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WU Student Rankings: Eine erste Bilanz der „etwas anderen Erfolgsnachweise“

Seit etwa einem Jahr stehen WU Studierenden der Bachelor- und Masterprogramme die WU-Student Rankings nun schon zur Verfügung. Dabei können Sie Ihre Studienleistungen in den Kriterien Notendurchschnitt und Studiengeschwindigkeit sowie in einer Kombination dieser beiden im Vergleich zu Ihren Kolleg/inn/en ausweisen.

Sofern Sie sich unter den besten 1%, 5%, 10%, 15%, 20% oder 25% der Vergleichsgruppe befinden, wird dies auf der Bestätigung vermerkt. Die Rankings werden an vier definierten Stichtagen pro Studienjahr generiert, jeweils 4 Wochen nach einem Auswertungsstichtag stehen die entsprechenden Auswertungen zur Verfügung. Alle Ranking-Bestätigungen können als pdfs in Deutsch und Englisch abgerufen werden.

Vor allem bei Bewerbungen um Masterstudien, Praktika oder Jobs im In- und Ausland können die Rankings extrem hilfreich sein. An der WU ist es im Vergleich zu vielen anderen Universitäten und Fachhochschulen ungleich schwerer, gute Noten zu erzielen – vor allem im ersten Studienjahr der Bachelorstudien. Die Rankings helfen dabei, diesen strukturellen Nachteil für WU-Studierende auszugleichen.

Die Zugriffszahlen zeigen, dass das Service auf großes Interesse stößt und sehr gerne in Anspruch genommen wird. Im März 2011, also unmittelbar nach dem Launch, wurden knapp 17.700 Zugriffe auf die Ranking-Bestätigungen registriert. Insgesamt konnten bis Jahresende 2011 fast 67.000 Zugriffe verzeichnet werden.

Ergänzt wurde das Service im Mai 2011 um Bestätigungen des Notendurchschnitts, so genannte gpa-Bestätigungen, die tagesaktuell in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung stehen. Auch diese werden häufig bei der Bewerbung um Masterstudien im In- und Ausland gefordert. Die gpa-Bestätigungen wurden im Zeitraum zwischen Mai und Ende Dezember 2011 mehr als 15.000 mal aufgerufen.

Bereits jetzt sind alle Ranking- und gpa-Bestätigungen mit elektronischer Signatur versehen, demnächst werden sie voraussichtlich sogar mit Amtssignatur ausgestattet sein. Somit sollte es künftig für Studierende auch nicht mehr notwendig sein, die Echtheit der Bestätigungen durch Stempel und Unterschrift absichern zu lassen.

Fragen oder Rückmeldungen zu den Student Rankings können Sie gerne per Mail an rankings@wu.ac.at schicken. Weitere Infos auch zur Anmeldung zu den Rankings unter: http://www.wu.ac.at/students/org/services/rankings

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10 Diskussionen über
“WU Student Rankings: Eine erste Bilanz der „etwas anderen Erfolgsnachweise“”
  • Hilfreich wäre es noch, eine eigene englische Version mit dem in England und den USA üblichen GPA System zu berechnen, da es sonst zu Missverständnissen kommen kann!

  • Das wäre natürlich sehr schick, leider ist die Umrechnung nicht so einfach. (Unterschiedliche Standards, wiedermal…)

    Außerdem wollen viele Unis im Ausland unsere Noten einfach genauso, wie sie bei uns sind + ggf. Erklärung, wie unsere Notenskala funktioniert.

    • Da hast du vollkommen Recht! Bei der Bewerbung bei amerikanischen oder englischen Firmen wär es dennoch hilfreich, da diese meist weniger mit unserem System vertraut sind.

