WU Blog

Herzlich willkommen auf dem WU-Blog! Hier findet ihr eine Reihe an Blogbeiträgen von Studierenden, ForscherInnen, Lehrenden, Alumni und MitarbeiterInnen – mach mit!

Eine lange Leitung

Katharina Wittmann studiert im 5. Semester an der WU und hat sich aufgrund von Schwierigkeiten bei der Anmeldung zu Lehrveranstaltungen an das Rektorat gewandt.

Mitte September 14:00:00. Highspeed. Eingeloggt. Der Kampf um den Stundenplan beginnt. Lehrplanvoraussetzung: eine schnelle Leitung. Internetleitung wohlgemerkt, andere Qualifikationen treten vorerst in den Hintergrund.

Ich weiß nicht, wie vielen es bei diesem fraglichen Qualifizierungsprozess besser geht als mir, aber den vorhandenen Plätzen nach zu urteilen, sind es zumindest in meinem Jahrgang wenige, die ihren Stundenplan ohne Wartelisten, geänderte Kurse oder Hoffen auf ein Nichterscheinen anderer zusammenstellen können. Noch weniger, die an Anmeldetagen nicht schon um Punkt 14:00 am Computer sitzen und kaum welche, die nach den ersten paar Minuten überhaupt noch einen Platz bekommen.

Rote Nullen als Indikatoren freier Kapazitäten unmittelbar nach Anmeldungsbeginn lassen mich die Definition eines „freien“ Bildungszuganges grundlegend in Frage stellen und bei jeder Anmeldung auf Kapazitätserweiterungen und zusätzlich angebotene Kurse hoffen. Kurse für die kein Geld, keine Lehrkraft und kein Raum zur Verfügung stehen und deren Zeiten – wenn sie zu Stande kommen –  dort liegen, wo sie in den eigenen Stundenplan nicht mehr hineinpassen. Steine im Weg für ein schnelles WU Studium, Brocken für ein Doppelstudium, Felsen für ein Tripelstudium. Ich studiere Physik, Chemie und Wirtschaft  – nichts wie ab ins Ausland.

Ich möchte den WU-Blog dankbar nützen und darauf aufmerksam machen, dass diese Studienbedingungen an einer Universität, wie der WU, nicht notwendig wären. Eine Uni, die ohnehin schon mit riesigen Massen an Studierenden fertig wird und 2.050 neue pro Jahr aufnehmen kann. Eine Uni, an der es möglich ist, innerhalb von 3 Tagen seine Prüfungsergebnisse zu bekommen, obwohl man die Prüfung gemeinsam mit mehreren Hunderten in der Wiener Stadthalle geschrieben hat. Eine Uni, die Kurse zu allen Tages- und Nachtzeiten anbietet, um möglichst alle Arten von Studierenden zufriedenzustellen. An der ohnehin schon jeder doppelt zu arbeiten scheint. Kurz: eine Uni, die ihre vorhandenen Ressourcen optimiert wo es geht – solang es geht.

Irgendwann geht es nicht mehr und 7.000 sind selbst für die WU zu viel. Wer von uns glaubt noch,  Diskussionen über Zugangsregelungen oder Studienbeschränkungen betreffen nur Studienanfänger/innen?  Wir alle teilen uns dieselben begrenzten Ressourcen. Schätzt euch glücklich, wenn ihr das bisher noch nicht zu spüren bekommen habt. 4x mehr Studienanfänger/innen als vorgesehen, aber nicht 4x mehr Räume, Professoren, Masterplätze! Mal ganz ehrlich: Wie stellen wir uns das vor? Ja wir! Es geht um uns! Die Kolonne der im Stau stehenden Studierenden. Und zwar nicht, weil wir nicht fähig oder lernwillig sind… Unsere Leitung war halt eine Spur langsamer – die Internetleitung!

Ich finde die Haltung unserer Politik eine verantwortungslose. Zuzusehen und nichts zu unternehmen, ist eine Sache, aber Vorschläge einer Verbesserung und Hilferufe der Unis alternativlos abzulehnen und zuzusehen, wie sich die Dinge entwickeln, ist verrückt. Das kostet uns Zeit, das kostet dem Staat Arbeitskraft und es demotiviert UNS! Ich bin jetzt im 5. Semester und habe Probleme, die in meinem Lehrplan vorgesehenen Kurse belegen zu können, weil es keine Plätze mehr gibt. Im letzten Jahr habe ich einen Kurs mit selbst mitgenommenen Sesseln absolviert. Ich richte meine Auslandaufenthalte in den Ferien nach den Anmeldefristen der WU, um um 14:00:00 im WU Server Netz zu hängen. Es geht nicht um mein Wissen, meine Qualifikationen oder mein Engagement, sondern – um überhaupt studieren zu können – um eine schnelle Internetverbindung. Schnelles WLAN statt Numerus clausus – das ist Österreich.

Solange die Ressourcen der WU nicht erhöht werden, muss selektiert werden. Fraglich, ob die Internetleitung das richtige Qualifikationskriterium ist!

60 Diskussionen über
“Eine lange Leitung”
  • Katharina, vielen Dank fuer deinen Beitrag. Obwohl ich kein Oesterreicher bin, sehe ich die rigide Uni-Poilitik eher pessimistisch. Diese Probleme mussen den Politikern schon sehr lange bekannt sein. Leider sie und auch die OEH fordern nur das, was die Masse will. Die Politiker sind die Versager und wir sind die Verlierer.

  • Ich sehe das genauso und bin echt begeistert, dass man es so auf den Punkt bringen kann!

    Bei allen Bemühungen die von der Uni zweifelsohne getätigt werden (Prüfungsergebnisse in drei Tagen abrufbar,…) muss allerdings auch gesagt werden, dass es die Unipolitik der letzten Jahre war, immer mehr Studenten zu holen und so groß wie möglich zu werden!

    Also liegt meiner Meinung auch eine gewisse Verantwortlichkeit den derzeitigen Zustand betreffend, beim Rektorat!

