein neues Forschungsinstitut auf die Beine zu stellen. Im März war es dann soweit: Mit der Unterstützung von Rektorat, Senat und Universitätsrat wurde das Forschungsinstitut Economics of Inequality (kurz: INEQ) im Organisationsplan der WU verankert.

“Wozu das Ganze?”, mag sich die interessierte Beobachterin fragen – das Thema Ungleichheit wird an der WU bereits seit vielen Jahren und aus verschiedenen Perspektiven untersucht. Auch die mediale Resonanz dieser gesellschaftspolitisch hochrelevanten Forschung hat bereits das Image der WU mitgeprägt. Die Gründung des Forschungsinstitutes bietet jedoch neues Potential für ForscherInnen an der WU und Kooperationen mit anderen Instituten. INEQ ist eine Plattform um Forschung zum Thema Ungleichheit zu vernetzen, den Informationsaustausch zu fördern und bietet damit eine gemeinsame Basis um Fragen der Verteilung innerhalb der Gesellschaft zu analysieren.

Konkret geschieht dies durch die departmentübergreifende Struktur des FIs. Es ist eine gemeinsame Anstrengung der Departments Sozioökonomie und Volkswirtschaft mit einer Reihe an Schwerpunkten von Einkommensverteilung über ökologische Gerechtigkeit, Gender-Mainstreaming, Armutsfragen und deren soziologischen Auswirkungen bis hin zu Fragen der Staatsfinanzierung durch Steuern und Abgaben.
Insofern, ist der einleitende Absatz with a grain of salt zu verstehen: All diese Forschungsbereiche sind an der WU fest etabliert und somit ist INEQ vielmehr eine Chance zur Kooperation und zum WU-weiten Austausch als ein “gallisches Dorf”.

Wir sind, gemeinsam mit unseren Kolleginnen Nadine Schmid-Greifeneder und Klara Zwickl, Teil der scientific staff und leben im Rahmen des Instituts unser Leitbild der gesellschaftsrelevanten, praxisnahen Forschung. Mit der Leitung sind etablierte ForscherInnen betraut, die bisher bereits diese Ideale und den Fokus der Verteilungsfrage an der WU vorangetrieben haben: ao.Univ.Prof. Wilfried Altzinger, Univ.Prof. Sigrid Stagl und ao.Univ.Prof. Karin Heitzmann.

All diese Personen tragen dazu bei, dass dieses neue Institut bei der Eröffnungsfeier am 18. September bereits im Vollbetrieb läuft. Dies umfasst eine Reihe von wissenschaftlichen Projekten, die sich unter anderem mit Fragen der Vermögensverteilung oder Arbeitsangebotseffekten beschäftigen, mehrere geplante Veranstaltungen und enge Kooperationen mit relevanten Stakeholdern, darunter: Statistik Austria, Umweltbundesamt, Universität Wien, FU Berlin, OECD, Kingston University London, Harvard University und vielen mehr. Dieses Netzwerk spiegelt sich auch in unserem scientific board (einem “Aufsichtsrat”, der unsere Arbeit evaluiert) wider, das bekannte Namen wie Jesus Crespo Cuaresma, Giacomo Corneo, Brigitte Unger, Maximilian Kasy oder Tony Atkinson – der auch Keynotespeaker bei der Eröffnung sein wird – enthält.

Das breite Interesse am INEQ Institut ist vor allem auch dem internationalen Trend zu mehr Forschung in diesem Bereich geschuldet. Inzwischen berühmte ForscherInnen wie Tony Atkinson, Thomas Piketty, Emmanuel Saez, Gabriel Zucman und viele andere haben das Thema Ungleichheit auch in der Ökonomie wieder salonfähig gemacht.

Wir sehen unsere Aufgabe jedoch nicht nur in hochqualitativer Forschung sondern speziell auch in der Einbindung aktueller Ergebnisse in die Lehre. Das Thema “Ungleichheit” wird sobald nicht von der Bildfläche verschwinden und somit muss es unser Ziel sein, die Relevanz dieses Bereiches auch im Studium an zukünftige ForscherInnen, PolitikerInnen und Führungskräfte zu kommunizieren. Die ersten Angebote, um Studierende stärker in die Arbeit des FIs einzubinden werden rund um die Eröffnungskonferenz bekannt gegeben. Stay tuned.

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