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Hochschulplan – derzeit Thema Nr. 1

In dieser Woche präsentierten Bundestminister Töchterle und drei Expert/inn/en aus der Schweiz und Deutschland die Ergebnisse zum Hochschulplan Österreichs, was zu regen Diskussionen geführt hat. Die Expertengruppe hat die Empfehlungen im Auftrag des Wissenschaftsministeriums in mehreren Monaten erarbeitet. Die Details dazu können Sie auf derstandard.at bzw. diepresse.com oder auch auf der Website des BMWFs nachlesen. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung auf die Empfehlungen reagieren wird.

Wir möchten Ihnen dazu auch die Stellungname von Hans Sünkel, amtierender Präsident der Universitätenkonferenz, näherbringen.

Sünkel sieht in Hochschulplan „Arbeitsauftrag“ an die Bundesregierung

Als „gut geeignete Grundlage“ für die weitere Entwicklung der heimischen Hochschullandschaft bezeichnet der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Rektor Hans Sünkel, das heute vorgelegte Rahmenkonzept für einen Hochschulplan. Das von Bundesminister Karlheinz Töchterle präsentierte Papier zeige deutlich die strukturellen Schwächen und Systemwidersprüche des tertiären Bildungssektors auf, allen voran die Unterfinanzierung und den ungeregelten Zugang zu den Universitäten. Der Bericht sei somit als „klarer Arbeitsauftrag an die Bundesregierung“ zu verstehen, stellt Sünkel fest.

Das Rahmenkonzept belegt eindeutig die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von höheren Investitionen in Bildung und Forschung. „Die genannten Vorschläge für zusätzliche Einnahmequellen, wie etwa Studiengebühren, ändern allerdings nichts an der grundsätzlichen Finanzierungsverantwortung des Bundes für die öffentlichen Universitäten“, betont der uniko-Präsident.

Bei dem Papier handelt es sich um die Außenansicht einer Expertengruppe, was aber nicht bedeutet, dass die Empfehlungen eins zu eins umzusetzen sind. Es sei nun Aufgabe der Bundesregierung, so Sünkel, gemeinsam mit den „Stakeholdern“ die Vorschläge auf ihre Realisierung zu überprüfen und mit den Vorarbeiten zur Umsetzung zu beginnen.

Foto:bmwf

   Wien (OTS) - Als "gut geeignete Grundlage" für die weitere
Entwicklung der heimischen Hochschullandschaft bezeichnet der
Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Rektor Hans Sünkel, das
heute vorgelegte Rahmenkonzept für einen Hochschulplan. Das von
Bundesminister Karlheinz Töchterle präsentierte Papier zeige deutlich
die strukturellen Schwächen und Systemwidersprüche des tertiären
Bildungssektors auf, allen voran die Unterfinanzierung und den
ungeregelten Zugang zu den  Universitäten. Der Bericht sei somit als
"klarer Arbeitsauftrag an die Bundesregierung" zu verstehen, stellt
Sünkel fest.
 
   Das Rahmenkonzept belegt eindeutig die Notwendigkeit und
Sinnhaftigkeit von höheren Investitionen in Bildung und Forschung.
"Die genannten Vorschläge für zusätzliche Einnahmequellen, wie etwa
Studiengebühren, ändern allerdings nichts an der grundsätzlichen
Finanzierungsverantwortung des Bundes für die öffentlichen
Universitäten", betont der uniko-Präsident.
 
   Bei dem Papier handelt es sich um die Außenansicht einer
Expertengruppe, was aber nicht bedeutet, dass die Empfehlungen eins
zu eins umzusetzen sind. Es sei nun Aufgabe der Bundesregierung, so
Sünkel, gemeinsam mit den "Stakeholdern" die Vorschläge auf ihre
Realisierung zu überprüfen und mit den Vorarbeiten zur Umsetzung zu
beginnen.
6 Diskussionen über
“Hochschulplan – derzeit Thema Nr. 1”
  • „Bei der Wirtschaftsuniversität Wien, die das schlechteste Betreuungsverhältnis von allen Universitäten in Österreich aufweist, beträgt das klassische Betreuungsverhältnis 1:393,6 bei entsprechender Berücksichtigung des Mittelbaus verbessert es sich auf 1:89,490.“ steht im Bericht. Unter „Mittelbau“ fallen doch etwa nicht auch Projektassistenten, Doktoranden mit halbem Beschäftigungsverhältnis und Angehörige ähnlich prekärer akademischer Arbeitsverhältnisse? Oder wurden da nur promovierte hauptberufliche Assistenten gezählt?

