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Weitere Schritte im Schlichtungsverfahren

Die WU hat bekanntlich als erste österreichische Universität ein Schlichtungsverfahren zur Abänderung der Leistungsvereinbarung eingeleitet. Wir erheben damit massive finanzielle Forderungen zum Ausbau der WU-Kapazitäten, da unser Antrag auf Regelung des Zugangs in den Bachelorstudien nicht genehmigt wurde. Sicherlich gibt es die eine oder andere Frage zu diesem Schritt. Da so ein Verfahren in Österreich neu ist, gibt es leider noch keinerlei Erfahrungswerte. Daher ist eine Einschätzung, wie der genaue Ablauf sein wird, auch für uns sehr schwierig. Trotzdem möchte ich Ihnen auf diesem Wege die weiteren uns bekannten Schritte erläutern und Sie so auf den neuesten Stand bringen.

Laut Uni-Gesetz kann sich eine Universität an die Schlichtungskommission wenden, wenn es geänderte Rahmenbedingungen und daraus folgend Änderungswünsche zu den gemeinsam mit dem Ministerium abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen gibt.

Die Leistungsvereinbarungen zwischen WU und Ministerium sind ein öffentlich-rechtlicher Vertrag. Die Schlichtungskommission wird angerufen, wenn sich zwei Parteien nicht auf eine vertragliche Regelung einigen können, dies aber wollen oder müssen.

Laut § 13a des Universitätsgesetzes 2002 muss die Schlichtungskommission aus einer aktiven Richterin oder einem aktiven Richter als Vorsitzender oder Vorsitzendem und vier Beisitzerinnen oder Beisitzern bestehen. Den Vorsitz der Kommission hat die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes (OGH), Irmgard Griss, inne. Bis Anfang Juli haben WU und Ministerium nun Zeit, die unabhängigen Beisitzer für die Schlichtungskommission zu nominieren. Das Ministerium hat außerdem zwei Wochen Zeit, eine Gegenschrift zu verfassen.

Die Schlichtungskommission muss zunächst versuchen, eine Einigung zwischen WU und Ministerium zu erzielen. Passiert dies nicht, beschließt die Kommission eine verbindliche Entscheidung per Bescheid. Sollten WU oder Ministerium mit diesem Ergebnis nicht einverstanden sein, besteht die Möglichkeit einer Anrufung des Verwaltungsgerichtshofs.

Das sind die derzeit bekannten Rahmenbedingungen und weiteren Schritte in diesem für uns alle neuartigem Verfahren. Sobald wir unsere Beisitzer nominiert haben, wird die Kommission vermutlich erstmals für einen Schlichtungsversuch zusammentreten.

Wir werden versuchen, unsere Leserschaft in Zukunft über alle weiteren Schritte und neuesten Entwicklungen in Zusammenhang mit dem Schlichtungsverfahren über unseren Blog zu informieren.

Ich hoffe sehr auf einen positiven Ausgang des Schlichtungsverfahrens, auch in Hinblick auf die Situation aller anderen österreichischen Universitäten, die mit ähnlichen Bedingungen zu kämpfen haben.

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9 Diskussionen über
“Weitere Schritte im Schlichtungsverfahren”
  • Wa ist denn ein positiver Ausgang?

    Strenge Zugangsbeschränkungen? Da werden die Studierenden sich freuen.

    Oder mehr Geld für bessere und mehr Ressourcen? Das wäre etwas ehrlich notwendiges.

    Ach zwei Seelen schlagen doch in des Uni-Personals Brust. Das Optimum wäre vermutlich beides. Mehr Geld & Ressourcen für weniger Studierende.

    Die Studierenden, die für ein „Zugangsmanagement“ sind (jaja, die politsch unabhängige Serviceeinrichtungs-Fraktion), werden dann mal blöd schauen, wenn einer ihrer Mandatare einen Bruder oder eine Schwester oder in der Zukunft einen Sohn oder Tochter hat, der vor verschlossenen Türen des Satinglaspalasts im Prater steht.

