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Bachelor welcome!?

Mag. Ursula Axmann, Geschäftsführerin des WU ZBP Career Center berichtet über die Akzeptanz des Bachelor-Abschlusses in der Arbeitswelt.

Seit 2006 bietet die WU Bachelorstudien in „Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ sowie in „Wirtschaftsrecht“ an, die ersten Masterstudien sind eingeführt, das Magisterstudium läuft aus. Allein in Österreich werden derzeit 1.011 Studien an öffentlichen Universitäten angeboten, dazu kommen 479 Studien an privaten Universitäten und Fachhochschulen. Von diesen Studien sind derzeit bereits 521 als Bachelorstudium angelegt.

Laut Statistik Austria schließen 80 Prozent der Bachelorabsolvent/inn/en in Österreich unmittelbar ein Masterstudium an. Die Umstellung auf das neue Studiensystem ist immer noch nicht ganz abgeschlossen und erfolgte sukzessive. An der WU beginnen über 4.000 Studierende ein Bachelorstudium im Bereich „Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ und „Wirtschaftsrecht“. Es hat sich rasch abgezeichnet, dass nur ein Teil der WU-Studierenden das Bachelorstudium in den vorgesehenen drei Jahren beenden kann. Die ersten Bachelors sind schon am Arbeitsmarkt, in Masterprogrammen oder bewerben sich für die Aufnahme in die neuen Masterprogramme.

Am Arbeitsmarkt angekommen?

In unserer täglichen Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Unternehmen im ZBP stellen wir fest, dass diese erst langsam ihre Anforderungsprofile an Absolvent/inn/en zu überprüfen beginnen. Gegebenenfalls werden diese angepasst, Entgeltstrukturen, Karrieresysteme, Personalmarketing und Weiterbildungskonzepte überdacht. Dennoch liest man in Stelleninseraten immer häufiger „Bachelor welcome“, Arbeitgeber/innen beginnen, um die Absolvent/inn/en der neuen Studienzweige zu werben. Wir bekommen auch häufiger Rückmeldungen von Bachelors selbst, die gut auf dem Arbeitsmarkt angekommen sind und ohne größere Probleme eine Einstiegsposition gefunden haben.

Bei einem kürzlich durchgeführten Blitzlicht unter unseren 157 Partnerfirmen geben HR-Verantwortliche weitgehend an, das Aufstiegs – und Karrieremöglichkeiten grundsätzlich für alle Abschlussarten an Universitäten gleich seien. Unterschiede lassen sich je nach Branche und individuellen Unternehmen aber erkennen. Burkhard Hanke z. B., Recruiting-Leiter bei zeb/, einer auf Financial Services basierten Managementberatung, entgegnet auf die Frage, ob Bachelorabsolvent/inn/en eingestellt werden, dass „je nach Vorerfahrung (z. B. Lehre als Bankkauffrau/mann) und relevanter Berufspraxis auch für Bachelor der Direkteinstieg als Management- oder IT-Consultant möglich ist.“ In der Regel würden aber eher Master- bzw. Diplomabsolvent/inn/en bevorzugt. „Da wir aufgrund unserer fundierten Beratungsexpertise im Finanzdienstleistungsbereich und seiner wissenschaftlichen Herkunft der akademischen Ausbildung einen großen Stellenwert beimessen, sind weitere akademische Abschlüsse wie z. B. Master oder MBA wünschenswert und werden von uns aktiv gefördert“, so Hanke.

Unternehmens – oder Strategieberatungen wie zum Beispiel A.T. Kearney oder Roland Berger schlagen ebenfalls in diese Kerbe und wünschen sich ausnahmslos Masterabsolvent/inn/en. Bachelorabsolvent/inn/en können gerne ein Praktikum absolvieren, um in die Welt des Consultings hinein zu schnuppern, für Einstiegspositionen als Berater/innen würde sich aufgrund des umfassenden Know-how das Masterstudium empfehlen.

Bachelor im Öffentlichen Dienst

Als attraktiver Arbeitgeber/in gilt für WU-Absolvent/inn/en auch der öffentliche Dienst. Bachelorabsolvent/inn/en werden zwar eingestellt, steigen aber in Positionen ein, die in der Regel dem Gehaltsniveau von Maturant/inn/en im öffentlichen Dienst entsprechen. Sollten nicht gerade staatliche Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen? Wenn schon „der Staat“ Bachelorabsolvent/inn/en nicht als vollwertige Akademiker/innen betrachtet, warum sollten privatwirtschaftliche Unternehmen diese Ansicht dann vertreten?