    • Das kann man dem Rektorat nicht vorwerfen, weil es keine Motivation (sprich Studienplatzfinanzierung) dafuer gibt. Die WU braucht dringend Zugangsregeln.

  • Deinem Beitrag schließe ich mich völlig an!!

    An dieser Stelle ist es jedoch auch angebracht, der WU-Organisation zu gratulieren, wie sie es dennoch – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – ausgesprochen gut schafft, mit dem regen Andrang Herr zu werden.

    Der große Vorteil eines WU-Studenten im Vergleich zu anderen österreichischen Uni-Studien ist die große Flexibilität im Studienplan, der keine Reihenfolge (zumindest des überwiegenden Teils) der Lehrveranstaltungen vorsieht – wenn man einmal von den allgemeinen Sequenzierungen absieht. So kann man sich zumindest am Beginn des Studiums noch Ausweichmöglichkeiten suchen, um im Falle von belegten Vorlesungen eben einstweilen mit anderen LVs Vorliebe zu nehmen.

    Man darf nicht vergessen, dass es sich bei den Diskussionen um Zugangsbeschränkungen einfach um eine Grundsatzfrage handelt. Österreich hat sich lange mit dem unbeschränkten Uni-Zugang für Alle beweihräuchert. Dass dies ohne ausreichende budgetäre Mittel nicht umsetzbar ist, wird uns Studenten jedesmal um 14 Uhr bewusst.

    Am deutlichsten wird mir die Not und teilweise Verzweiflung der Studenten immer dann bewusst, wenn selbst schon die Betroffenen selbst für eine Studiengebühr plädieren !! Aus meiner Erfahrung spricht sich kaum ein Student gegen diese aus, wenn sich im Gegenzug (!) die Studiensituation verbessern würde !!!!

    Obwohl, laut aktuellen Zahlen, die Studiengebühren ohnehin nur einen Tropfen auf den heißen Stein wären, da sie nur einen ganz geringen Teil des Uni-Budgets ausmachen!?

    Insoferne sind wir wieder an der alten Grundsatzfrage angelangt: Zulassungsbeschränkungen oder Budgeterhöhung. Oder?

    Aber was für mich auffällig ist: Wieso wird immer nur über die Einnahmenseite gesprochen? Ich will damit keinesfalls andeuten, dass die Leistungen an die Studenten noch mehr gekürzt werden sollen!! Aber wären bei einer so großen Uni wie der WU nicht auch Einsparungen in der Verwaltung möglich? … Dazu kenne ich die Zahlen und Strukturen zu wenig – vielleicht ist das Einsparungspotential hier auch schon ausgeschöpft – aber dieser Bereich bleibt für mich immer unausgesprochen.

    Außerdem ist der Anteil am Budget aus dem Privatsektor in Österreich ja historisch sehr niedrig. Gibt es seitens der WU – dank ihres hervorragenden Rufes und guter Stellung in Österreich sowie auch International – keine weiteren Möglichkeiten (so wie zB Sommer/Winter/Osteruni) sich durch Kooperationen mit Unternehmen finanzielle Unterstützung zu holen?

    Vielleicht täuscht mein – zugegebenermaßen nicht tiefgehender – Einblick (was als Student leider auch schwierig ist zu bekommen), aber versteift man sich da nicht auch manchmal zu stark auf die Forderung nach einer Budgeterhöhung?

    In der jetzigen Situation bleibt mir als Studentin nur der kleine Wehrmutstropfen, dass man ohnehin fürs Leben lernt – und selbst solche Situationen prägen und lassen dich an Erfahrung gewinnen. Auch das spätere Leben ist nicht frei von Steinen (und Brocken oder sogar Felsen)…

    • Liebe Alexandra,

      gleich vorweg: in jedem Unternehmen gibt es die Möglichkeit, zu rationalisieren. Auch an der WU ist der Anteil an Verwaltungspersonal in den vergangenen Jahren gesunken. In unserem Fall steht das Einsparungspotential in der Verwaltung aber in keinerlei Relationen zum eigentlichen Zusatzbedarf, den wir haben. Der Großteil des Verwaltungspersonals an der WU ist in den Studienservices angesiedelt, um einen reibungslosen Ablauf und entsprechende Dienstleistungen gewährleisten zu können. Unserer Meinung nach gibt es dort sogar zusätzlichen Nachholbedarf.

      Das Sponsoring von Studienprogrammen ist eine Grundsatzfrage: Die WU ist der Meinung, dass Inhalte frei und unabhängig bleiben müssen.
      Wir haben natürlich Kooperations- und Sponsoringpartner, die uns dankenswerterweise unterstützen. Dies ermöglicht uns, Einrichtungen wie zB. das Sprachlabor zu betreiben. Leider hat der allgemeine Sparkurs auch vor den Unternehmen nicht halt gemacht. Daher ist auch die Sponsoringbereitschaft in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

      • Frage an Cornelia Moll:

        „Auch an der WU ist der Anteil an Verwaltungspersonal in den vergangenen Jahren gesunken.“

        Kann man das mit konkreten Zahlen untermauern? Anteil an den Verwaltungskosten an den Gesamtkosten heute, vor 10 Jahren, vor 20 Jahren?
        Das wäre aufschlussreich.

        • Die Entwicklung des Personals und bis zu einem gewissen Grad auch der Kosten finden Sie in den WU-Wissensbilanzen, welche unter folgendem Link abrufbar sind: http://www.wu.ac.at/press/about/structure/about/publications/wissensbilanz. Dort ist festgehalten, wie sich das WU-Personal in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Fakt ist: zwar haben sich sowohl die Zahlen des wissenschaftlichen als auch des allgemeinen Personals erhöht, das allgemeine Personal verzeichnet jedoch ein bei weitem geringeres Wachstum.

      • Solange Geld für eine Planstelle für die Administration dieses Blogs vorhanden ist, scheint es der WU nicht wirklich schlecht zu gehen. 🙂

  • Ja, diese „Rote Null“ hat mich auch schon einmal fast um den Verstand gebracht!

