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Hall of Femmes: Brigitte Jilka

„Junge Frauen müssen lernen sich Sichtbarkeit zu verschaffen und mit Sichtbarkeit umzugehen.“

Bitte geben Sie ein paar biographische Eckdaten bekannt: welche Ausbildung haben Sie absolviert, was sind die wichtigsten Eckdaten ihrer beruflichen Entwicklung und welche Position(en) haben Sie jetzt inne?

Ich habe an der TU Wien das Doppelstudium Raumplanung und Regionalwissenschaften abgeschlossen. Danach begann ich bei der Gemeinde Wien in der Abteilung für Flächenwidmungs- und Bebauunsplanung. Nach meiner Tätigkeit als Gleichbehandlungsbeauftragte für den technischen Wirkungsbereich leitete ich ab 1997 die Abteilung für Stadtplanung und Stadtentwicklung. Ab 2004 arbeitete ich als Geschäftsführerin der Wien Holding GmbH und seit 2009 bin ich Stadtbaudirektorin und habe die Leitung des Geschäftsbereichs Bauten und Technik der Stadt Wien übernommen. Ich bin Aufsichtsrätin der Wiener Stadtwerke Holding AG und seit 2013 bin ich auch Vorsitzende des Unirats der Wirtschaftsuniversität Wien.

Worum geht es in Ihrer Arbeit? Was sind Ihre Arbeitsschwerpunkte?

In meiner Arbeit geht es um die strategische Ausrichtung des Magistrats und die Umsetzung von Regierungsprogrammen. Ich bin für die Steuerung aller technischen Dienststellen des Magistrats (20 Magistratsabteilungen) verantwortlich, habe die Fachaufsicht über alle Techniker/innen (ca. 8000 Personen) und koordiniere ressort- und organisationsübergreifende Projekte der Stadtplanung, im Hoch- und Tiefbau sowie der Umwelttechnik. Die Abwicklung großer Bauprogramme z.B. Schul- und KTH-Bau sowie die Projektleitung Seestadt Aspern und Hauptbahnhof zählen ebenfalls zu meinen Aufgaben.

Wenn Sie Ihren beruflichen Werdegang betrachten – was sind bzw. waren Ihre persönlichen Erfolgsfaktoren?

Ich habe immer über den Tellerrand geschaut und Erfolg nicht alleine, sondern mit anderen gemeinsam gesucht. Ich verfolge eine strukturierte Herangehensweise nach eingehender Umfeldanalyse und bilde mich auch außerhalb des technischen Kernbereichs fort. Außerdem bin ich fleißig, unorthodox lösungsorientiert, fröhlich und nicht zimperlich.

Was motiviert Sie besonders in Ihrer Arbeit?

Ich sehe die realisierten Ergebnisse in der Stadt. Ich kann aufgrund meiner Erfahrung und eines großen Netzwerkes bei sehr vielen Problemstellungen den nächsten Schritt setzen.

Auf welche Barrieren sind Sie im Verlauf Ihres Berufslebens gestoßen?

Unterschiedliche Kommunikationsstile zwischen Männern und Frauen führen oft zu Missverständnissen und infolge dessen zu Misstrauen. Frauen werden trotz aller generellen Beteuerungen auf der Managementebene im Individualfall als unnötige zusätzliche Konkurrenz um Führungspositionen gesehen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hängt noch immer überwiegend an den Frauen.

Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht arbeiten?

Reisen, Radfahren, lesen, große Runden bekochen, familiär herumwirtschaften.

Was sollten die Universitäten noch tun, um die Gerechtigkeit und Chancengleichheit zu erhöhen?

Alle Ratschläge sind sicher schon erteilt, daher sei nur ein Hinweis heraus gegriffen: Bei Gruppenprojektarbeiten sollten die Betreuer/innen genau auf die Rollenverteilung achten. Das Klischee der im Hintergrund strukturierenden und schreibenden jungen Frauen und der „auf der Bühne“ präsentierenden Burschen ist häufig Realität und setzt sich im Berufsleben fort. Junge Frauen müssen lernen sich Sichtbarkeit zu verschaffen und mit Sichtbarkeit umzugehen.

#HallofFemmes #Gleichstellung #WU #Interview


Mit dem Projekt „Hall of Femmes“ soll die Sichtbarkeit von Frauen an der WU und mit Bezug zur WU erhöht und andere Frauen gestärkt werden, indem es Vorbilder schafft. In kurzen Interviews schildern die befragten Frauen ihre Karrierewege, berichten über entscheidende Erfolgsfaktoren für ihre berufliche Entwicklung und geben persönliche Karriereempfehlungen. Die ersten Interviews werden in einer mehrwöchigen Reihe im WU-Blog veröffentlicht.

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