  • Also ein grundsätzliches Problem, welches ich an der WU sehe ist folgendes: Was hilft es mir seit Beginn meines Studiums stets unter den Top-5 Prozent der Studenten gereiht zu sein, mein Notenschnitt aber trotzdem nicht ausreicht um an vielen ausländischen Unis den Master zu machen…. Habe schon oft gehört, dass es im Ausland wesentlich einfacher ist gute Noten zu bekommen. Nur leider wissen das halt die ausländischen Unis nicht…. ein klarer Wettbewerbsnachteil also für die WU-Studenten…

    • Sehr geehrter Student,

      es ist uns – wie im Beitrag erwähnt – leider bewusst, dass es an der WU schwerer ist, sehr gute Noten zu erreichen. Da viele große internationale Arbeitgeber bzw. ausländische Universitäten in einem ersten Schritt die Noten ihrer Bewerber/innen screenen, kann dies zu Problemen führen. Auch das ist uns leider bewusst.

      Einmal mehr ist hier aber nicht die WU, sondern die österreichische Hochschulpolitik und der „freie“ Hochschulzugang die Ursache. Um die Nachfrage an das Angebot anpassen zu können, wird der WU seitens Politik nahe gelegt, ihre Studierenden mittels Prüfungen „auszusieben“. Als Folge haben natürlich auch jene Studierendenden, die die Auswahl bestehen, relativ schlechte Noten. Wir haben die Politiker schon oft ohne Erfolg auf dieses Problem hingewiesen. Mit fairen und transparenten Zugangsregeln gäbe es dieses Problem nämlich nicht. Daher können wir nur an die Studierenden appellieren, ihren Unmut gegen die Politik, die uns Unis „im Regen stehen lässt“ zu richten und nicht gegen die WU, die gezwungen ist, aufgrund der Überlastung die Prüfungen schwerer anzusetzen, um den Massen Herr zu werden. Das dies eine denkbar schlechte Lösung ist, ist uns selbstverständlich bewusst. Daher kämpfen wir auch seit Jahren um mehr Budget oder faire Zugangsregeln und werden dieses Ziel auch in Zukunft stets verfolgen.

      Ihr Christoph Badelt

      • Sehr geehrter Herr Rektor,

        vielen lieben Dank für diese sehr offene und vor allem persönliche Antwort.

        Es freut mich, dass sich die WU der erwähnten Problematik bewusst ist. Im Gegenzug darf ich Ihnen auch versichern, dass sich auch die meisten Studenten und auch ich bewusst sind, dass der Grund für die vorherrschende Lage nicht bei Ihnen, sondern bei der Politik zu suchen ist.

        Ihren Appell, dass die Studierenden gegen die Politik und nicht gegen die WU aufbegehren mögen, heiße ich gut, darf ihm jedoch eine Frage gegenüberstellen:

        Wenn wir uns offensichtlich einig sind, dass die Schuld bei der Politik zu suchen ist, warum richtet sich der von der WU und allen anderen Unis gewählte Ausweg aus der Misere dann primär gegen Studierende in der Form von schlechteren Noten, Knock-Out-Prüfungen und zuweilen lächerlichen Studieneingangsphasen (z.B.: Abfragen der einzelnen Institutsabteilungen oder wichtige Tiere in der Pädagogik, vgl. http://derstandard.at/1329703207848/Universitaet-Wien-Studierende-protestieren-gegen-Schikanen-in-der-Eingangsphase)?

        Sie haben bereits selbst ausgeführt, dass der gewählte Weg eine „denkbar schlechte Lösung ist“ und ich darf diesen Gedanken vielleicht fortsetzen: Müsste Ihrem Aufruf folgend den wahren Schuldigen – also die Politik – die Unmut entgegenkommen zu lassen, nicht konsequenter- und fairerweise auch die Antwort der Unis auf diese Problematik primär gegen die Politik und nicht gegen die Studierenden gerichtet sein?