    • welches argument steckt eigentlich hinter deinem ständigen verweis auf irgendwelche brüder, verwandte, nachfolgende studenten im allgemeinen?

      wie gesagt, eine zugangsbeschränkung (die früher oder später ohnehin alternativlos ist) ist der jetzigen situation (aussieben mit vier mc-test am anfang) natürlich um einiges überlegen, gewinnt der student doch nicht den eindruck, er dürfe studieren (so wie du das etwa machst), nur weil die inskription an keinerlei bedingungen geknüpft ist, um dann eben in der step hinausgeekelt (!) zu werden.

      natürlich ist der traum ein ausfinanziertes wunschstudium für jeden, dem wird sich auch ein rektor nicht verschließen. in einer welt der begrenzten ressourcen ist sowas leider utopisch.

  • Die Lösung für die WU kann nur so aussehen, dass es wieder Studiengebühren für alle gibt und Zugangsbeschränkungen (Zb Aufnahmetest,…) für den Bachelor!

    • Zugangsmanagent sollte nach folgenden Kriterien erfolgen:
      – HAK-Matura oder gleichwertige Berechtigung UND Mittelpunkt des Lebensmittelpunktes in Österreich (für Drittstaatsangehörige bzw. deren Unterhaltspflichtige mindestens fünf Jahre uneingeschränkte Steuerpflicht) sollen als erstes zugelassen werden
      – Dann Personen mit anderen wirtschaftlicher Berechtigungen und Lebensmittelpunkt in Österreich
      – dann Personen mit anderer Hochschulzugangsberechtigung UND Lebensmittelpunkt in Österreich
      andere sollen sich die Restplätze teilen. Besonders betrifft das die numerus-clausus-Flüchtlinge aus der BRD. Die zuständigen deutschen Behörden sollen das Problem im eigenen Land lösen und nicht die überzähligen Abiturienten nach Ösiland abschieben. Offenbar haben diese Stellen dem Herrn Bundesminister die kalte Schulter gezeigt und jetzt wird der Druck auf Ösis und Gastarbeiter, die im eigenen Land studieren wollen, weiter gegeben.
      Positiv auswirken würde sich eine Teilung des Bachelorstudiums in BWl, VWL und Sozialwirtschaft, da die Deutschen in erster Linie wegen BWL kommen.

  • Wenn man den Uni Etat von Deutschen,Schweizer und Österreichischen Universitäten vergleicht, stellt man fest, dass unsere Unis massiv! unterfinanziert sind.
    Ich kann nur hoffen, dass unsere Regierung endlich mal aufwacht und den Etat erhöht. Aber nicht um ein paar Prozent, sondern verdoppelt!
    …aber das wird wohl leider nicht passieren 🙁

    Egal, wir haben ja genug Rohstoffe.
    Bildung brauchen wir nicht…

  • Sehr geehrter Rektor Badelt,

    zunächst möchte ich Ihnen für diesen dringend notwendigen Schritt gratulieren, den Sie als einziger wagen.

    Rechtslagen können sich nur ändern, wenn Bürger auf deren Recht pochen, gehört zu werden.

    Und ich unterstütze Ihr Engagement sehr, unsere massiven Kapazitätsprobleme zu kommunizieren.

    Ich persönlich bin überzeugt, dass jedes „Studiensystem“ nur funktioniert, wenn die Teilnehmer darin willens und fähig sind, dieses zu gestalten respektive ein Rahmen gewährleistet ist, in dem dies möglich ist.

    Es ist meine persönliche, feste Überzeugung, dass es jedem Bürger/jeder Bürgerin zusteht, eine Ausbildung absolvieren zu dürfen, die seinen/ihren Interessen und Talenten entspricht. Daher sehe ich eine „Vorabauswahl“ zum Studium – etwa aufgrund bisheriger Bildungswege (HAK etc.) kritisch.

    Könnte es eine gerechte Lösung für ALLE Beteiligten sein, dass etwa Aufnahmeprüfungen abgehalten werden?

    Dass Menschen, die sich für die wirtschaftliche Richtung interessieren, willens und fähig sind, dieses Studium zu absolvieren, sich VORAB mittels Prüfung beweisen dürfen? Für sich selbst erkennen zu dürfen, ob die Materie zu ihnen passt? Um dann unter ANNEHMBAREN und ZUMUTBAREN Bedingungen ihr Studium absolvieren zu können, etwa.