    Auch heute läuft bei mir wieder die Atomuhr im Hintergrund, Punkt 14 Uhr wird geklickt, dann gehofft…

    Schon komisch, dass erfolgreiches Studieren und Vorlesungsplätze von der Internetverbindung abhängen (und nicht etwa von der bisherigen Studienleistung).

    Ich bin ein großer Befürworter von Einstiegstests am Beginn des Studiums; weniger Studenten, weniger Frust.

  • Vielen, vielen Dank für alle Beiträge, das musst echt mal gesagt werden!!!!!! Das ist einfach kein Zustand mehr und ich bin mehr als wütend, und es kostet mich unheimlich viele Nerven!

  • Ich kann mich der Kritik an der teilweise absurden Studiensituation an der WU nur anschließen. Gerade als Studierender, der für seinen Lebensunterhalt und sein Studium arbeiten muss ist es oft ganz schön mühsam um Punkt 14:00 Uhr am PC zu sitzen um die Anmeldung auf keinen Fall zu verpassen. Hinzu kommt dann noch oft genug, dass es für die entsprechende LV in diesem Semester nur genau diesen einen Termin gibt. Also entweder erwische ich diesen und kann zu dieser Zeit auch auf der Uni sein, oder ich muss wieder ein Semester mehr warten.

    Leider ist die Wahrheit, dass seit Jahrzehnten die Universitäten finanziell ausgehungert wurden und werden. Dies spielt natürlich jenen in die Hände, die weniger Studierende und nur noch kleine Elite-Universitäten haben wollen. Diese Politiker und Politikerinnen brauchen nämlich genau nichts zu tun, sondern können einfach abwarten wie sich die universitäre Situation in Österreich immer weiter verschlechtert. Die breite Masse, die es sich vielleicht nicht leisten kann an Studienbeschleunigungsprogrammen teilzunehmen, oder Geld für Zusatzkurse zu bezahlen bleibt auf der Strecke.

    Wenn sogar die OECD sagt, dass Österreich mehr Studierende braucht, dann kann ich einfach nicht nachvollziehen, wieso sich die Debatte um die österreichische Bildungspolitik scheinbar immer nur um Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen dreht. Derartige Maßnahmen sorgen nämlich nur dafür, dass es weniger Studierende werden und nicht mehr.

    Es wird Zeit, dass von der österreichischen Politik endlich mehr finanzielle Mittel für das Bildungssystem bereitgestellt werden, anstatt ständig nur an der Zukunft zu sparen.

    • Ohne Regeln wird das Bildungswesen nicht funktionieren. Die OECD kritisiert die Kombination von freiem Hochschulzugang,keine Studienplatzfinanzierung und fehlende Studiengebuehren. So weit ich weiss es gibt kaum ein Land, welches sich ein solches System leisten koennte. Die Unis brauchen nicht nur Geld sondern auch Rahmenbedingungen.

      • Es wurde eh schon ein paar Kommentare weiter unten gesagt, aber die Ressourcenknappheit im österreichischen Bildungswesen und im Hochschulsystem im Speziellen ist wie ich schon versuchte auszudrücken eindeutig politisch gewollt.

        Es wird immer so getan, als ob die übervollen Lehrveranstaltungen plötzlich über Nacht über die Unis hereingebrochen sind. Dabei sind die steigenden Studierendenzahlen eine langjährige Entwicklung. Da diese Tendenz allerdings genau jenen zurechtkommt, die die Unis lieber zusperren wollen und nur noch eine kleine Anzahl an Studierenden haben wollen, wurde jahrelang nichts unternommen.

        Und genau diese Versäumnisse werden uns jetzt als scheinbare „Sachzwänge“ präsentiert um Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren legitimieren zu wollen.

  • Weiters kursieren im Internet Angebote, bei denen Studienplätze verkauft werden. Sieht so die Privatisierung der Bildung aus?
    Risikolos in knappe Kurse hineinklicken und diese später verkaufen?

  • Das letzte Mal, als ich wieder einmal probiert habe einen Platz zb für Wipol zu bekommen, und es natürlich wieder nicht geklappt hat, bin ich dann wie viele andere trotzdem in die erste Einheit gegangen um vielleicht doch noch einen Platz zu bekommen. Tatsächlich waren doppelt so viele Kollegen wie Plätze vorgesehen waren dort, mit dem selben Ziel, doch noch einen Platz zu ergattern. Und das obwohl der Vortragende schon an mehr als 100 Studieren ein Antwortsmail gesendet hat, das eine Nachmeldung auf Grund der hohen nachfrage unmöglich sei, da er dies nicht fair regeln kann- verständlich! Im Endeffekt haben wir ausgelost- 5 Plätze für 27 Studierende! Da kann
    man sich leicht ausrechen wie gering die Wahrscheinlichkeit ist doch noch einen Platz zu bekommen. Dieses ganze Szenario hat auch erst statt gefunden, nachdem schon zahlreiche andere interessierte Kollgene spätestens nach dem Antwortsmail
    aufgegeben haben.
    Dabei ist doch offensichtlich, dass in unserem Bildungssystem einiges falsch läuft, wenn die Möglichkeit zu studieren von einem Los abhängt!
    Ich Frage mich ob es möglich wäre, das Angebot der Vorlesungen vor allem für den 2. Abschnitt zu erhöhen. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass in der Eingangsphase sowieso die meisten (ich unter anderem auch) nur in den ersten zwei Einheiten in den Vorlesungen sitzen, wenn überhaupt, und dann nicht mehr hingehen- verständlicherweise, da man Folien in der Regel auch gut, in halber Zeit, selber runterlesen kann und dafür keinen Vortragenden benötigt. Dort aber, wo dies nicht mehr möglich ist, die Themen und Bereiche spannender, die Vortragenden erfahrener sind, die Studierenden an einem weiterkommen interessiert sind und noch dazu hauptsächlich PIs als Pflichtveranstaltungen im Lehrplan zu finden sind, nähmlich im 2. Abschnitt, ist die Dichte des Vorlesungsangebots meinen Gefühl nach geringer als in der Eingangsphase.
    Ich hoffe die Wu kann dieses Problem bald in den Griff bekommen, denn ich bin überzeugt, dass viele die jetzt noch an der Wu studieren möchten, bald Alternativen, wahrschneinlich im Ausland, finden werden und sich dadurch die Qualtität der Absolventen verringern wird.