  • Lieber „Alumni“,

    der Abschnitt des Weisen-Berichts mit den Betreuungsverhältnissen bezieht sich auf das „Statistische Taschenbuch 2010“ des bmwf. Hier werden zur Berechnung der Betreuungsrelationen Studierende je Professor/inn/en, aber auch je „Lehrperson“ herangezogen. Die Lehrpersonen sind im Bildungsdokumentationsgesetz an den Universitäten festgeschrieben und werden in diesem Fall mit den Kategorien 11-17 definiert. Diese umfassen:

    11 Universitätsprofessor/in (§ 98 Universitätsgesetz 2002)

    12 Universitätsprofessor/in, bis zwei Jahre befristet (§ 99 Universitätsgesetz 2002)

    13 emeritierte/r oder pensionierte/r Universitätsprofessor/in

    14 habilitierte/r wissenschaftliche/r und künstlerische/r Mitarbeiter/in (Universitätsdozent/in)

    15 Privatdozent/in

    16 nicht habilitierte/r wissenschaftliche/r und künstlerische/r Mitarbeiter/in und Mitarbeiter/in im Forschungs-, Kunst- und Lehrbetrieb mit selbständiger Lehr- und Forschungstätigkeit
    oder Entwicklung und Erschließung der Künste

    17 Lehrbeauftragte/r (§ 107 Abs. 2 Z 1 Universitätsgesetz 2002)

    Nachzulesen ist das alles unter:
    http://www.if.tugraz.at/bibliothek/Berichte/StatTB2010.pdf (Seite 114)
    bzw.
    http://www.bmwf.gv.at/uploads/tx_contentbox/bidokvuni.pdf

    • 11, 12, 14 und 16 sind nachvollziehbar. 15 ist individuell zu interpretieren. Bei 13 wird ein emeritierter 80jähriger, der vielleicht noch einmal die Woche eine Stunde vorliest, als vollgültige Betreuungsperson gezählt? Oder ein 17er, bei dem es sich z. B. um einen Richter bzw. Anwalt handelt, der nebenher noch zwei Stunden die Woche LV hat? Sorry, aber wenn das nicht Äpfel, Birnen und Kokosnüsse in einem bunten Obstkorb sind, was dann? Die Privatwirtschaft rechnet sowas mit Vollzeitäquivalenten (VAK) – warum rechnet sich die WU hier ihr Betreuungsverhältnis schön?

  • Wieso die WU? Ist mir neu, dass der Hochschulplan von der WU geschrieben worden ist. Die Betreuungsverhältnisse im Bericht beziehen sich, soweit ich das verstanden habe, auf das Statistische Taschenbuch vom bmwf, und sind nicht von der WU berechnet… Und das bmwf hat eben diese Kategorien dazugenommen bei der Berechnung. Die WU rechnet doch meist mit Profs:Studenten, oder nicht?

    • Das sind dann die erstgenannten 1:393,6. Oder einfach fasslich formuliert: 1 Habilitierter auf 400 Studenten. Macht bei 200 Arbeitstagen im Jahr ein halber Tag pro Studenten. Oder im Semester zwei Stunden. Bei Gleichverteilung 😉

  • hmm, was mir bei der diskussion etwas auf den nerv geht, ist, dass die Leistung von nicht habilitiertem Personal stark geschmälert wird…
    Ein Großteil der Betreuung, sogar bei Diplomarbeiten und dergleichen leisten nämlich auch die Assistenten, die in prekären, unterbezahlten, befristeten Arbeitsverhältnissen schuften dürfen, und wenn sich – wegen großer Arbeitsleistung in der Lehre – die Diss nicht ausgeht, sind sie nach 4 Jahren auf der Straße.

    Ein Prunkstück der Ära Gehrer…

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