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Auswirkungen der UG-Novelle auf die WU

Die im Ministerrat beschlossene Reform des Universitätsgesetzes (es bleibt abzuwarten, was im Parlament tatsächlich beschlossen wird) löst das eigentliche Problem der Universitäten – das dramatische Auseinanderklaffen von Kapazitäten und Studierendenzahlen – nicht. Das Konzept konzentriert sich lediglich darauf, eine frühere und verschärfte Auswahl der Studierenden zu treffen.

Ich persönliche fände ein System gerechter, das erlaubt, offen und auch anhand von Kapazitäten eine Auswahl zu treffen, und das ermöglicht, dass beispielsweise die besten 1.500 – 2.000 Studienbeginner/innen weiterkommen. So ein System ließe die mehrmalige Wiederholung von Prüfungen zu, so dass im Endeffekt jede/r, der/die schlecht gereiht ist, die Chance erhält, sich zu verbessern.

Das Positive an der vorliegenden UG-Novelle ist, dass die Entscheidung, ob das Studium fortgesetzt werden kann, früher als bisher gefällt wird – und das liegt, gerade in Hinblick auf Planung und Inanspruchnahme von Ressourcen, nicht nur im Interesse der Universitäten, sondern sollte wohl auch im Interesse der Studierenden liegen.

Wie geht es nun an der WU weiter?

Sollte das Parlament die Vorlage als Gesetz beschließen, besteht für die WU die Verpflichtung, den Studienplan an die Rechtslage anzupassen, also u.a. die an der WU bestehende Studieneingangsphase von derzeit zwei auf nur mehr ein Semester zu verkürzen. Die Änderung müsste von den zuständigen Gremien (Studienkommission und Senat) beschlossen werden. Daher muss, nach Beschluss im Parlament, sehr rasch eine Adaption der gegenwärtigen Studieneingangsphase erarbeitet werden, damit die Regelung noch fristgerecht vor dem Sommer verabschiedet werden kann, und eine Umsetzung im Wintersemester 2011/12 möglich ist.

Das Vizerektorat für Lehre erstellt derzeit einen Entwurf für eine neue – dann gesetzeskonforme – Studieneingangsphase, damit dieser anschließend in der WU-internen Öffentlichkeit diskutiert werden kann. Wir stehen erheblich unter Druck, auch weil der Gesetzgeber sich mit der Beschlussfassung so lange Zeit lässt.

Eines sei an dieser Stelle gesagt: Wie immer man es dreht und wendet: Die Politik sollte endlich für eine Vergrößerung der Kapazitäten durch Aufstockung der finanziellen Mittel sorgen. Solange das nicht geschieht, werden auch weiterhin WU-Studierende durch strenge Prüfungen von einer Fortsetzung ihrer Studien abgehalten, weil wir einfach nicht genug Raum und Personal für alle haben. Das auch in der jüngsten Novelle zum UG zum Ausdruck kommende Ignorieren der derzeitigen massiven Kapazitätsprobleme stellt einen Ausdruck für die Vogelstraußpolitik der Regierung dar, die letztlich zu Lasten der Studierenden geht.

7 Diskussionen über
“Auswirkungen der UG-Novelle auf die WU”
  • Sehr geehrter Herr Rektor,

    warum stehen Sie nicht für einen Zugangstest ein? Der ist genau so offen, fair und transparent. Allerdings würde dieses Aufnahmeverfahren viel viel schneller kostensparender für die Uni UND die Studenten sein!!!

    Gleichzeitig möchte ich Ihnen danken, dieses Problem (der Überfüllung) sehr erst zu nehmen und die Pläne und Vorgehensweise des Rektorats an uns Studenten zu kommunnizieren. Ich denke, das hilft vielen uns, die Probleme zu verstehen mit denen wir alle umzugehen haben.

  • Badelt hat ja genau das im vorigen Jahr versucht und ist gescheitert. Wenn es nach ihm ginge, hätten wir das also schon längst.