    • Leider tritt die Ressourcenknappheit der WU vor allem im zweiten Abschnitt besonderes deutlich zu Tage, und das obwohl bereits rund 80% aller Bachelorveranstaltungen auf den zweiten Abschnitt entfallen. Das heißt im Verhältnis zu den Studienanfänger/inn/enzahlen wird im ersten Studienjahr ohnehin nur eine kleine Zahl an Parallel-LVs angeboten (die dafür deutlich größer unterrichtet und v.a. über Learn@WU-Materialien unterstützt werden). Gleichzeitig kommt es – auch weil die WU im zweiten Jahr deutlich bessere Lernbedingungen und Betreuungsrelationen bieten will – tatsächlich immer wieder zu Engpässen, die aber nur schwer zu prognostizieren sind. Das Beispiel Wirtschafts- und Finanzpolitik zeigt das sehr deutlich. Im WS 2009/10 konnte die Nachfrage noch mit 8 Lehrveranstaltungen bedient werden, im SS 2010 benötigte es schon 10 Lehrveranstaltungen. Für das WS 2010/11 wurde das Angebot bereits auf 14 LVs erhöht. Mittlerweile wurde kurzfristig noch eine zusätzliche Lehrveranstaltung angekündigt, eine weitere Lehrveranstaltung ist in Vorbereitung. Darüber hinaus versuchen wir Engpässe während des Semesters über das Studienbeschleunigungsprogramms auszugleichen. Aber auch trotz dieser Maßnahmen stößt die WU raum- und personalseitig längst an ihre Grenzen…

  • Das Thema ist echt ein leidiges. Zu Lehrveranstaltungen ohne Platz zu gehen und sich aufdrängen kann auch keine Lösung sein, aber was soll man als Student machen? Irgendwann gehts eben nicht mehr, das Fass wird voll sein. das geht zu Kosten des Landes, dass die Politik zusieht ist unfassbar. Dabei haben die ja fast alle selber einen Doktortitel. Man kann nur auf Besserung hoffen, sehen tu ich allerdings so bald keine.

  • tragisch genug, dass heri alle leute nach zugangsschranken krähen, statt vielleicht mal darüber nachzudenken, dass diese ressourcenzahlen reine willkür sind.
    es steht nämlich nirgendwo geschrieben – auch nicht im viel zitierten entwicklungsplan – wieviele studenten tatsächlich studieren sollen, bzw. betreut werden sollen.

    Bitte liebe WU-Studenten, denkt mal darüber nach, wer denn den geldhahn für die unis zu dreht. Und das es sich lohnt dagegen einzutreten. Spätestens wenn ihr mal Kinder habt, und feststellt, dass lieber Banken ominöse Kredite zugeschanzt bekommen, statt die Jugend des eigenen Landes möglichst gut, tief und breit auszubilden, werdet ihr feststellen, dass zugangsschranken auch nicht das gelbe vom ei sind…

    In diesem Sinne: Message dieses Blogs sollte sein: Her mit genug Budget für die höhere Bildung, Hr. Pröll, her mit dem Willen zu höherer Bildung und Exzellenz, Fr. Karl.
    Und nicht: Mach ma halt zu, damit innerhalb dieser Unterfinanzierung halt ein paar studieren dürfen, aus Gottes Gnaden.

    Ein erfolgreiches Semester wünscht euch ein Wu-Studierender.

  • „dass lieber Banken ominöse Kredite zugeschanzt bekommen, statt die Jugend des eigenen Landes möglichst gut, tief und breit auszubilden“

    naja… von einem WU-Studenten würd‘ ich mir manchmal auch mehr Tiefe erhoffen…

    Nur Geld in die Bildungspolitik zu pumpen hat ja – wie man in Österreich sieht – nicht immer viel Sinn. Östereich gibt ja ohnehin verhältnismäßig sehr viel für die Bildung aus … nur halt leider wenig effektiv, wie man sieht … zum Vergleich: Schweden steht bildungstechnisch deutlich besser da, gibt aber relativ weniger dafür aus…

    … insofern ist Budget alleine (auf Politikebene!) nicht immer ein Allheilmittel … vielmehr sollte wohl endlich die schon viel diskutierte Bildungsreform angegangen werden …

    … doch wenn ihr alle mal ehrlich seid … bis das alles umgesetzt (Bildungsreform) und auch spürbar wird, sind wir alle nicht mehr an der Uni …

    • „… doch wenn ihr alle mal ehrlich seid … bis das alles umgesetzt (Bildungsreform) und auch spürbar wird, sind wir alle nicht mehr an der Uni …“

      Nachdem ich kurz vor meinem Studienabschluss stehe kann ich sogar ziemlich sicher davon ausgehen, dass eine Bildungsreform mich direkt nicht umbedingt betreffen wird.

      Allerdings sollten Studierende mehr Verständnis für Zusammenhänge haben, als nur das für sie unmittelbar nützliche auch als gut und notwendig zu empfinden.

      Mal radikal ausgedrückt: Entweder wird in Bildung investiert oder in den Bau von Gefängnissen – aber so oder so muss für zukünftige Generationen eine Perspektive geschaffen werden.

    • geforderte Tiefe?

      nun ja, wo ist die denn?
      Beim WU-Cocktail- oder Punschstand?
      Bei den Clubbings im Auersperg?

      Oder doch eher bei den CV-Meetings?

      Das das System unterfinanziert ist, ist ein unverrückbares Faktum. Der Kampf um Ressourcen ist aber mit der Einführung etwaiger Beschränkungen verloren. Oder glaubt irgendwer hier, dass dann irgendein Politiker Geld geben wird, nachdem jetzt „die Studienbedingungen besser sind“?