        Den wahren Schuldigen zu benennen, die Leidtragenden aufzufordern ihm seine Unmut entgegenzubringen und Ihnen zur Lösung des Problems gleichzeitig noch mehr Hürden in den Weg zu stellen… würden Sie mir nicht zustimmen, dass es nur verständlich ist, wenn ein Teil des Unmuts sogleich wieder an die Unis zurückfällt?

        Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Mir ist durchaus bewusst, dass den Rektoren kurzfristig keine andere Wahl bleibt, als jenen Weg zu gehen, den Sie beschrieben haben und ich bewundere die WU dafür, wie sie mit den Studentenmassen fertig wird. Ich würde Ihnen auch niemals unterstellen, dass Ihnen ein „Aussieben“ richtig erscheint.
        Langfristig würde ich mir jedoch einfach mehr Handlungen der Rektoren an jene gerichtet wünschen, welche sie selbst als Verursacher ausgemacht haben.

        Die Klage der WU auf mehr Geld war ein großartiges Beispiel hierfür, kann jedoch nur ein erster Schritt gewesen sein. Denn den Unmut der Studenten gegen die Politik erlebt man jeden Tag, jenen der Rektoren habe ich schon länger nicht mehr vernommen. Anfangen könnte man etwa damit, dass Sie jene Politiker oder hochrangigen Beamten benennen, welche Ihnen, ich zitiere: „nahe gelegt [haben], ihre Studierenden mittels Prüfungen auszusieben“. Vielleicht könnten wir den von Ihnen geforderten Unmut dann etwas zielgerichteter kundtun.

        Und um nochmals zu verdeutlichen in welche Richtung nicht nur unser Unmut, sondern auch Ihre Lösungen und Handlungen als Universitätsführung gerichtet sein sollten, ein kleines Gedankenspiel: Wie reagieren wohl ausländische Unis wenn ein WU-Student oder eine –Studentin in der Bewerbung erklärt, dass seine/ihre schlechte(re)n Noten auf die österreichische Innenpolitik zurückzuführen sind, welche unseren Rektor im Regen stehen ließ?

        Nochmals vielen Dank für Ihre offene Antwort und viel Glück im weiteren Kampf für eine Änderung in der derzeitigen Hochschulpolitik, in welche Richtung diese auch immer gehen möge.

        • Sehr geehrter Hr. Rektor,
          Sehr geehrter Vorredner,

          Student hat voll und ganz recht – in Wirklichkeit baden junge, studierwillige Personen den politischen Unwillen zu mehr Investment in Ausbildung und Bildung aus. Auf brutale Art und Weise.

          Ob allerdings die von Ihnen angesprochenen „fairen“ Zugangsregeln das Problem für alle Seiten hinreichend lösen, sollte stark in Frage gestellt werden:
          Gesetzt den Fall die WU und alle anderen Universitäten erhalten das Recht kapazitäts- und leistungsbezogen zu selektieren, und kurzfristig tritt ein „schöner“ Zustand für das Uni-Personal (zu dem ich btw auch gehöre) ein. Mal abgesehen davon, dass steigende Budgets bei der politischen Nicht-Bereitschaft (auch ihres Exkollegen, dem jetztigen Wi-Minister) dann mit dem Argument abgeschmettert werden werden (und das steht für mich fest) „Jetzt gibts eh Beschränkungen, was wollts denn noch?“, was passiert denn mit den vielen hunderten und vielleicht sogar tausenden jungen Menschen in dem Staat? Arbeitslose Jugendliche und Junge Menschen, die keine Chance auf Ausbildung haben (infolge restriktiver Zahlenbeschränkungen), und es wird hier immer welche geben, für die kein Platz ist (vergleiche auch das Interview mit Hrn. Töchterle vor einigen Wochen im OnlineStandard), selbst wenn sie gut geeignet wären, kommen den Staat, den Steuerzahler und letztlich die Allgemeinheit sehr teuer. Es wird wohl nicht aus dem Boden plötzlich eine tausendschaft von FH-Ausbildungsplätzen generiert werden, auch keine anderen/neuen Unis.

