WU Blog

Herzlich willkommen auf dem WU-Blog! Hier findet ihr eine Reihe an Blogbeiträgen von Studierenden, ForscherInnen, Lehrenden, Alumni und MitarbeiterInnen – mach mit!

Mythos und Wahrheit – über Bachelorqualifikation und Masterplätze an der WU

Edith Littich, Vizerektorin für Lehre an der WU nimmt Stellung zur Masterdiskussion an der WU.

In den letzten Wochen wurde an der WU heftig über die Anzahl und Vergabemodalitäten der Masterplätze diskutiert. Der WU-Bachelorabschluss steht in der Pauschalkritik weder für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren, noch einen Platz in einem Masterprogramm zu ermöglichen. Daher ist es wichtig, auf Basis der Faktenlage nun mehr Transparenz zu haben und gleichzeitig zum Teil irrationale Ängste zu beseitigen.

Erfolgreiche Bachelors

In einigen Wortmeldungen wurde nämlich wieder einmal die Befürchtung artikuliert, dass BachelorabsolventInnen ohne Masterstudium chancenlos am Arbeitsmarkt seien. Zahlreiche Beispiele zeigen jedoch, dass BachelorabsolventInnen in der Arbeitswelt sehr erfolgreich sind. Mit dem WU-Bachelor erwirbt man einen regulären Abschluss eines Vollstudiums. Die Unterschiede zwischen Diplomstudium und Bachelorstudium sind, wenn man genauer hinsieht, nicht allzu groß. Es ist natürlich unter den vorherrschenden Rahmenbedingungen wichtig, das Bachelorstudium weiter zu verbessern und den EntscheidungsträgerInnen am Arbeitsmarkt zu vermitteln, dass WU-BachelorabsolventInnen gute Qualifikationen für viele berufliche Einsatzgebiete mitbringen.

Masterplätze: keine Quote an WU

Zusätzlich steht immer wieder die Kritik im Raum, dass bei der Vergabe der Masterplätze WU AbsolventInnen strukturell benachteiligt werden. Gleich eines vorweg: Wie der Rektor bereits in einem früheren Blogbeitrag festgestellt hat, gab und gibt es an der WU keine Quote, wonach in Masterprogrammen maximal 40% (oder irgendein anderer Prozentsatz) an WU-AbsolventInnen zugelassen werden.

Und das nicht nur, weil dieses Vorgehen nicht erlaubt wäre, sondern weil es schlichtweg nicht gewollt ist. Ein Studium an einer ausgezeichneten Universität wird nicht durch Quoten geregelt, sondern zeichnet sich dadurch aus, dass es für möglichst viele exzellente Studierende attraktiv ist. Daher ist die WU bestrebt, vor allem in den Masterstudien die besten Studierenden zu gewinnen – woher diese stammen, ist unerheblich.

Bewerbungen und Zulassungen englische WU-Masterprogramme

WU-Bachelors sehr gut positioniert

Bei genauerer Betrachtung der Daten (Studienjahr 2011/12) sieht man, dass sich WU-Bachelors in den Masterprogrammen sehr gut gegenüber ihren „MitbewerberInnen“ positionieren können. Betrachtet man beispielsweise die Bewerbungen beim CEMS-Masterprogramm, so zeigt sich, dass von den 419 BewerberInnen 27% einen vorangehenden WU-Abschluss hatten. Nach der Prüfung der formalen Kriterien und dem Aufnahmegespräch erhielten  90 ein Studienplatzangebot, davon  waren 35% WU-AbsoventInnen.Dieser Effekt ist noch stärker bei den Programmen Strategy, Innovation & Management Control (SIMC) und Supply Chain Management (SCM) festzustellen, findet sich aber auch bei Quantitative Finance (QFin).

Auch bei den deutschsprachigen Masterprogrammen ist es kein Geheimnis, dass insgesamt WU-Bachelors  die Assessmentphase erfolgreicher bestehen als jene, die ohne WU Bachelorabschluss ein Masterstudium beginnen. Insgesamt zeigt sich damit erfreulicherweise, dass unsere eigenen BachelorabsolventInnen nicht nur ebenso gut qualifiziert wie andere (auch ausländische) Studierende, sondern vielen sogar überlegen sind!

Bachelorabschluss befähigt zu beruflicher Karriere

Vorsicht ist auch bei der Forderung angebracht, dass für jeden WU-Bachelor ein Masterplatz vorhanden sein „muss“. Wenn wir Bologna, Mobilität und Internationalisierung ernst nehmen, heißt das nämlich, dass WU-AbsolventInnen natürlich ebenso einen Anreiz haben sollen, nach dem Bachelorabschluss eine berufliche Karriere zu starten, wie ein Masterstudium an einer anderen Universität zu beginnen. Wäre das nicht so, dann würden wir bei den derzeitigen WU-BachelorabsolventInnenzahlen mindestens doppelt so viele Masterplätze benötigen. Das Rektorat wird in den nächsten Leistungsvereinbarungen mit dem Ministerium auf einen schrittweisen Ausbau der Masterkapazitäten setzen. Es ist jedoch unrealistisch, dass wir in diesem Ausmaß wachsen werden können.

Ein WU Bachelorabschluss qualifiziert sowohl  für den Einstieg in den Arbeitsmarkt als auch für viele Masterstudien. Es wird in Zukunft weiterhin wichtig sein, Aufklärungsarbeit über Mythen des Bachelorabschlusses zu leisten. Schwarzmalerei à la „ohne Master sind wir nichts!“ hilft uns da nicht weiter!

3 Diskussionen über
“Mythos und Wahrheit – über Bachelorqualifikation und Masterplätze an der WU”
  • Sehr geehrte Vizerektorin Univ.Prof. Mag. Dr. Littich,

    danke für Ihre Stellungnahme zur Masterdiskussion. Eine Sache würde mich bitte noch interessieren:

    Sie schreiben: „Mit dem WU-Bachelor erwirbt man einen regulären Abschluss eines Vollstudiums.“

    Ich habe von einem Freund gehört, dass z.B.: BachelorabsolventInnenen beim Unterrichtsministerium / Stadtschulrat nicht in die selbe Beamteneinstufung fallen wie AbsolventInnenen eines Magisterstudiums. In Beamtenkreisen solle das Bachelorstudium nicht als Vollstudium gelten.

    Ist dies korrekt? Haben Sie hierzu aktuelle Informationen?

    Dankeschön!

  • Wer heute im öffentlichen Dienst beginnt, wird als Vertragsbedienstete/r aufgenommen. Das Dienstrecht für Vertragsbedienstete kennt eine Einstufung wie früher in A-, B-, C-Beamt/inn/e/n etc. nicht. Die gehaltliche Einstufung eines Vertragsbediensteten erfolgt allein aufgrund der Funktionsbeschreibung, nicht aufgrund der Vorbildung. Insofern können Bachelor-Absolvent/inn/en sehr wohl anspruchsvolle Funktionen im öffentlichen Dienst übernehmen und werden dort natürlich entsprechend entlohnt. Es gibt bereits Beispiele dafür, wenn auch aufgrund des Aufnahmestopps beim öffentlichen Dienst der letzten Jahre erst recht wenige.

    Vermutlich haben Sie den Medien aber auch entnommen, dass das Beamt/inn/enschema keine eigene Einstufung für den Bachelor-Abschluss kennt. Das ist von der Symbolik selbstverständlich tragisch, vergessen darf man dabei aber nicht, dass es in Österreich keine Neuanstellungen als Beamtin oder Beamter mehr gibt.

Kommentar verfassen


This blog is kept spam free by WP-SpamFree.