      Also die Forderung nach Tiefe lässt sich im Gegenzug mit Blauäugigkeit oder einer gewissen Kaltschnäuzigkeit bewerteb (ich krieg meine Plätze, hinter mir die sintflut, sind eh alles nur potentielle Konkurrenten). Leider funktioniert aber Zusammenarbeit und Kooperation besser als Konkurrenz… daher nochmals die Aufforderung: Bitte denkt darüber nach, ob ihr Beschränkungen wollt, oder lieber passende Rahmenbedingungen. Weil beides wird es wohl nicht geben. So oder so nicht.

  • Wenn die WU das Geld für dieses sinnlose Blog für LVs ausgeben würde, hätten die Studenten was davon. Dieses Blog ist ähnlich sinnvoll wie der „Hochschuldialog“ vom Hahn und hat vermutlich auch etliche zigtausend gekostet.

  • Da muss ich dir auch recht geben, jedoch tut es mal ganz gut, ein wenig Luft rauszulassen, sich den Frust von der Seele zu schreiben. =)

  • Das es zuviele Studenten gibt, ist eine Sache. Was ich nicht verstehe, warum die Plätze immer noch nach dem ungerechten „Wer-hat-den-schnellsten-Internet-Anschluss“-Prinzip vergeben werden.

    An anderen Unis gibt es einen Anmeldezeitraum von ein paar Tagen, ist der vorbei, werden die Plätze ausgelost.

    Das bedeutet natürlich trotzdem enttäuschte Gesichter.
    Aber wenigstens werden die Plätze so gerecht vergeben.

    • Ich muss noch hinzufügen: Die Plätze werden unter allen eingegangenen Anmeldungen ausgelost.

      Der Zeitpunkt der Anmeldung spielt dabei keine Rolle. Der Anmeldezeitraum beträgt meist eine Woche und ob man sich am ersten Tag oder am Ende anmeldet, ist egal.

  • Auch ich stelle mir gerade die Frage, weshalb die WU zigtausende Euro in Projekte wie z.B. diesen Blog und einen Facebookauftritt fließen lässt – und das dann auch noch Jahre zu spät. Toll, jetzt sind wir auch im Web 2.0.

    Oder weshalb das Portal zum Rektorat generalsaniert wurde, während der Rest der WU den Charme einer Fabrikshalle aus den 70ern verbreitet, von der vollkommen überalteten Ausstattung einiger Seminarräume und Hörsäle ganz zu schweigen.

    Die WU macht sicherlich keinen schlechten Job, aber bevor man dumpf dem Ruf nach Zugangsbeschränkungen aus dem doch etwas konstruiert wirkendem Artikel folgt, sollte man ein bisschen über die Hintergründe reflektieren:

    Geld bzw. Reserven scheint die WU ja zu haben – nur werden diese offensichtlich nicht in den Ausbau des LV-Angebots gesteckt. Die Frage ist daher: Gehts der WU wirklich um die Studenten oder doch eher um was anderes, wie z.B. die heißgeliebte EQUIS-Akkreditierung?

  • Ich finde es irreführend, wenn sich die WU als die groesste wirtschaftswissenschaftliche Uni. in der EU bezeichnet und gleichzeitig an enorme Kapazitätsprobleme leidet. Das Prof.:Student Verhaeltnis 1:330 spricht fuer sich selbst=Masse statt Klasse. Die WU sollte tatsaechlich viel kleiner sein.

  • ich habe mir jetzt eure beiträge durchgelesen, denn auch ich bin besorgt, wenn ich heuer mit meinem studium an der wu beginne!
    ich bekomme nämlich ein selbsterhalter stipendium, denn ich war zuerst arbeiten um zu wissen was ich studieren möchte!
    jetzt weiss ich es, bekomme ein stipendium, und was passiert??? ab dem wintersemester 2010 gibt es eine neue regel für die eingangsphase!
    ich dachte die eingangsphase dient den studenten zur orientierung und nicht um auszusortieren?!?!?!
    versteht mich nicht falsch, ich bin die erste die für eine zugangsbeschränkung ist! ich hätte nichts gegen einen aufnahmetest, so wie es schon in anderen unis üblich ist, aber diese 4 prüfungen sind ja echt toll….wenn man 1 von den 4 nicht schafft, darf man trotzdem keine weitern lvs besuchen und die prüfungen absolvieren?!?!
    toll! was ist mit den leuten, die wie ich ein stipendium haben und in einer gewissen zeit mit dem studium fertig sein MÜSSEN???
    die stipendienstelle interessiert es herzlich wenig, dass die wu jetzt halt eine neue „eingangsphase“ hat. wenn ich pech habe muss ich mein stipendium zurückzahlen, weil ich halt dann keinen platz mehr ergatter, weil mein internet langsam ist???
    wie kann meine bildung bitte von solchen umständen abhängen? das darf doch wohl wirklich nicht wahr sein oder?

    • Wenn du dein Stipendium wirklich verlierst und es nachweislich daran liegt, dass du keine Plätze in den LVs bekommst, würde ich damit an die Medien herantreten.

    • Doch.. willkommen in Österreich. Den Stipendienstellen oder dem Finanzamt ist das relativ egal WIE du dein Studium regelst, solange du in Regelstudienzeit (plus 1 Toleranzsemester pro Abschnitt) fertig wirst. Dass das aber durch Platzmangel in den LVs (als eine der vielen Hürden, Steinen, Felsen!) oftmals einfach nicht möglich ist, ist denen dann – entschuldige – scheißegal.