    Die WU Wien kann dann als „echter“ Wegbereiter für die fachliche und berufliche Zukunft dieser Menschen fungieren.

    Die Teilnehmer im System sind Leistungsfähig.

    Damit das System leistungsfähig sein kann, MUSS ein Budget eingeräumt werden, das Qualität erst ermöglicht; keinesfalls darf das Unisystem „schrumpfen“, stagnieren, weil die Bedingung „Geld“ nicht erfüllt ist.

    Ich wünsche mir für uns alle Beteiligten – die Studierenden, die WU sowie die staatliche Ebene – ein Ergebnis in diesem Prozess, das ein erfolgreiches Funktionieren ermöglicht.

    Das mir erfolgreiches Studieren ermöglicht.

    Marianne Eitzenberger

  • @thomas:
    das ist visionslos.
    Mit ihrer Argumentation könnte auch auf 2 anfänger heruntergeregelt werden, und es wäre in ihren augen fair, weils ja „tests“ und „Studiengebühren“ gibt

    @Eitzenberger: Bei einem ausfinanzierten System – und das würde nicht die Welt kosten, schaut man sich an, für welchen dreck der staat milliarden rauswirft – ist es obsolet Eingangstests zu machen.

    Allerdings wird das von visionlosen Politikern a la Karl, Töchterle und Kopf als „Schlaraffenland“ bezeichnet. Na gut, dann halt ab ins wissenschaftliche 14. Jahrhundert. Die anderen können ja Äcker bestellen oder beim Billa Regla schlichten (spätestens wenn der Billa dann in China angekommen ist, gibts genug stellen)

  • @technic
    …“allerdings haben sie wenigstens die chance zu studieren.“

    1. Ein freier Hochschulzugang gekoppelt mit massiver Unterfinanzierung der WU kann man nicht als eine Chance sondern als einen Betrug an den Studierenden bezeichnen!

    „Da Österreich aber – im Vergleich zu vielen anderen Staaten der Welt – ohnehin zu wenig Akademiker, und auch zu wenige Studienanfänger hat (ich möchte jetzt nicht über den überstrapazierten terminus drop-out sprechen…“

    2. Offensichtlich hat der freie Hochschulzugang versagt mehr Absolventen am Arbeitsmartk zu bringen. Es gibt aber sicher keinen Mangel an WiWi oder WU Absolventen. Stark betroffen sind vor allem die MINT Studiengaenge. Ihre Vereinfachung der Realitaet hilft hier nicht.

  • @studentxy: Und sie glauben wirklich, dass an der mathematik, der chemie, der physik sooooo supertolle studienbedingungen vorherrschen? und dass man mit handkuss nach einem schnellen, einfachen studium dort genommen wird?

    ihre – übrigens total abgelutschte argumentation (gut ausgebildete arbeitlose lassen sich um ein vielfaches einfacher vermitteln), die förmlich aus der lichtenfelsgasse zu kommen scheint – beinhaltet nicht, was sie mit menschen, die keinen studienplatz bekommen, machen wollen? zum ams schicken?
    und: als reaktion auf ein staatsversagen und einen betrug – nämlich wie sie richtig sagen an den studierenden – dann zugangschranken zu legitimieren, ist neben etwas masochistisch (oder sind sie auch ein „hinter-mir-die-sintflut“-student?) auch äußerst naiv. Denn die Politik wird wenn man Zugangschranken/studienplatzfinanzierungen, bla,bla, bla (ich kann diese termini schon nicht mehr hören, sie sind einfach überstrapaziert), gaaaaaaaanz sicher mehr geld in die unis pumpen.

    applaus.

    Die Realität vereinfachen hilft Ihnen genausowenig. und nicht böse sein, es gibt nur ganz wenige Wu-Absolventen, die (gar) keinen Job finden. Man wird sich vielleicht mal davon verabschieden müssen, dass jeder gleich einen top-manager-job bekommt. Das wirds in den heutigen Zeiten weder mit, noch ohne Zugangsschranken spielen.
    „Aber was, ich hab doch an einer EQUIS-zertifizierten Topuni studiert, und jetzt soll ich bei der ersten Schalterdienst verrichten…eine Zumutung“. Naja, urteilen sie selbst.

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