  • endlich ein wahres Wort:
    „Eines sei an dieser Stelle gesagt: Wie immer man es dreht und wendet: Die Politik sollte endlich für eine Vergrößerung der Kapazitäten durch Aufstockung der finanziellen Mittel sorgen. Solange das nicht geschieht, werden auch weiterhin WU-Studierende durch strenge Prüfungen von einer Fortsetzung ihrer Studien abgehalten, weil wir einfach nicht genug Raum und Personal für alle haben. Das auch in der jüngsten Novelle zum UG zum Ausdruck kommende Ignorieren der derzeitigen massiven Kapazitätsprobleme stellt einen Ausdruck für die Vogelstraußpolitik der Regierung dar, die letztlich zu Lasten der Studierenden geht.“

    allerdings müsste man der politik irgendwie das messer ansetzen können, die frage ist aber wie?

    • @technic
      Vielleicht sollte man erwähnen:
      Die ETH Zürich bekommt VIEL MEHR Geld.
      Die TU Aachen bekommt VIEL MEHR Geld.

      Vielleicht korreliert Quantität doch mit Qualität – zumindest ausserhalb Österreichs.

      In Oesterreich habt ihr das leider falsch interpretiert, und zwar:
      Die UniWien bekommt VIEL MEHR Studenten.
      Die WU bekommt VIEL MEHR Studenten.

      FACTS&FIGURES
      Uni Basel:12.000 Studenten, Jahresetat:415 Mio. EUR
      Uni Wien: 88.000 Studenten, Jahresetat:477,8 Mio. EUR
      Uni Zurich: 26.000 Studenten.,Jahresetat:894 Mio. EUR
      Also allein die Uni Wien braucht jaehrlich 2.6 Mlrd. EUR zusaetzlich, wenn man das Finanzierungsniveau in der Schweiz erreichen will. Diese Summe enspricht ungefähr dem Globalbudget fuer alle Unis in Oesterreich. Ohne Regeln und Transparenz (sprich Zugangsregeln/Gebuehren, Studienplatzfinanzierung)wird sich der Zustand kaum verbessern.

      • übrigens – den gleichen mist hier und in diversen foren der tagezeitungen zu posten lässt auf eine herkunft im herzen der finsternis, sprich in der parteizentrale oder parteinachwuchszentrale einer bestimmten fraktion vermuten.

        anyhow – freie meinungsäußerung ist gut und wichtig, ich bin nur gespannt, welche way arounds die kinderchen von grasser-swarowski, pröll, karls, kalteneggers und konsorten konstruieren werden, wenns dann mal so weit ist.

  • @guest.

    schön, das heißt wir leben also in der planwirtschaft. Kolchosearbeiter „student“ bekommt kein paar schuhe „studium“ mehr, weil der 5 jahresplan von fr. karl und hrn pröll das nicht vorsieht.

    ich bin beeindruckt über diese fortschrittlichkeit.

  • Sehr geehrter Herr Badelt,

    mit Sorge nehme ich die aktuelle Diskussion über die Beschränkung der Prüfungsantritte zur Kenntniss. Ich kann es verstehen, dass die WU sich irgendwie gegen die Masse an Studenten zur Wehr setzen muss, wenn die Kapazitäten begrenzt sind und von der Politik auch keine Hilfe kommt.
    Doch ich finde, dass dies alles auf einer fairen Basis mit Vorlaufzeiten geschehen sollte.

    Die Studienbedingungen plötzlich für Studenten zu verschärfen, die schon sehr viel Zeit und Energie in Knock Out Prüfungen gesteckt haben, finde ich nicht fair.

    Gerechtfertigt wäre es, die Bedingungen für neue Studienbeginner zu verschärfen. Diese können sich auf die neue Situation einstellen, denn Studenten die schon einige Zeit an der WU sind, trifft diese Regelung am härtesten und kann ihre Zukunft verbauen.

    Das Problem sollte an der Wurzel gepackt werden, bei den Studienanfängern.
    Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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