      Ich hab mit vielmaligem zustimmend entsetzen Kopfschütteln eure Beiträge und, Kathi, deinen Artikel (knallhart auf den Punkt gebracht!) gelesen und auch, wenn ich nicht aus Wien komme und gsd nicht unter diesen Massen studieren muss (Uni Salzburg zählt gerade mal 15.772 StudentInnen im WS09/10 (laut wikipedia)) gehts mir nicht viel anders. Klar.. unsere Wartelisten sind dann vielleicht nur halb so voll wie eure an der WU, aber voll sind sie trotzdem, schon 10 Sekunden (!! unübertrieben!!) nach Anmeldezeitpunkt um Mitternacht (!). Und zwar mit 2-3mal so vielen Leuten wie Plätze vorhanden sind. Und Selektionskriterium!? – Die schnellste Internetverbindung!! Wer dann auf Stipendium oder Beihilfen angewiesen ist, darf sich früher oder später dankend verabschieden: oh ja: „Freie Bildung für alle! Ergänzung: Für alle mit Stahlnerven und schnellem WLAN!“

  • Der Frust bei vielen ist in meinen Augen vollkommen verständlich, aber Einzelmaßnahmen, die an der WU gesetzt werden und Kosten verursachen kann man doch nicht mit bildungspolitischen Grundproblemen auf eine Stufe stellen.

    Fakt ist, wenn man eine Uni mit einem guten Betreuungsverhältnis, Platz in den LVs und ein umfassendes LV-Angebot abseits der Hauptfächer möchte, dann muss man entweder

    entsprechend viel Geld seitens des Staats zur Verfügung stellen bzw von den Studierenden Beträge einfordern (Studiengebühr, Bildungskredit, Sondersteuer für Akademiker, …)

    oder die Zahl der Studienplätze limitieren und nach einem möglichst (!) fairen System diese an Interessierte vergeben.

    Beide Positionen sind vertretbar, doch sind bei beiden viele weitere teilweise leider ideologisch einzementierte Folgepunkte zu bedenken (zB Finanzierbarkeit, Durchlässigkeit des Bildungssystems ,…) und deswegen passiert seit Jahren nichts – doch eines passiert: die Probleme werden größer.

  • also ruhig blut.
    ich verstehe euren unmut nur teilweise, hab mir ein paar beiträge druchgelesen und hauptsächlich wird die schuld schön weit weg von einem selbst gewiesen und immer zur wu.

    ich habe den bakk in 6 semestern gemacht und kein einziges mal stand ich vor dem problem, nicht in einen kurs reingekommen zu sein.

    im ersten studienabschnitt ist es doch egal, ob ihr für die kurse angemeldet seid oder nicht, hingehen könnt ihr sowieso, da das nicht überprüft wird. außerdem melden sich viele per schiene an, aber kommen nie oder kommen kurzzeitig und gehen dann wieder.
    ich habe im ersten abschnitt maximal 4 kurse besucht, davon nur 2 durchgängig und die anderen beiden nach der ersten vorlesung wieder weg. gut, nicht jeder kann das im alleinstudium durchziehen, aber steine werden euch definitiv nicht in den weg gelegt, wenn ihr es doch machen müsst. schließlich beinhaltet das selbststudium ein großes maß an organisation und verantowrtung, um nur einige zugehörige werte zu nennen, die man sowieso für das leben braucht. das zu trainieren kann kein „stein im weg“ sein.

    im 2. abschnitt wird es dann schon schwieriger, wenn der kurs nur 20 plätze hat, ca. 100 reinwollen. aber geht zu den professoren in der ersten einheit hin und meistens sind noch plätze frei. ein kurs hatte gerade mal 20 plätze, in der ersten einheit waren dann ca. 70 da, die professorin hat netterweise einen 2. kurs gemacht und alle haben einen platz bekommen.
    wenn jetzt jemand da nicht kann, weil er irgendwo abseits der uni ist, dann muss man halt prioritäten setzen. entweder man ist in erster linie student oder eben nicht. und ein normaler arbeitgeber (für die jobber) erlaubt jedem dort hinzugehen und das versäumte nachzuholen.

    meistens ist es doch so, dass sich alle profcheck reinziehen, sehen für das fach xy gibt es 10 proffesoren und 2 sind total einfach. dann wollen alle zu diesen beiden und wenn es nicht klappt, dann heulen alle rum obwohl bei den anderen 8 ebenso noch plätze sind. von den 8 sind 2 sehr, sehr schwer oder unfreundlich (laut profcheck) und dann sind bei denen noch 3-4 tage nach anmeldestart noch plätze frei. das ist bei JEDEM fach so. und die schuld hat dann die wu wegen zu weng plätzen.
    ein weiteres super beispiel sind die kommilitonen, die am anfang in ihrem studium rumeiern und bis zum start der sbwl mindestens 4-5 semester brauchen und dann auf einmal gas geben. dann im 7. semester heißt es „scheiß system, ich wollte mich für alle 3 sbwl grundkurse in sbwl1 und für 2 grundkurse in sbwl2 und mikro und makro und wipol und das und das und das anmelden, aber jetzt habe ich 10 überschneidungen und die professoren und die wu sagen das ist zuviel, jetzt muss ich wegen denen extra noch ein semester dranhängen“. habe ich in alternierenden formen ernsthaft minimum 10-mal gehört.

    wenn ich dann immer diese vorurteile von dauer-meckernden rentnern höre und dann auf die wu gehe und die mecker-meute sehe und höre, dann glaube ich, dass das nichts mit dem alter zutun hat, sondern einfach daran liegt, das manche eben einen größeren und die meckernden einen viel kleineren aktionsradius haben.

    ich habe beispiele aus deutschland gehört, wo das system um lichtjahre hinter der wu hinterher hinkt. einfach mal zufrieden geben mit dem lpis und stattdessen pläne entwickeln, wie ihr dassystem meistert.
    mein tipp: ich habe vor jedem semester, speziell im 2. abschnitt, minidestens einen ganzen tag damit verbracht, das komplette vorlesungsverzeichnis nach der perfekten kombination der fächer zu durchforsten und mehrere alternativ pläne aufgestellt. dauert sicherlich, aber lohnt sich. alles eine frage der organisation.

    • Wie oft bist du in Mathematik geflogen?

      Konstante Ressourcen = x*aktuelle Studenten + x*vorgesehene Anfänger pro semester + x*zu viele Anfänger pro semester

      mit x=benötigte Ressourcen pro Student

      Wenn’st das nach x auflöst und die Zahlen der letzten Semester einsetzt, wirst merken, dass das x von Semester zu Semester kleiner wird.