          Zusammengefasst – bei vollstem Verständnis Ihrer Situation als Mangelverwalter – Zugangsbeschränkungen sind nur eine Janus-Köpfige Lösung. Sie lösen weder die Finanzierungsprobleme (es sei denn, es werden die Gesamtzahlen um 1/3 zurückgefahren, was im 6.reichsten Land der Welt eine politische Bankrotterkärung wäre), und sie generieren nur Probleme, für die dann hoffnungsvolle junge Menschen geradestehen müssen, ohne etwas dafür zu können.

          Ich ersuche diese Aspekte bei der Diskussion nicht außer acht zu lassen!

          beste Grüße & Danke für Ihre Bereitschaft im Blog mit den Usern zu kommunizieren.

          • Sehr geehrter Student, sehr geehrter technic,

            danke für Ihre Kommentare. Natürlich verstehe ich die Tatsache, dass sich der Unmut der Studierenden teilweise auch gegen die Universitäten richtet. Aber glauben Sie mir, dass wir derzeit keine Alternative als die Studieneingangs- und Orientierungsphase zur Auswahl haben, solange die Politik nicht reagiert.

            Wir nutzen jede Möglichkeit, um mit den Politiker/inne/n vehement über die Zukunft der Universitäten zu streiten, das passiert nicht (immer) über die Medien und wird daher auch nicht immer öffentlich wahrgenommen. Sie haben es aber durch das von uns eingeleitete Schlichtungsverfahren gesehen und bemerken es derzeit vielleicht auch durch die Berichte rund um die neuen Leistungsvereinbarungen. Ein großes Problem dabei ist, dass sich die beiden Koalitionspartner gerne aufeinander ausreden.

            Die WU wird die Erkenntnisse aus dem Schlichtungsverfahren in den kommenden Verhandlungen zu den Leistungsvereinbarungen, wo u.a. auch das Budget festgeschrieben wird, weiterverfolgen. Auch die Rektor/inn/en werden klarstellen, dass die Unis das Überschreiten einer bestimmten Zahl von Studierenden nicht akzeptieren können. Nicht, weil wir keine Studierenden wollen, sondern weil wir aufgrund der Budgetknappheit einfach keine ausreichende Betreuung oder Plätze (siehe Beitrag Masterproblematik) garantieren können. Denn lange Wartezeiten und schwierige Prüfungen führen verständlicherweise wieder zum Unmut der Studierenden. Wir bestehen damit auf einklagbare Regelungen für den Fall, dass das Ministerium seine Verpflichtungen nicht einhält. Wie Sie vielleicht gelesen haben, hat das Minsterium gegen genau diese Vorgangsweise Widerstände angekündigt. Es wird also spannend werden.

            Wie die Schlichtungskommission bereits festgestellt hat, hat der Gesetzgeber ein verfassungsrechtliches Gebot, den Universitäten ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um alle Studierenden betreuen zu können.

            Wir kämpfen also weiterhin für bessere Bedingungen und ein höheres Budget und freuen uns über die Unterstützung der Student/inn/en bei dieser Aufgabe.

            Ihr Christoph Badelt

  • Selbstverständlich kann jeder auf der Welt, insbesondere Hochschulen in Singapur und Arbeitgeber in Kanada mit einer österreichischen Amtssignatur problemlos was anfangen. Überall von Globalisierung und vereintem Europa träumen und bei der digitalen Signatur auf Schweizer Hochalpenkanton machen, das ist einfach naiv.

  • @Magnifizenz: Säuft die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eigentlich am Faschingsdienstag? Anders kann ich mir solche Presseaussendungen wie http://www.wu.ac.at/press/info/pressinfo2012/2012/pa20120221 nicht erklären – wenn das Buch eines 29jährigen Jingels „einzigartige Forschung“ darstellt, was ist dann die gesamte Arbeit der anderen ca. 1,000 Forschenden wert?

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