Ganz einfach: Diese erkennen mittlerweile aufgrund ihrer Erfahrungen die Qualität der Ausbildung. Möglicherweise bekommen Bachelors hie und da noch geringere Anerkennung, aber die Wende ist sichtbar – work in progress. Unternehmen wird nach und nach bewusster, dass es in naher Zukunft keine Magisterabsolvent/inn/en mehr und, aufgrund der Beschränkungen der Studiengänge, nur mehr eine limitierte Anzahl an Masterabsolvent/inn/en geben wird. Somit werden Bachelor immer attraktiver und es scheint, dass die Privatwirtschaft hier dem öffentlichen Dienst mit gutem Vorbild vorangeht.

Viele unserer Partnerunternehmen eröffnen Bachelorabsolvent/inn/en faire Chancen.

Danone bietet Bachelors im Marketing z. B. Positionen als Junior Brand Manager/in, also Einstiegsmöglichkeiten, die auch für einen Magister oder Master dieselben seien, erklärt uns Martina Kraxner, HR-Director Danone auf Nachfrage. Die Möglichkeiten der Einstiegspositionen variieren natürlich von Unternehmen zu Unternehmen. Internationale Unternehmen wie Morgan Stanley oder die Citigroup haben keinerlei Berührungsängste, Bachelorabsolvent/inn/en einzustellen. Besonders bei Unternehmen mit angloamerikanischen Wurzeln werden keine Unterschiede gemacht, auf internationalem Terrain hat sich der Abschluss schon längst etabliert.

Bei Morgan Stanley absolvieren Bachelor wie Master ein Analyst Program, welches in der Regel drei Jahre dauert, so die Auskunft der HR-Abteilung des Unternehmens. Auch Jessica Flessa, Associate Human Resources bei Citigroup bestätigt, dass zwischen Bachelor und Master kein wesentlicher Unterschied bei der Einstiegsposition bestehe. „Wir suchen hochqualifizierte Nachwuchskräfte für unsere Bank. Dabei legen wir Wert auf exzellente akademische Noten, strukturiertes und analytisches Denken, relevante Praxiserfahrung und ausgeprägte Teamfähigkeit, nicht aber darauf, ob jemand einen Bachelor- oder Mastertitel mit sich bringt“.

Fazit: Der Arbeitsmarkt verändert sich kontinuierlich, und es gibt auch für Bachelorabsolvent/inn/en zunehmend bessere Möglichkeiten, in einen adäquaten Beruf einzusteigen. Was sich definitiv bei genauerer Betrachtung der Anforderungsprofile an Absolvent/inn/en feststellen lässt: Praxiserfahrung während des Studiums ist ein Muss. So sind die Chancen am Arbeitsmarkt optimal.

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4 Diskussionen über
“Bachelor welcome!?”
  • hmm…

    komisch dass in dem selbst-marketing-blog des wu-rektorats, in dem „offen“ über universitätspolitische Aspekte diskutiert werden soll, nichts, aber auch gar nichts, betreffend der veränderungen bei Prüfungsantritten und Verschlechterungen der Studienbedingungen angesprochen wird.

    aber wie auch immer:
    zum Artikel: Solange nicht der Staat Bachelors entsprechend als A-Beamte bzw. entsprechend akzeptiert, ist diese ganze Diskussion sinnlos. Positivbeispiele sind tropfen auf den heißen stein.

  • Ich selbst bin Bachelorabsolventin von der WU und derzeit im 3. Semester eines Masterstudiums. Bei meinem kürzlichen Bewerbungsgespräch für einen Teilzeitjob im Marketing bei einem internationalen Konzern wurde mir gesagt, dass ich auf dem Gehaltsniveau eines Maturanten eigeordnet werde.

    Ich finde das erschreckend, dass meine Leistung nun nach knapp 5 Jahren Studium genau so viel Wert sein soll, wie die eines 18-jährigen?!

  • @absolventin…

    naja, wenn sie nicht 20 sind, aber 10 Jahre berufserfahrung haben, nicht vor haben irgendwann eine familie zu gründen, nur 1er geschrieben haben, und das alles unter mindestzeit geschafft haben, dann sind sie wer in der övp-welt.

    dann aber nur dann.

    viel spass, und willkommen im leben.
    vielleicht denken sie bei der nächsten NR-Wahl darüber nach.

    Alles gute für Ihre berufliche Zukunft!

  • Dieser Artikel ist Spott und Hohn für die Studierenden, die sich vergeblich um einen Masterplatz bemühen.

    Pfui WU

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