      Sorry, aber das ist kein unberechtigtes „Meckern“ mehr. Das sind mathematische Tatsachen. Wenn’s bei dir noch nicht so war, sei froh. Ist eine Funktion von t by the way.

      • nette gleichung, ist ja auch richtig, aber genau deshalb zieht die wu um. das so ein neubau etwas zeit kostet ist klar. und für die demographischen stände der bevölkerung kann die wu nix, also heißt es geduld.

        und was die absolvierung von kursen betrifft, da stimmt diese gleichung nicht für den 1. abschnitt. JEDER kann an den prüfungen teilnehmen und sind es zuviele leute, dann mietet die wu größere räume und bietet 2 oder mehr termine für eine prüfung an.

        für den 2. abschnitt, ja stimmt. aber die zahl derer die in den 2. abschnitt kommen, ist nur ein bruchteil von denen die anfangen.

          • herzlichen glückwunsch!
            aber was genau bringt dir deine pingelige rechnung?

            lies meinen ersten post nochmal durch, und du solltest dich wieder erkennen.

        • das mit dem 1 studienabschnitt stimmt auch nicht mehr ,dass man hingehn kann auch wenn man nicht gemeldet ist….mittlerweile soll/muss man die anmeldebestätigung ausdrucken und dann vorzeigen um überhaupt irgendwo hinein kommen zu können

  • herzlichen glückwunsch!
    aber was genau bringt dir deine pingelige rechnung?

    lies meinen ersten post nochmal durch, und du solltest dich wieder erkennen.

    • und was genau bringt’s dir, wenn du Probleme, die dich nicht mehr betreffen runterredest und uns einredest geduldig zu sein, wo’s um unsere Zeit geht?
      Bist du nach deinem WU-Bakk in die Politik gegangen?

  • und was genau bringt’s dir, wenn du Probleme, die dich nicht mehr betreffen runterredest und uns einredest geduldig zu sein, wo’s um unsere Zeit geht?

    Bist du nach deinem WU-Bakk in die Politik gegangen?

  • ich habe nur helfen wollen, und meine sicht der dinge mal hier kundgetan.
    aber dieses negative höre ich vorwiegend von irgendwelchen leuten, die tendenziell weniger bereit sind etwas fürs studium zutun.
    daher habe ich mal die andere sicht gezeigt, und zudem versucht tipps zu geben.

    und wenn ich probleme, die mich nicht mehr betreffen, nicht diskutieren würde, gäbe es dann noch diskussionen? zudem kenne ich die problematik ja sehr gut.

    wenn ich mir deine posts durchlese dann ist da nichts konstruktives dabei, sondern nur irgendwelche negativen grundhaltungen, die du jetzt auch an einzelne weitergibst.

    • Find’s eh gut, wenn du deine Meinung sagst! Musst halt dann auch mit Kritik leben.
      also ruhig blut 🙂

  • Und als Nachtrag zur pingeligen Rechnung: bei dem „Bruchteil“ geht’s um mehrere tausend Studenten. Willst du damit sagen, alle, die was Negatives gegen die aktuelle Bildungspolitik in Österreich sagen, Leute sind, die “ tendenziell weniger bereit sind etwas fürs studium zutun“?

    Mein Standpunkt ist: Es gehört was getan! Jetzt! und zwar entweder am einen Ende von Gleichung

    Konstante Ressourcen = x*aktuelle Studenten + x*vorgesehene Anfänger pro semester + x*zu viele Anfänger pro semester

    oder am anderen! Welche Seite anzupacken ist, ist Aufgabe der Politik und höchstwahrscheinlich Resultat endloser Diskussionen. In diesem Sinne. Fang ma mal an…

  • sollte sich nicht die ÖH um unsere „Kommentare“ kümmern anstatt ein Blog?

    hoppla vergessen die klagen lieber eine gemütliche treib mit dem stom step ein…
    abolsventen werdens nicht mehr weil die unfähigen trotzdem gehen allerdings kann man das dann schön auf plakate schreiben „wir prozessieren für euch“ (nutzt halt keinem aber schwamm drüber)

  • Wenn ich die letzten Semester so revue passieren lasse, bin ich – trotz einem nicht unerheblichen Rest von Wehmut – froh, dass ich mein nebenberufliches Diplomstudium kürzlich abschließen konnte.

    Auch ich war während meines Studiums ständig mit dem Problem der knappen Ressourcen an der WU konfrontiert, auch ich war – besonders in den SBWLs (sic!) – als Vollzeitberufstätiger von den unbefriedigenden Anmeldeprozeduren betroffen (zumeist konnte ich nicht exakt um 14.00 am Computer sein, wie auch?). Dass selbst in einer SBWL Vertiefungsveranstaltung nicht genügend Plätze angeboten werden (zumindest offiziell, durch Sudern konnte man sich meist doch noch dazuschummeln), ist für mich völlig unverständlich, zumal die meisten PIs aufbauend gestalltet sind und somit eigentlich in der Planung in den Instituten ein ziemlich exaktes Bild über den voraussichtlichen Platzbedarf vorherrschen sollte.

    Aber bei all der berechtigten Jammerei: ich kann mich noch sehr gut an mein Publizistikstudium Ende der 80er an der Hauptuni erinnern. Stundenlanges Anstellen vor der Inskriptionsstelle, bei überlaufenen Veranstaltungen gar Campieren am Ring, und wenn du Pech hattest – hab ich nicht einmal erlebt – hat es 4-5 Studenten vor dir in der Warteschlange geheissen: tut leid, aber alle Plätze sind vergeben! Einen ganzen Vormittag für nix verblödelt.

    Da sind mir ja noch die ärgerlichen Erfahrungen mit dem Online-Inskriptionssystem ein Segen.

    Nichts desto trotz, ich bin der Ansicht, dass sich ein kulturell doch hochstehndes Land ein ausgezeichnetes Universitätswesen leisten können muss. Koste es was es wolle, nur muss es auch funktionieren. Übrigens meine ich auch, weil wir hier ja über eine für die Wirtschaft produktive UNI reden, die dadurch sowieso etwas priviligierter ist, dass es in einer Hochkultur auch möglich sein muss, Studien zu betreiben, deren gesellschaftlicher Nutzen nicht direkt in Zahlen abzulesen oder aufzuwiegen ist. Das sei abschließend nur gesagt, weil wir heute immer mehr dazu tendieren, alles aus Sicht des materiellen und wirtschaftlichen Nutzens zu betrachten. Auch „Orchideenzüchterstudien“ haben ihre Daseinsberchtigung.

  • Facts & Figures

    Total Students: +/- 27.000,00
    Input: +/- 7.000,00 Studenten jaehrlich
    Output: +/- 1.300,00 Absolventen jaehrlich
    Prof/Student RATIO: 1:330 /Stand 09/10/
    Budget:110 Million Euro

    Wirklich traurige Zahlen!

  • So, jetzt habe ich mir auch mal die zahlreichen Beiträge durchgelesen.
    Zu allerest muss ich sagen, dass es echt eine gute Sache ist, dass ein solches Forum zur Verfügung gestellt wird. Das kann auch ruhig etwas kosten, da ein solches Forum essentiell für das Generieren neuer Ideen bzw. Lösungen ist. Und das ist es was wir brauchen, um die Situation, in der wir und das gesamte österreichische Bildungssystem sich befinden,zu verbessern und zu verändern.
    Das soll jetzt nicht heißen, dass ich euch den Masterplan bzw. den Weg aus der österreichischen Bildungskrise, vorlegen kann, jedoch denke ich, dass es wichtig ist, dass wir uns überlegen wie WIR was verändern, bewirken und verbessern können. (zb: Beteiligung an Demos)
    Das die Studiumssituation katastrofal ist, steht meiner Meinung nach außer Frage. Die ewige Selektion ist echt mühsam, demotivierend und meiner Meinung auch nicht effektiv. Denn wer sagt denn, dass diejenigen die die besten Noten vorweisen können auch die Geeignetsten sind. Es geht ja nicht nur um kognitive Fähigkeiten oder darum wer am besten auswendig lernen kann. Deshalb halte ich Aufnahmeprüfungen für das wohl ungeeignetste Auswahlverfahren.
    Was wir brauchen sind Perfomer! Welche die den Mut und den Willen haben, etwas zu verändern. Sich dauernd nur anzupassen und Im Sinne von „studieren statt blockieren“ seinen Studiumsaltag zu gestalten, ist langweilig und macht uns doch alle nur zu Mitläufern. Auf gehts!!

    Vorschlag:
    Wir beteiigen uns alle bei den nächsten Demos bzw. Protesten und versuchen etwas zu verändern und setzen uns für unsere Anliegen ein. Verschaffen uns Gehör und verändern etwas für unsere Nachfolger.

    Einen schönen Abend noch!

  • Mich würde mal interessieren, wie groß dieser Engpass im zweiten Studienabschnitt ist und wie viele Studierende effektiv keinen Platz bekommen.
    Eigentlich müsste man nur einen fund schaffen. Ich bin mir sicher, dass jeder 10-20 Euro spenden würde, wenn er weiss, dass er damit später sicher einen Platz bekommt und sein Studium zeitgerecht beenden kann. Man muss einfach mal von dieser „linken“ Ideologie wegkommen, bei der jedem alles geschenkt wird.

  • Sehr geehrter Herr Rektor Badelt,
    Liebe KollegInnen,

    Ich möchte Sie vor allem auf eine Sache hinweisen die Sie, wie es scheint, nicht bedenken. Es geht hier um eine Grundsatzfrage. Denn sobald einmal Studienzugangsbeschränkungen eingeführt worden sind, hat man sich kategorisch gegen eine Ausfinanzierung der Universitäten entschieden.

    Ich möchte Ihnen das erläutern. Bekämpft man die Kapazitätsengpässe auf der Universität damit die Studierendenzahlen durch Platzbeschränkungen zu verringern, dann führt das logischerweise dazu, dass es weniger AbsolventInnen gibt,was für die Wirtschaft von Nachteil, und für die StudienanfängerInnen desaströs.Das ist natürlich abzulehnen, doch es ist noch das geringere Problem.

    Der Grund warum jede Form von Beschränkungen abzulehnen sind liegt auf der Hand:
    Werden einmal Beschränkungen eingeführt, dann ist die Politik nicht mehr gefordert Geld in die Hochschulen zu investieren. Es wird nicht nur keine Ausfinanzierung geben, nicht jetzt und nicht in Zukunft; nein, das Hochschulbudget wird stagnieren, womöglich sogar noch weiter gekürzt werden. Denn dann gibt es einen Präzedenzfall, dass wenn die Universitäten drastisch kaputt gespart worden sind, sie einfach die Studierendenzahlen zu verringern haben. Das heißt man sorgt dafür, dass wenn es nicht genügend Mittel an den Unis gibt, die Zugangsbeschränkungen verschärft werden anstatt, dass die Regierung die Hochschulen ausfinanziert wie sie dies tun müsste.

    Deshalb sehr geehrter Herr Rektor Badelt:

    Bekennen Sie sich einmal zu Zugangsbeschränkungen,

    1. tun Sie dies für immer.

    2. stellen Sie sich gegen die Ausfinanzierung der Universitäten,

    3. öffnen Sie die Tür und Tor zu weiteren Budgetkürzungen im Bildungssektor,

    4. handeln Sie gegen das Interesse der Wirtschaft,

    5. handeln Sie gegen das Interesse jeder Studentin und jedes Studenten der jetzigen und jeder folgenden Generation!

    Ich appelliere daher an Sie, Druck auf die Regierung auszuüben ausreichend Gelder zur Verfügung zu stellen und nicht gegen das Interesse der Studierenden, der Wirtschaft, der Universität und auch gegen ihr eigens Interesse, zu agieren in dem Sie für Zugangsbeschränkungen plädieren.

    Hochachtungsvoll,

    Florentin Glötzl

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